Trebbin ist eine amtsfreie Stadt im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Als ehemaliger Wohnort des märkischen Eulenspiegels Hans Clauert trägt sie den inoffiziellen Beinamen Clauertstadt.
Geografie mini|Kirche in Blankensee Trebbin liegt zwischen Teltow und dem Fläming am Rande der Nuthe-Nieplitz Niederung und östlich der Nuthe etwa 36 Kilometer südlich von Berlin. Die Stadt liegt an der östlichen Grenze des Naturparks Nuthe-Nieplitz bzw. mit einigen Ortsteilen auch im Naturpark. Der Ortsteil Blankensee befindet sich am gleichnamigen See. Der Ortsteil Glau liegt an den Glauer Bergen. Westsüdwestlich von Trebbin lag im Mittelalter die früh wüst gefallene Siedlung Strassow.
Stadtgliederung Trebbin besteht aus den Ortsteilen Blankensee Christinendorf Glau Großbeuthen mit dem Gemeindeteil Kleinbeuthen Klein Schulzendorf Kliestow Löwendorf Lüdersdorf Märkisch Wilmersdorf Schönhagen Stangenhagen Thyrow Wiesenhagen
sowie den Wohnplätzen: Ebelshof, Eichenhof, Finkenberg, Forsthaus Altlenzburg, Forsthaus Lenzburg, Freie-Scholle-Siedlung, Kolonie Thyrow, Paulshöhe, Plantage, Priedel, Schönblick, Seeblick und Ziegelei.
Geschichte und Etymologie Stadtname Für den Stadtnamen Trebbin sind nach Gerhard Schlimpert zwei Deutungen möglich. Die polabische Form Trebin könnte als Ort des Treba gedeutet werden (vgl. den polnischen Personennamen Trzeba, davon abgeleitet Trzebin, oder tschechisch Třeba, davon abgeleitet Třebin). Möglich ist auch eine polabische Grundform Trebyn- = Siedlung auf der Rodung (vgl. niedersorbisch tŕebiś = reinigen, roden). Die Stadt selbst stützt sich in einer Informationsbroschüre ebenfalls auf den westslawischen Ursprung und leitet es von trzebienie = Rodung ab.Stadt Trebbin (Hrsg.): Der Rote Teppich in Trebbin – Eine Informationsbroschüre zur Stadtsanierung, August 2006, S. 20.
13. bis 16. Jahrhundert mini|links|Brakteatenhort von Trebbin (13. Jahrhundert) im Bode-Museum Berlin Trebbin ist eine frühdeutsche Herrschaftsbildung, die entweder durch das Erzbistum Magdeburg oder aber durch ein bisher nicht genau zu bestimmendes Adelsgeschlecht vorgenommen wurde. Als sicher gilt, dass es in Kliestow einen slawischen Burgwall gab, dessen Bewohner mit der Gründung der Burg sich nach und nach stärker nach Norden orientierten.Heimatverein Trebbin (Hrsg.): Geschichte der Burg Trebbin, Faltblatt, ohne Datumsangabe, S. 8 1213 wurde Trebbin erstmals urkundlich erwähnt. Die Geschichte Trebbins beginnt namentlich mit Arnoldus de Trebin, der 1213 die Burg Trebbin als Lehen besaß. Am 28. Dezember 1216 erschien der Burgward Trebbin zusammen mit anderen Orten u. a. mit Luckenwalde in einer Urkunde des Bischofs zu Brandenburg. Zur Burg Trebbin gehörte auch ein kleiner Herrschaftsbereich, die Vogtei Trebbin, aus der sich im Spätmittelalter das Amt Trebbin bildete. Durch urkundlich nicht belegte Veränderungen schrumpfte das ursprüngliche Territorium der Vogtei Trebbin stark. Das spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Amt Trebbin verwaltete neben der Stadt Trebbin nur noch vier Orte in der näheren Umgebung. mini|Karte der Stadt Trebbin, Ausschnitt aus der Schmettau’sche Karte aus den Jahren 1767 bis 1787. Am unteren Stadtrand Bezeichnung altes Amt (= Burg) Die Stadt erhielt 1315 ihre selbstständige Gerichtsbarkeit. Um 1375 stand Trebbin als markgräfliches Municio im Territorium Teltow unter Verwaltung des Ritters Nickel von Beckenburg und wurde im Landbuch Karls IV. als „sehr dürftiges Oppidum“ beschrieben. Im Jahr 1412 erschienen Schloss und Stadt Trebbin. Die Verwaltung wurde durch einen Bürgermeister mit Ratmannen ausgeführt, die jährlich wechselten (um 1500). Es entstand ein Marktflecken, der sich längs der Hauptstraße entwickelte. Im Jahr 1472 erschien das kurfürstliche „Städtchen“ mit Pfarrkirche und kurfürstlicher Mühle. Die Stadt hatte ein bedeutendes Zollamt. Im (vor?) Jahr 1497 gab es einen freien Hof mit drei Hufen und drei Wiesen „bei der Mühel“, der im Besitz derer von Thümen war. Sie erhielt 1505 das Marktrecht. Zu dieser Zeit umgab die Stadt eine Befestigung mit drei Stadttoren: das Luckenwalder Tor, das Berliner Tor sowie das Mühlentor. Nach Westen dehnte sich die Stadt aus und bezog einen Kietz ein, der am Ostufer der alten Nuthe entstanden war. Um 1534 gab es eine Pest-Epidemie. Ihr fielen mehr als 300 Menschen zum Opfer. Trebbin wurde damals durch mehrere Brände in Schutt und Asche gelegt. Der Thümsche Besitz wurde 1543 nochmals bestätigt und gelangte 1572 an die Familie von Treskow. Einen weiteren Stadtbrand gab es 1565, bei dem nur noch die Kirche und wenige Häuser übrigblieben. Zahlreiche Bewohner entschieden zu dieser Zeit, vor den Stadttoren zu siedeln: Die Trebbiner Neustadt entstand. Im Jahr 1566 brach wiederum die Pest aus. Die Freiheiten und Gerechtigkeiten der Bürger in Trebbin wurde 1571 erneut bestätigt. Aus dem Jahr 1573 sind 107 Feuerstätten (=Haushalte) und 38 „Buden“ überliefert. Weiterhin wurde von Brandschäden berichtet. Vor 1586 kam die Gerichtsbarkeit in Trebbin mit zwei Hufen in den Lehnsbesitz derer von Willicke.
