Die International Central European Hockey League (kurz ICE HL, früher Erste Bank Eishockey Liga, Österreichische Eishockey-Liga) ist eine multinationale Eishockeyliga und zugleich höchste Spielklasse im österreichischen Eishockey. Die Liga ist seit der Saison 2005/06 als eigenständiger Verein organisiert mit Teilnehmern aus Italien, Österreich, der Slowakei, Slowenien, Ungarn und Tschechien. Parallel zum Liga-Champion wird unter den österreichischen Teilnehmern der österreichische Meister ausgespielt. Die höchste österreichische Spielklasse existiert seit der Saison 1965/66. Bis zur Saison 2005/06 handelte es sich um eine rein österreichische Liga, seit der Spielzeit 2006/07 nehmen auch Vereine aus dem umliegenden Ausland daran teil.
2003 wurde die Erste Bank Namenssponsor, bis 2020 firmierte die Liga daher unter dem Namen Erste Bank Eishockey Liga (EBEL). In der Folgespielzeit erfolgte der Schritt zur internationalen Liga. Von Juli 2020 bis Ende Februar 2022 war bet-at-home Titelsponsor, seit März 2022 ist der österreichische Wettanbieter win2day neuer Sponsor. Die Liga wurde in ICE umbenannt, wobei ICE als Abkürzung von International Central European Hockey League (Internationale Mitteleuropäische Eishockeyliga) verstanden wird, die auch dem englischen Wort für Eis entspricht.
Von der Saison 2005/06 bis zur Saison 2008/09 war Karl Nedwed Präsident der EBEL. Vom 4. September 2009 bis im Dezember 2013 war es Karl Safron.hockeyfans.at: Neues EBEL Präsidium Ihm folgte Peter Mennel, der im Juli 2019 das Amt wieder abgab.Peter Mennel neuer EBEL-Präsident, Bericht auf kurier.at vom 11. Dezember 2013.erstebankliga.at Nach seinem Rücktritt übernahm Karl Safron wieder interimistisch das Amt. Im Jänner 2020 wurde Jochen Pildner-Steinburg zum Präsidenten gewählt, nahm aber wegen unterschiedlicher Rechtsauffassung bezüglich des Ergebnisses die Wahl erst im Juli 2020 an.
Geschichte Vorgänger der heutigen Liga waren seit 1923 verschiedene Meisterschaften, deren Gewinner auch heute als offizielle Träger des Titels Österreichischer Meister geführt werden. In den Jahren 1936 bzw. 1939 bis 1945 fand keine Meisterschaft statt. Während des Zweiten Weltkrieges nahmen einige Vereine an der Deutschen Eishockey-Meisterschaft teil, weshalb der Wiener EV (1940) und der EK Engelmann Wien (1939) in ihrer Vereinsgeschichte auch einen Deutschen Meistertitel aufweisen können.
Gründung siehe auch Eishockey in Österreich
Bis zur Saison 1964/65 wurde die österreichische Meisterschaft in einer einzelnen landesweiten Liga ausgespielt, die Nationalliga A genannt wurde. Darunter gab es unter der Sammelbezeichnung Nationalliga B mehrere regionale Gruppen. Bis zur genannten Saison gab es insgesamt acht Vereine in der Nationalliga A: EC KAC, Innsbrucker Eislaufverein (IEV), Wiener Eissport-Vereinigung (WEVg), Sportverein Ehrwald (SVE), EK Zell am See (EKZ), ATSE Graz und Salzburger Eislaufverein (SEV).
Da die einzelnen Vereine jedoch in stark unterschiedlichen wirtschaftlichen und sportlichen Klassen spielten, beschloss der österreichische Eishockey-Verband in einer Sitzung am 15. Mai 1965, das Teilnehmerfeld aufzuspalten. Der Meister sollte in einer nunmehr Bundesliga genannten ersten Klasse von nur noch vier Vereinen ausgespielt werden. Für die nächsten vier Saisonen sollte es keinen Absteiger geben, stattdessen sollte der jeweilige Meister der zweiten Spielklasse, die weiterhin Nationalliga B hieß, aufsteigen und so nach und nach das Teilnehmerfeld wieder aufstocken.
Zur selben Zeit wurde die Professionalisierung der ersten Liga vorangetrieben, da seitens des ÖEHV die Erkenntnis reifte, dass eine Verbesserung des Liga-Niveaus im Rahmen der Möglichkeiten einer semiprofessionellen Organisation nicht mehr gelingen konnte.
