Marika Karin Louise Lagercrantz (* 12. Juli 1954 in Solna) ist eine schwedische Schauspielerin.
Leben Marika Lagercrantz wurde 1954 als Tochter des schwedischen Schriftstellers Olof Lagercrantz in Solna geboren. Ihr jüngerer Bruder David Lagercrantz ist ein bekannter schwedischer Journalist und Autor. Im Jahr 1965 stand die damals elfjährige Marika Lagercrantz erstmals in dem Spielfilm Modiga mindre män vor der Kamera.
Auf der Suche nach einer Schauspielschule zog sie zunächst nach Malmö. Dort kam sie in Kontakt mit verschiedenen Studiobühnen, aber auch mit dem Pädagogen Ingemar Lind, dem dänischen Odin Teatret und den Ideen Jerzy Grotowskis. In Stockholm traf Lagercrantz auf den US-amerikanischen Schauspieler Chris Torch, einem früheren Mitglied des Living Theatre. Mit ihm und weiteren gründete sie 1977 die vornehmlich auf Straßen und Plätzen auftretende Theatergruppe Jord Cirkus, die auch Tourneen durch ganz Europa und in die USA unternahm. Das Kollektiv lebte und arbeitete in einem besetzten Haus im Stockholmer Stadtteil Mullvaden.Marika Lagercrantz in der Svensk Filmdatabas (schwedisch), zuletzt abgerufen am 23. Mai 2018
Zu Beginn der 1980er-Jahre begann ihre Karriere als Film- und Fernsehschauspielerin. Sie wirkt fast ausschließlich in skandinavischen Film- und Fernsehproduktionen mit. Im deutschsprachigen Raum ist sie durch ihre Darstellung der Viola in Schön ist die Jugendzeit und der Cecilia Vanger in der international erfolgreichen Stieg-Larsson-Romanverfilmung Verblendung bekannt geworden.
Als Schauspielerin und Regisseurin war Lagercrantz in mehreren Produktionen auch in Deutschland tätig. Seit dem 1. September 2011 ist sie Kulturrätin der Schwedischen Botschaft in Berlin. Marika Lagercrantz ist mit dem schwedischen Schauspielerkollegen Peter Bergared verheiratet. Das Ehepaar hat drei gemeinsame Töchter und lebte bis 2011 zusammen in Bagarmossen, einem Vorort von Stockholm.Von der Bühne zur Botschaft: Marika Lagercrantz, Audiointerview bei Radio Schweden/Sveriges Radio vom 31. August 2011, zuletzt abgerufen am 21. Juli 2014
Zwischen 2011 und 2014 war Lagercrantz Botschaftsrätin für Kultur an der schwedischen Botschaft in Deutschland. Von 2015 bis 2021 war sie Vorsitzende des Kooperationsrates der schwedischen künstlerischen und schriftstellerischen Berufsverbände.
Filmografie (Auswahl) Jahr Titel Rolle Bemerkungen 1980 Ett drömspel Agnes Fernsehfilm 1989 Im Zeichen der Schlange (Kronvittnet) Leonie Spielfilm 1992 Todesspur für Isabell Gabriella Fernseh-Miniserie 1993 Ein Leben für Rita (Drömmen om Rita) Rita Spielfilm 1993 Großvaters Reise (Morfars resa) Karin Spielfilm 1993 Schwarze Ernte (Sort hørt) Line Uldahl-Ege Spielfilm 1995 Vendetta Eva-Britt Spielfilm 1995 Schön ist die Jugendzeit (Lust och fägring stor) Viola Fernsehserie 2000 Judith Rosalyn Ankarcrantz Fernsehfilm 2000 Gossip Karin Kalters Spielfilm 2000 Reißende Wasser (Järngänget) Kommissarin Lindberg Spielfilm 2004 Barnavännen Mamma Spielfilm 2006 Min frus förste älskare Vivi Spielfilm 2009 Verblendung (Män som hatar kvinnor) Cecilia Vanger Spielfilm 2009 Der Kommissar und das Meer – Der sterbende Dandy (Kommissarien och havet – Den döende dandyn) Monika Wallin Fernsehreihe, Episodenrolle 2010 Sweaty Beards Sjöunn Spielfilm 2010 Maria Wern, Kripo Gotland – Schneeträume (Maria Wern – Drömmar ur snö) Ruth Mårtensson Fernsehreihe, Episodenrolle 2012 Jävla pojkar Birgitta Spielfilm
Auszeichnungen und Nominierungen 1996: Guldbagge: Nominierung als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in Schön ist die Jugendzeit
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Kinderdarsteller Kategorie:Schwede Kategorie:Geboren 1954 Kategorie:Frau