rechts|278x278px Joan Chase Hinton (; geboren am 20. Oktober 1921; gestorben am 8. Juni 2010 bei Peking) war eine US-amerikanische Kernphysikerin.

Hintergrund Hinton war eine der wenigen Frauen, die am Manhattan-Projekt in Los Alamos mitarbeitete. Unter anderem war sie am Bau der ersten Kernreaktoren unter Leitung von Enrico Fermi beteiligt und war Augenzeugin des Trinity-Tests. Nach dem militärischen Einsatz der Atombombe in Japan wurde sie eine entschiedene Gegnerin der Kernwaffen. Ab 1949 lebte sie als überzeugte Maoistin in der Volksrepublik China, wo sie und ihr Ehemann Erwin Engst in der sozialistischen Landwirtschaft arbeiteten. Dort entwickelte sie auch landwirtschaftliche Maschinen wie eine automatische Melkmaschine. Sie lebte auf einer Farm nördlich von Peking bis zu ihrem Tod am 8. Juni 2010.

Ihr Ururgroßvater war der englische Mathematiker und Wegbereiter der Informatik George Boole. Auch ihr Urgroßvater Charles Howard Hinton war Mathematiker und gilt als früher Science-Fiction-Autor. Hintons Mutter Carmelita war Pionierin im Pädagogik-Bereich und gründete 1935 die ko-edukative Putney School in Vermont. Ihr Vater Sebastian Hinton war Rechtsanwalt und Erfinder des Klettergerüsts. Ihr Bruder William H. Hinton wurde weltweit bekannt durch sein 1966 veröffentlichtes Buch Fanshen: A Documentary of Revolution in a Chinese Village. Ihr Sohn Fred Engst ist Professor für Ökonomie in Běijīng.

Literatur Juliet de Lima-Sison (Hg.), Dao-yuan Chou: Silage Choppers & Snake Spirits. The Lives & Struggles of Two Americans in Modern China. Ibon, Quezon 2009, ISBN 978-971-0483-37-2 (Biografie von Joan und Sid Hinton). William Grimes: Joan Hinton, Physicist Who Chose China Over Atom Bomb, Is Dead at 88. In: The New York Times. 11. Juni 2010.

Einzelnachweise

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