Horst Bachmann (* 1. Juni 1927 in Bautzen; † 12. Januar 2007 in Rothenburg/Oberlausitz) war ein deutscher Maler, Bildhauer und Zeichner.

Leben und Werk

Bachmann war der Sohn des Bautzener Ofensetzers Erwin BachmannEinwohnerbuch 1928 Er besuchte von 1940 bis 1944 die Wirtschaftsoberschule in Bautzen. 1944 wurde er zum Arbeitsdienst, dann zur Wehrmacht einberufen. 1945 geriet er in sowjetische Gefangenschaft. Nachdem er 1946 entlassen worden war, absolvierte er eine Lehre als Maurer.

Ab 1949 arbeitete er als Autodidakt freischaffend als Maler und Grafiker. Nach einem Verfahren vor dem sowjetischen Militärtribunal wurde Bachmann zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt, wovon er von 1953 bis 1955 in einem Straflager des Gulag war. Durch eine allgemeine Amnestie deutscher Gefangener kam er frei.

Von 1956 bis 1971 arbeitete Bachmann für die Staatliche Versicherung der DDR als Schätzer von Sturmschäden. Ab 1956 lebte er in Rabitz am Steinbruch mit seiner ersten Ehefrau Ruth, mit der er zwei Kinder hatte, und von 1975 bis 1977 in Nadelwitz, dann in Auritz, mit Katarina Robbe, die er 1980 heiratete. Zwei weitere Kinder wurden geboren.

Von 1974 bis 1990 war Bachmann Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR.

Adolf Endler widmete Bachmann das Gedicht Dies SirrenIn: Das Sandkorn. Gedichte. Mitteldeutscher Verlag, Halle, 1974 und Kito Lorenc das Gedicht Lieber Maler, mal mir eine RoseIn: Flurbereinigung. Gedichte. Aufbau-Verlag, Berlin und Weimar, 1973

Selbstreflexion „Auf der Suche nach einer Form, die meinem Erleben adäquat wäre, kam ich zu dieser Art, die man als expressiv und symbolisch bezeichnen kann … Es entstanden Zeichen für Erlebnisse, die durchaus nicht nur der optischen Ebene der Wahrnehmung entstammen.“Katalog zur Ausstellung in der Galerie Arkade 1975

Werke (Auswahl)

Tafelbilder

Rosenphönix (1974, Öl, 116,5 × 88 cm; Sächsischer Kunstfonds) Ein Kindertraum (1977, Öl, 118,5 × 151 cm; Sächsischer Kunstfonds)

Denkmal für Leidende. Teil I: Blutende Engel – gequältes Land (1974/1977, Öl; auf der VIII. Kunstausstellung der DDR)

Assemblage

Ikone des Blühens (1979, Materialbild/Assemblage, 185 × 200 cm; Sächsischer Kunstfonds)

Als Buchillustration veröffentlichte Bilder

Kito Lorenc: Flurbereinigung. Gedichte. Aufbau-Verlag Berlin und Weimar. 1973 (mit 6 Reproduktionen nach Bildern Bachmanns). Eckart Krumbholz (Hrsg.): Martin Luther. Euch stoßen, daß es krachen soll – Sprüche, Aussprüche, Anekdoten. Buchverlag der Morgen, Berlin, 1983 (mit Reproduktionen nach 25 Holzschnitten)

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen 1965: Kraków, Dom Plastikòw, und Tarnów und Nowy Socz 1975: Berlin, Galerie Arkade 1978: Dresden, Leonhardi-Museum 1985: Niesky 1987: Berlin, Dom 1987: Bischofswerda, Kulturhaus

Ausstellungsbeteiligungen 1977/1978: Dresden, VIII. Kunstausstellung der DDR 1984: Dresden, Galerie Kunst der Zeit („Assemblagen. Bachmann, Dietrich, Gubsch, Hornig, Manigk, Oeser, Rehfeldt, Schieferdecker, Seidel, Teubner, Tucholke, Wolff“)

Literatur (chronologisch)

Lothar Lang: Plädoyer für Horst Bachmann, In: Weltbühne, Berlin, Heft 48/1973, S. 1532 ff. Horst Bachmann. Maler und Nonkonformist aus Leib und Seele. Galerie Junge Kunst Frankfurt/Oder, 1992 Bachmann, Horst. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 40

Weblinks

https://www.deutschefotothek.de/documents/kue/70005767 Deutschlandfunk: Carsten Probst: Spagat

Einzelnachweise

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