Der Hafen Hilft! e. V. ist eine humanitäre Soziallogistik-Hilfsorganisation mit Sitz in Hamburg, die 2009 aus dem Umfeld von Beschäftigten des Hamburger Hafens heraus gegründet wurde und seitdem unter dem Motto „Spenden statt wegwerfen“ Sachspenden über anerkannte wohltätige und soziale Einrichtungen an bedürftige Personen im Großraum Hamburg vermittelt. Zudem organisiert Der Hafen hilft! Transporte von Hilfsgütern in Krisengebiete im In- und Ausland, etwa in die Gebiete der deutschen Hochwasserkatastrophe von 2021 oder seit 2022 auch in die Ukraine bzw. angrenzende Länder.

Geschichte Der Hafen hilft! e. V. wurde 2009 von der damals bei der Hamburger Werft Blohm + Voss beschäftigten Schiffsingenieurin Anja van Eijsden gegründet. In der Vereinssatzung wird die Arbeit unter anderem beschrieben mit

Die Idee einer neuartigen soziallogistischen Plattform zur Umverteilung von Sachspenden entstand unter anderem aus van Eijsdens Beobachtung heraus, dass bei Umbauten und Reparaturen von Schiffen oft große Teile des Bordmobiliars – etwa der Kabinen –erneuert werden und dabei noch gut verwendbare Gegenstände entsorgt werden.Elbvertiefung. Interview mit Anja van Eijsden. Zeit Online Hamburg, 21. August 2017; abgerufen am 21. August 2022 Im Jahr darauf zählte der Verein 50 Mitglieder und ca. 30 Unterstützer, darunter Firmen aus den Bereichen Technik und Handwerk. Ausrangiertes Schiffsmobiliar entgegenzunehmen und weiter zu verteilen blieb ein Schwerpunkt der Tätigkeit. 2010 spendete die Reederei des Kreuzfahrtschiffs Queen Victoria Bücher, Bettwaren und Kleinmöbel, 2017 wurde eine Groß-Sachspende des Kreuzfahrtschiffs und Transatlantikliners Queen Mary 2 an Hamburger Einrichtungen der Flüchtlingshilfe und an Seniorenheime vermittelt. Seitdem besteht eine regelmäßige Kooperation zwischen der Reederei Cunard und dem Verein.Newsletter „Der Hafen hilft“, 11/2017. (PDF) abgerufen am 21. August 2022 Unsere Kirche, 16. August 2018, epd / Evangelischer Pressedienst; abgerufen am 21. August 2022 2022/23 lag die Arbeit des Vereins im Schwerpunkt auf der Hilfe für Geflüchtete vor allem aus der Ukraine und entsprechenden Zulieferungen für Unterkünfte. In Sachen Auslandsarbeit kam das Engagement im neu gegründeten Bündnis der „Hafenbrücke Hamburg-Odessa“ zusammen mit u. a. der HHLA dazu sowie aktuell 2023 umfangreiche Kooperationen hinsichtlich der Erdbeben in der Türkei und Syrien.mini|Überholung der Cap San Diego im Schwimmdock 3 von Blohm + Voss Repair

Struktur und Arbeitsweise Heute (Stand: 2022) hat der e. V. knapp 160 Mitglieder und wird von einem dreiköpfigen Vorstand geführt. Er unterhält eine eigene Logistik mit Lager und Fahrzeugen, ein Netzwerk von regelmäßigen freiwilligen Helfern und beschäftigt 6 feste Mitarbeiter. Der Verein bezieht keine öffentlichen Mittel und finanziert sich ausschließlich über private Spenden und Strukturförderung von Stiftungen sowie über Kooperationen mit Firmen und anderen Partnern. Alle sechs Monate veröffentlicht Der Hafen hilft! einen detaillierten so genannten Halbjahresbericht auf seiner Website, um Mitglieder, Helfer, Spender, Begünstigte und Medien sowie die allgemeine Öffentlichkeit über die bisherige Arbeit, neue Entwicklungen und aktuelle Vorhaben zu informieren.

Der Verein unterhält eine Online-Plattform, auf der registrierte Nutzer Sachspenden anbieten oder suchen können. Soziale Einrichtungen sind überall zugangsberechtigt, Privatpersonen oder Firmen dürfen nur Sachspenden anbieten, nicht beziehen. Lagerung, Transport und sonstige Logistik für die Hilfsgüter der Begünstigten oder auch die der Geber stellt Der Hafen hilft! bei Bedarf über vereinseigene Ressourcen oder über sein ehrenamtliches Helfernetzwerk.

Rezeption

Trivia Die Gründerin und erste Vorsitzende von Der Hafen hilft!, Anja van Eijsden, ist bis 2002 erst als Mannschaftsdienstgrad (Matrose), später als Schiffsbetriebstechnikerin mit dem „2. seemännischen Patent“ auf Container- und auch Kreuzfahrtschiffen etliche Jahre zur See gefahren.

Im Herbst 2021 beteiligte sich der Verein an einer bundesweit Aufsehen erregenden Benefiz-Aktion und -Auktion, bei der unter anderem eine Statistenrolle im Hamburger Tatort mit Wotan Wilke Möhring und Franziska Weisz zum Wohle des offenen Betriebs des Hamburger Michels in der Corona-Krise versteigert wurde. 2022 wurde die Versteigerung der Rolle im Rahmen einer maritim geprägten Online-Auktion von Gegenständen zusammen mit der Stiftung St. Michaelis und Hamburg Leuchtfeuer wiederholt.

2022 wurde dem langjährigen ehrenamtlichen Helfer der Organisation, Uwe Borutta, das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Weblinks Eigene Homepage Imagefilm. youtube. Kurzporträt incl. Video. hamburg.de

Einzelnachweise

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