1965 bis 1970 – Die ersten Spielzeiten Begonnen wurde die Bundesliga in der Saison 1965/66 mit dem EC KAC, dem IEV, dem WEVg und dem KEC (Kitzbüheler Eishockey-Club). Erster Meister der neuen Liga wurde der EC KAC, das erste Bundesligator wurde jedoch von Erhart Hermann vom Innsbrucker EV erzielt. Gespielt wurde eine vierfache Hin- und Rückrunde ohne Playoffs.
In der Saison 1966/67 stieß der ATSE Graz zum Teilnehmerfeld, in der Saison darauf die VEU Feldkirch. Der achte Verein hieß schließlich EK Zell am See und nahm in der Saison 1968/69 erstmals an der Bundesliga teil. In dieser Spielzeit wurde auch eine Modusänderung beschlossen: nach dem Grunddurchgang wurde der Sieger in einer Meisterrunde ausgespielt. Die letzten drei Teams spielten um den Verbleib in der Bundesliga, wobei der Letzte gegen den Meister der Oberliga in die Relegation musste. Dieser Modus wurde auch in der folgenden Saison beibehalten.
In diesen Zeitraum fiel die Verbandstagung am 24. Juni 1967 in Mödling, bei der den Klubs erlaubt wurde, 2 ausländische Spieler zu engagieren und auch einzusetzen. Es gab aber die Beschränkung, dass auch der Gegner zwei oder einen einsetzt; falls dieser keinen einsetzt, war nur ein Nicht-Österreicher erlaubt. Ein weiterer Beschluss war: „Es wird weiterhin 6 Klubs geben, erst ab 1968/69 wird die Bundesliga auf 8 Klubs aufgestockt – die Nationalliga wird nicht mehr in A und B aufgeteilt und es wird auch dort 8 Klubs geben. Die Bundesligavereine sollen in Zukunft neben einer Jugendmannschaft auch eine solche der Schüler führen. Vor den Bundesligaspielen werden künftighin die Jugendmannschaften der betreffenden Klubs das Vorspiel bestreiten.“„Eishockey: Zwei Ausländer pro Klub“ in «Kärntner Tageszeitung» Nr. 141 vom 25. Juni 1967, S. 7, unten
1970 bis 1980 – Dominanz des EC KAC Die Meisterschaft 1970/71 wurde bei insgesamt acht Mannschaften erstmals in vier Durchgängen gespielt, womit es für jeden Klub 28 Matches gab. Der Grazer AK hatte nicht nur eine Fußballmannschaft in der höchsten Spielklasse, die Eishockeyabteilung konnte mit dem Oberliga-Meister auch in der als Bundesliga bezeichneten höchsten Liga spielen. Die Oberliga wurde ab nun zwecks Kostenersparnis in eine West- und Ostgruppe geteilt.
Der EC KAC dominierte in den 1970er Jahren die Liga und holte insgesamt acht Mal den Meistertitel nach Klagenfurt. Lediglich der ATSE Graz konnte diese Dominanz mit zwei Grazer Titeln brechen. Bei den übrigen Mannschaften gab es einige Wechsel zwischen Bundesliga und der zweithöchsten Spielklasse. Mehrmals wurde der Modus gewechselt, drei Mal kam der neue Playoff-Modus nach kanadischem Vorbild zur Anwendung. In den beiden letzten Spielzeiten wurde der Sieger wieder in einer Meisterrunde ermittelt, in der die nach dem Grunddurchgang bestplatzierten Teams noch einmal eine oder mehrere Hin- und Rückrunden gegeneinander spielten.
In diesen 1970er Jahren wurde auch die Professionalisierung der Liga weiter vorangetrieben. Die Budgets der teilnehmenden Mannschaften stiegen und es kamen vermehrt Legionäre zum Einsatz. Außerdem wurde in der Saison 1970/71 zum ersten Mal eine überregionale Schülerliga veranstaltet, um auch den Eishockey-Nachwuchs zu fördern. 1972 wurde auch die Helmpflicht eingeführt, was die bis dahin eher kaum mit Schutzkleidung ausgestatteten Spieler anfangs irritierte. Der Nachteil der neuen Regelung war, dass es dadurch anfangs wesentlich mehr Tätlichkeiten mit dem Stock gegen Kopf und Nacken der Spieler gab, jedoch normalisierte sich dies bald. Ab 1973 war auch eine Kunsteisbahn für jeden Teilnehmer vorgeschrieben.
Zu einem Kuriosum kam es in der Spielzeit 1972/73. Dem WEV wurden 16 Punkte in der Tabelle abgezogen, da die Mannschaft einen nicht spielberechtigten Legionär eingesetzt hatte. Dabei war aber übersehen worden, dass der fragliche Spieler, Paul Kremz, ein gebürtiger Tschechoslowake, bereits seit 1971 beim WEV gespielt hatte und die ganze Affäre nur durch dessen Einbürgerung offenkundig wurde.
