Berndorf (fränkisch ebenfalls BerndorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 47. Dort folgendermaßen transkribiert: „bęrndorf“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lehrberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Berndorf liegt in der Gemarkung Obersulzbach.

Geografie Durch das Dorf fließt der Berndorfer Bach, ein linker Zufluss des Emischbachs, der rechts in den Sulzbach fließt. Dieser mündet rechts in die Fränkische Rezat. Im Norden erhebt sich der Vogelbuck, dahinter liegt das Heiligenholz, im Süden grenzt das Waldgebiet Altes Schloß an. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Untersulzbach zur Kreisstraße AN 2 (1,3 km nordöstlich) bzw. zur AN 2 bei Obersulzbach (0,8 km nördlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Colmberg zur Staatsstraße 2255 (2,5 km nordwestlich).

Geschichte Der Ort wurde 1319 als „Berndorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist entweder der Personenname Bero oder der Bär. Im ersten Fall würde auf den Gründer der Siedlung verwiesen werden, im zweiten Fall darauf, dass es in der Umgebung Bären gab.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 47.

Ungefähr 500 Meter südwestlich von Berndorf befindet sich auf einem Plateau der denkmalgeschützte Burgstall des großen, runden Turmhügels Altes Schloss, der im Volksmund „Alte Burg“ genannt wird. Die Burg war wohl Sitz der Ritter von Geißendorf, die zur Colmberger Burgmannschaft zählten.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Berndorf 17 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren Stiftsamt Ansbach (12 Anwesen), das Kastenamt Colmberg (1) und das Vogtamt Birkenfels (4). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stiftsamt Ansbach.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 345. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 679.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Berndorf 14 Anwesen. Das Hochgericht übte das Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stiftsamt Ansbach. Grundherr über alle Anwesen war das Fürstentum Ansbach (Stiftsamt Ansbach: 1 Dreiviertelhof, 6 Köblergüter, 3 Söldengütlein; Kastenamt Colmberg: 4 Köblergüter). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 837.Nach (= J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 359 f.) soll es 19 Untertansfamilien gegeben haben. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1005.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Berndorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Obersulzbach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Obersulzbach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.Nach K. Rosenhauer soll Berndorf bis 1818 eine Gemeinde gewesen sein. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Mai 1978 nach Lehrberg eingemeindet.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2008Einwohner 72 88 85 86 79 78 90 89 75 77 74 67HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 21 17 16 17 18 16 15 17 Quelle

Religion Berndorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Maria (Obersulzbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Dionysius (Virnsberg) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Lehrberg) Kategorie:Ersterwähnung 1319