17. Jahrhundert Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 lebten in der Stadt 25 Einwohner, von 149 Häusern existierten nur noch 24. Im Jahr 1652 wurde vom „Städtlein“ berichtet, in dem der Richter zwei Lehnhufen besaß. In Trebbin lebte ein Pfarrer, dem vier Pfarrhufen und ein gekaufter Hufen zustand. Es gab einen Bauern mit vier Freihufen und einen weiteren Hufen. Der Bürgermeister bewirtschaftete zwei Hufen; weiterhin gab es einen Zweihufner, sechs Einhufner sowie das Amtshaus zu Trebbin mit einem Vorwerk. Es gab ein Hopfengärtchen, eine Wassermühle, zwei Windmühlen, einen Weinberg von vier Morgen Große hinter dem Vorwerk sowie einen kleinen Horst, genannt der Boyen. Vor 1673 besaß die Familie Schröder den freien Hof, die ihn in diesem Jahr an die Familie von Thiele weitergaben. Die Gerichtsbarkeit wurde 1690 von der Familie Willicke (Wilke) an den Rat der Stadt verkauft.
18. Jahrhundert mini|hochkant=1|Barocke Kirche von 1754 in Christinendorf Es gab 1704 im „Städtlein“ 16 Bürger (einschließlich des Bürgermeisters) und der Hasenheger. Sie leisteten gegenüber dem Amt Abgaben aus elf ganzen und zwei halben Hufen. Neben dem Brauhaus war ein Amtshaus entstanden; hinzu kamen ein amtliches Vorwerk mit einem neuen Meierhaus, Ställen, Scheinen sowie einen Weinmeisterhaus. Vor den Toren der Stadt war eine Schäferei entstanden, in der zeitweise 600 bis 700 Schafe gehalten wurden. Die Bewohner hatten außerdem das Recht, bis zu 30 Stück Rindvieh sowie bis zu 20 Stück Güstevieh, d. h. mittlerweile unfruchtbar gewordene, weibliche Tiere zu halten. Neben der Amtswassermühle gab es zwei Windmühlen, von denen eine dem freigebauten Treskowschen Freigut gehörte. Zu den Amtsforsten gehörte auch der „alte Clisto“ und der „kleine Horst“ sowie der „Boyn“ in dem einzelne Eichen, Elsen und Haseln wuchsen. Der Gebäudebestand war 1719 in Trebbin auf 132 Häuser angewachsen, von denen jedoch drei wüst lagen. Trebbin wurde 1722 Garnisonsstadt und blieb es bis 1918. Auf Geheiß Friedrich II. wurde ab 1740 ein erheblicher Umbau der Stadtkirche St. Marien nach Vorbild der Garnisonkirche in Potsdam angesetzt. Trebbin wurde 1743 Immediatstadt, in der eine Wassermahlmühle mit zwei Gängen, eine Schneidemühle sowie zwei Windmühlen standen. An ihren Grenzen wurde Hauptlandzoll, Damm- und Brückenzoll erhoben. Außerhalb der Stadt lagen das königliche Amt, eine Schäferei sowie ein Weinmeisterhaus mit Weinberg. Im Jahr 1745 standen in Trebbin bereits 154 Häuser, darunter sechs Pfarr-, Schul-, adlige und Scharfrichterhäuser, ein Mühlenhaus sowie ein lediges Haus vor dem Berliner Tor. Im amtlichen Vorwerk wurden 1575 insgesamt 343 Morgen Acker und 80 Morgen Wiese sowie ein Morgen Garten bewirtschaftet. Es gab zehn Kühe, fünf Stück Jungvieh und 200 Schafe. Der freie Hof kam 1758 an die Familie Fähndrich, die ihn 1782 an die Familie von Düringshofen weitergaben. Von dort gelangte er 1791 an die Familie Kaßler. Im Jahr 1772 standen in der Stadt 162 Häuser. Die Grundsteinlegung des Rathauses fand 1797 statt, wo 1798 die erste Sitzung abgehalten wurde. Dieses Haus diente über 140 Jahre der Stadtverwaltung. Es entstanden ein Krankenhaus, die Post, ein Schulgebäude sowie ein Wasserturm. mini|Stadt Trebbin auf Urmesstischblatt (Blatt Trebbin 3745) von 1840
19. Jahrhundert mini|Gebäude in der Friedensstadt in Glau