Die Legionärsproblematik war auch schon damals an der Tagesordnung, als der ÖEHV 1973 beschloss, 1975/76 und 1976/77 nur noch einen Legionär pro Mannschaft zuzulassen. Geplant war, ausländische Spieler danach ganz zu verbieten, da man sich davon eine Verbesserung einheimischer Spieler erhoffte. Bereits in dieser Zeit nutzten viele Teams aber die Möglichkeit der Einbürgerung, sodass es binnen kürzester Zeit zu einer Schwemme an sogenannten „Austros“ kam, also Spielern mit einer Doppelstaatsbürgerschaft. Dies konnte vom ÖEHV aber durch einige Kompromisse in den Statuten abgemildert werden. Das geplante Verbot von Legionären trat zwar nie in Kraft, aber einige Teams hatten trotzdem auf die Verpflichtung ausländischer Spieler verzichtet. Hier schrieb der ÖEHV vor, dass die übrigen Mannschaften gegen diese nur maximal einen Legionär einsetzen durften.
1975 wurde außerdem beschlossen, dass der Torhüter sich im Falle eines Schadens an seiner Ausrüstung auswechseln lassen musste, da bis dahin oft versucht worden war, durch das In-Ordnung-Bringen der Torhüterausrüstung Zeit zu schinden. 1978 handelte der frischgebackene ÖEHV-Präsident Hans Dobida mit dem ORF den ersten TV-Vertrag aus, der die Live-Übertragung von Meisterschaftsspielen im Fernsehen ermöglichte.
1980 bis 1990 – Professionalisierung der Liga In den Achtzigern zeichnete sich zunächst eine problematische Entwicklung ab, da die Bundesliga-Mannschaften allesamt aus relativ weit auseinanderliegenden Gebieten stammten und so der laufende Meisterschaftsbetrieb hohe Reisekosten verursachte. Gleichzeitig wurde versucht, die Leistungen der Schiedsrichter zu verbessern, da es angesichts des sich stetig steigernden Niveaus der Liga immer öfter zu fragwürdigen Entscheidungen kam. So wurde 1982 ein Beobachtungssystem eingeführt und ein neu gebildeter Ausschuss griff in strittigen Fragen ein.
Einen wahren Boom des Zuschauerinteresses löste der Aufstieg des Nationalteams in die B-Gruppe aus. Der Erfolg der Nationalmannschaft ließ auch die Zuschauerzahlen der Bundesligavereine steigen, wo jedoch hin und wieder zu großzügig gewirtschaftet wurde, sodass mehrmals Teams nur knapp am Konkurs vorbeischlitterten. Angesichts dessen zeigten die Klubs nun auch vermehrt Bereitschaft, in Fragen des Nachwuchses und der Organisation der Liga zusammenzuarbeiten. Die „Stiftung zur Förderung des österreichischen Jugend-Eishockeysports“ stellte zusätzlich Mittel zur Verfügung, sodass die Zahl der nachrückenden Spieler nach und nach stieg. Dennoch brachen mehrere Mannschaften aus dem Teilnehmerfeld weg. Der Konkurs des SV Kapfenberg im Jahr 1984 machte deutlich, dass die Ressourcen begrenzt waren, aber auch der WAT Stadlau hatte Mitte der Achtziger Probleme, nach mehreren großen Investitionen den Spielbetrieb aufrechterhalten zu können und musste 1985 schließlich auf eine Teilnahme an der Bundesliga verzichten. In der Saison 1983/84 lief bei den Stadlauern sogar deren 48-jähriger Trainer Walter Znehnalik als Spieler ein.
Für die Meisterschaft 1986/87 war der Einsatz von zwei Legionären und drei so genannten Transferkartenspielern (Austrokanadiern) erlaubt, doch konnten die beiden Letzten der Bundesliga und auch der Aufsteiger noch einen dritten Legionär einsetzen.
Die Meisterschaft 1988/89, die am 30. September begann, wurde nur mit sechs Klubs und ohne Play-off-Modus gespielt. Beim EC KAC wurde der langjährige Erfolgstrainer Bill Gilligan durch Roger Lamoureux ersetzt. Der WEV wechselte wegen Erfolglosigkeit Ende Oktober 1988 (die Mannschaft lag nach 6 Matches am vorletzten Platz; am Wochenende 16./17. Oktober hatte es in Villach beim EC VSV ein 0:5 gegeben) seinen Trainer; Walter Znehnalik (sen.) löste Gerhard Hausner ab.