Wüstendorf (fränkisch: WiastndorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 208. Dort folgendermaßen transkribiert: „wīəstndorf“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lehrberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Wüstendorf liegt in der Gemarkung Brünst.

Geografie Der Weiler liegt am Wernsbach, der mit dem Zellbach (links) zur Rippach zusammenfließt, und am Kohlbach, der dort als rechter Zufluss in den Wernsbach mündet. Im Osten grenzen die Waldgebiete Berlach und Rehlesholz an. 0,75 km nordwestlich liegen die Brandhölzer. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Gödersklingen zur Staatsstraße 2255 (1,7 km nordwestlich) bzw. nach Schmalach ebenfalls zur St 2255 (1,4 km westlich), an der Alexandermühle vorbei nach Wernsbach zur Kreisstraße AN 10 (2 km südöstlich) und nach Moratneustetten (2 km nordöstlich).

Geschichte Der Ort wurde im Würzburger Lehenbuch von 1317 als „Wustendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Aus dem Ortsnamen kann geschlossen werden, dass die Siedlung an einem unbebauten, wüsten Platz gegründet wurde (siehe dazu auch bei Wüstenbruck).E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 208.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Wüstendorf 8 Anwesen (1 Hof, 6 Güter, 1 Leerhaus). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Stiftsamt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 934.Nach (= J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 492) waren nur sechs der acht Untertansfamilien ansbachisch. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 982.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Wüstendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Brünst und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Brünst zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1978 nach Lehrberg eingemeindet.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2008Einwohner 53 43 57 61 61 54 44 46 68 46 34 29HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 9 9 11 11 9 9 8 8 Quelle

Religion Wüstendorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannes (Wernsbach bei Ansbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.

Wanderwege Durch den Ort führen die Fernwanderwege Ansbacher Weg und Roter Tropfen.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Lehrberg) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1317