Haidgau ist ein Stadtteil von Bad Wurzach im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg in Deutschland.
Lage Haidgau liegt westlich von Bad Wurzach bzw. dem Naturschutzgebiet Wurzacher Ried, direkt an der Ostseite des Haisterkircher Rücken. Der Ort befindet sich an der Landesstraße L300, welche Haidgau mit Haisterkirch verbindet, diese führt über den Haidgauer Berg, einen Abschnitt des Haisterkircher Rücken, und stellt die einzige Straße mit Fahrspuren in beide Richtungen über diesen Höhenzug dar. Zudem liegt Haidgau nördlich des Naturschutzgebietes Rohrsee.
Die Gemarkung Haidgau umfasst große Teile des Wurzacher Rieds, welches von der EU als europäisches Vogelschutz- und FFH-Gebiet („Natura 2000“) ausgewiesen wurde.
Geschichte Haidgau wurde erstmals 797 urkundlich erwähnt und ist somit eine der ältesten Ansiedlungen in Oberschwaben. 1362 erwarb die Prämonstratenserabtei Rot an der Rot das Patronat in Haisterkirch, zu dem auch Haidgau, Gwigg und Molpertshaus als Filialen gehörten.Hermann Tüchle und Adolf Schahl: 850 Jahre Rot an der Rot, Geschichte und Gestalt. Aufnahmen von Joachim Feist. Sigmaringen, Thorbecke, 1976, S. 15. ISBN 3-7995-4012-1. Dort verblieb Haidgau bis zur Säkularisation 1803. Am Ort existierte früher ein Unternehmen zum Torfabbau, dessen Feldbahn und Gebäude größtenteils erhalten und durch die Torfbahn im Wurzacher Ried erschlossen sind. Zudem ist von Haidgau aus der Zugang ins Wurzacher Ried möglich.
Am 1. Januar 1973 wurde Haidgau nach Bad Wurzach eingemeindet.
Bauwerke In Haidgau befindet sich die Pfarrkirche St. Nikolaus, die vom Mittelalter bis 1803 von Prämonstratensern aus Rot an der Rot betreut wurde.Hermann Tüchle und Adolf Schahl: 850 Jahre Rot an der Rot, Geschichte und Gestalt. Aufnahmen von Joachim Feist. Sigmaringen, Thorbecke, 1976, S. 15. ISBN 3-7995-4012-1. Die kirchliche Gemeinde gehört zum Dekanat Allgäu-Oberschwaben in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Der Ort verfügt über eine Grundschule und Kindergarten. Im Ort gibt es eine Schalmeiengruppe (D’Hoigamer Schtroßa hup’r e. V.), einen Musikverein, Narrenzunft und eine Blutreitergruppe.
Infrastruktur Haidgau verfügt über einen Kindergarten mit zwei Gruppen für maximal 50 Kinder. Im Rathaus ist die Ortschaftsverwaltung untergebracht, ebenso ist die Bücherei von Haidgau im Rathaus untergebracht.
Sport- und Freizeitanlagen Turn- und Festhalle (Dorfmitte) Schützenhaus (Westrand, Weg Richtung St. Sebastiane) Sportplatz (außerhalb Richtung Riedschmiede) Spielplatz (direkt am Sportplatz)
Vereine Musikkapelle Haidgau e. V. Narrenzunft Haidgau e. V. Schützenverein Haidgau e. V. Sportgemeinschaft Haidgau e. V.
Literatur Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band 7: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4.
mini|hochkant|Narr im Häs der Haidgauer Narrenzunft Chadaloh
Weblinks
Haidgau bei leo-bw, dem landeskundlichen Informationssystem Baden-Württemberg Offizielle Internetseite der Stadt Bad Wurzach
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ravensburg) Kategorie:Ort im Landkreis Ravensburg Kategorie:Geographie (Bad Wurzach) Kategorie:Ersterwähnung 797 Kategorie:Gemeindeauflösung 1973 Kategorie:Ort in Oberschwaben