Wilhelm Meyer-Schwartau, eigentlich Wilhelm Meyer, (* 28. Juni 1854 in Schwartau; † 14. August 1935 in Stettin; vollständiger Name: Wilhelm Friedrich Adolf Meyer) war ein deutscher Architekt, preußischer Baubeamter und Architekturschriftsteller. mini|Städtisches Museum Stettin und Hakenterrasse in Stettin mini|hochkant|Grabstein des Familiengrabes auf dem Stettiner Hauptfriedhof
Leben Meyer-Schwartau studierte Architektur an der Berliner Bauakademie bei Friedrich Adler und war danach als Architekt und Denkmalkonservator in Speyer und Worms tätig. 1883 erhielt er von der Technischen Hochschule in Berlin unter 21 Bewerbern das Stipendium der Louis-Boissonet-Stiftung mit dem Auftrag, eine bau- und kunsthistorische Dokumentation des bis dahin unzureichend erforschten Speyerer Doms anzufertigen.Karl-Markus Ritter: Forschen und Gestalten. Das Wirken des Architekten Wilhelm Meyer-Schwartau und seine Forschungen am Speyrer Dom. In: Pfälzer Heimat. Band 45, Heft 1, März 1994. Außer der großen häuslichen Probearbeit Meyers, einem Entwurf zu einem fürstlichen Schlosse in romanischem Stile, trug eine entscheidend zu seinem Erfolg bei.
Von 1891 bis 1921 wirkte Meyer-Schwartau als Stadtbaurat in Stettin, wo er an zahlreichen städtischen Bauprojekten beteiligt war, u. a. auch am Bau der monumentalen Anlage des Hauptfriedhofs. Im Entwurf hielt er sich an die Auffassung Karl Hinckeldeyns, der forderte, die Schönheit der Landschaft in das Bauprojekt zu integrieren. Meyer-Schwartau arbeitete eng mit Bürgermeister Hermann Haken zusammen. 1901 erhielt Meyer-Schwartau von der Stadtverwaltung den Auftrag, Pläne für den Bau einer Terrassenanlage mit einem im Zentrum stehenden Museumsgebäude auf dem Gelände der ehemaligen Festung zu entwickeln.Martin Wehrmann: Geschichte der Stadt Stettin. Weltbild, Augsburg 1993, ISBN 3-89350-119-3, S. 507 (unveränderter Nachdruck der Ausgabe von Stettin 1911).Beate Störtkuhl (Hrsg.): Hansestadt – Residenz – Industriestandort. In: Beiträge der 7. Tagung des Arbeitskreise deutscher und polnischer Kunsthistoriker in Oldenburg, 27.-30. September 2000. Oldenbourg, München 2002, S. 154. (eingeschränkte Vorschau, books.google.de). Südlich des Museumsgebäudes sollte die Landesversicherungsanstalt Pommern, nördlich davon das Gebäude der Bezirksregierung Stettin mit der Wohnung des Regierungspräsidenten gebaut werden. Unterhalb des Museumsgebäudes entstand eine Aussichtsterrasse, die von zwei Pavillons flankiert ist. Von diesen Pavillons führen repräsentative Treppenläufe hinab zum Vorplatz, der sich mit einer Brunnennische und zwei stilisierten Leuchttürmchen zur Uferpromenade der Oder und zum Fluss hin öffnet. Die Verwirklichung der Gesamtanlage wurde im Herbst 1902 in Angriff genommen; der Bau der Terrasse war im Winter 1907 vollendet. Das Museumsgebäude des Städtischen Museums Stettin, das heute ein Schiffahrtsmuseum beherbergt, wurde 1908–1913Tomasz Torbus: Polen – Reisen zwischen Ostseeküste und Karpaten, Oder und Bug. DuMont, Köln 2002, S. 300. (eingeschränkte Vorschau, books.google.de). errichtet. Meyer-Schwartau war um 1910 Vorsitzender des Preisgerichts im Architekturwettbewerb für den Stettiner Bismarckturm.
Werk Bauten (Auswahl, sämtlich in Stettin) 1894–1897: Gertrudskirche 1899 und 1905–1906: Umbau und Erweiterung des Stadttheaters 1900–1901: Entwurf und teilweise Ausführung der Bauten im Hauptfriedhof Stettin (mit Gartendirektor Hannig) 1900–1902: Städtisches Verwaltungsgebäude, Magazinstraße 1901–1903: Stadtgymnasium 1905: Oberpostdirektion 1905: Polizeipräsidium 1902–1907: Hakenterrasse 1904–1905: Erweiterungsbau des Krankenhauses 1908–1909: Bismarck-Schule 1911–1913: Städtisches Museum Stettin auf der Hakenterrasse Tuberkulose-Krankenhaus HohenkrugKarl Hagemann, Hermann Bräuning: Das TBC-Krankenhaus, die Bauanlage in Hohenkrug. 1931 (27 Seiten). Erweiterungsbauten des Schlachthofes Hauptzollamt Oskar-Stift Viehhof Parkhaus
Schriften Der Dom zu Speier und verwandte Bauten. Berlin 1893.
Literatur
Karl-Markus Ritter: Der Stettiner Architekt Wilhelm Meyer-Schwartau. In: Stettiner Bürgerbrief, 1994, Heft 20, S. 37–45. Brigitte Hartel, Bernfried Lichtnau (Hrsg.): Architektur in Pommern und Mecklenburg 1850 bis 1900. Peter Lang, Frankfurt am Main / Berlin / Bern 2004 (= Kunst im Ostseeraum – Greifswalder Kunsthistorische Studien, Band 4).
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Einzelnachweise
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