mini|Hino Ashihei Hino Ashihei (japanisch 火野 葦平, wirklicher Name: , Tamai Katsunori (japanisch); * 25. Januar 1907 in Wakamatsu (heute: Kitakyūshū), Präfektur Fukuoka; † 24. Januar 1960) war ein japanischer Schriftsteller.
Leben
Ashihei wurde als ältestes von fünf Kindern des aus Matsuyama in der Präfektur Ehime stammenden Hafenarbeiters Tamai Kingorō (?) und seiner aus Shōbara in der Präfektur Hiroshima stammenden Frau Man () geboren. Er besuchte die Kokura-Mittelschule in Wakamatsu. Schon während seiner Oberschulzeit veröffentlichte er im Selbstverlag Märchen. 1926 schrieb er sich für Anglistik an der Waseda-Universität ein. Gemeinsam mit Terazaki Hiroshi und Tabata Shūichirō gab er die Zeitschrift Machi () heraus und veröffentlichte Erzählungen und Gedichte. 1928 brach er das Studium ab und leistete im 24. Infanterieregiment von Fukuoka seinen Militärdienst.
Nach seiner Entlassung heuerte er als Hafenarbeiter im Hafen von Wakamatsu an und setzte sich u. a. mit der Gründung einer Gewerkschaft für die Hafenarbeiter und die Arbeiterbewegung ein. Eine damit zusammenhängende Verhaftung führte zu einem Sinneswandel, sodass sich Ashihei wieder der Literatur zuwandte. Er beteiligte sich an einem lokalen Dichterkreis und deren Literaturzeitschrift Toranshitsuto ().
Im August 1930 heiratete er Yoshino, die einen Monat später seinen ältesten Sohn Tōshi gebar. Mit Funnyōtan (, etwa: „Erzählungen von Exkrementen und Urin“) errang Ashihei 1937 den Akutagawa-Preis. Kurz darauf wurde er erneut zum Militär einberufen und nahm am Japanisch-Chinesischen Krieg teil. Mit den drei nachfolgenden Werken Weizen und Soldaten (, Mugi to heitai), Tsuchi to heitai (, etwa: „Boden und Soldaten“) und Hana to heitai (, etwa: „Blumen und Soldaten“), die als Bestseller mit einer Auflage von drei Millionen Exemplaren verkauft wurden, begründete Ashihei seinen Erfolg als Schriftsteller. Zudem brachten ihm diese Werke 1939 den Asahi-Preis ein. Dennoch arbeitete er neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit weiter als Hafenarbeiter.
Ashihei starb 1960, im Alter von 53 Jahren, in seinem Wohnhaus. Zunächst ging man von einem Herzanfall aus, doch es stellte sich heraus, dass Ashihei mittels Schlafmitteln Selbstmord begangen hatte. Dieser Umstand wurde lange Zeit verheimlicht und erst zum 13. Todestag von den Angehörigen in den Massenmedien bekannt gegeben. Als Beleg gilt eine mit Health memo betitelte handschriftliche Abschiedsnotiz Ashiheis (japanisch; PDF; 788 kB).
Ashiheis Neffe Nakamura Tetsu ist Arzt und Mitbegründer der Peshawar-Gesellschaft, die sich um die Unterstützung und Hilfe für Erdbebenopfer insbesondere in Pakistan und Afghanistan kümmert.
Der jüngste Bruder Shitarō betreibt im früheren Wohnhaus der Familie unter dem Namen Kahakudō () eine Gedenkstätte. Ashihei wurde mit dem Preis der Japanischen Akademie der Künste (, Nihon Geijutsuin-shō) für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Werke (Auswahl) Funnyōtan () Mugi to heitai () Weizen und Soldaten. Kriegsbriefe, Aufzeichnungen und Tagebücher eines japanischen Unteroffiziers. Aus dem Japanischen von Alexis von Choinatzky und Teisuke Kojima. Paul List Verlag (J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger Stuttgart), Leipzig 1940Enthält Tsuchi to heitai (, Erde und Soldaten, 1937), Hana to heitai (, Blumen und Soldaten, 1937/1938) und Mugi to heitai (, Weizen und Soldaten, 1938). Sanjō gunkan () Taishakukyō-ki () Umi to heitai () Yogisha () Ren’ai kazoku () Hana to ryū () – Autobiografie
Verfilmung 1973 Hana to ryū seiun aizo dotohen, Regie: Tai Katō
Literatur S. Noma (Hrsg.): Hino Ashihei. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 535.
Weblinks Werkliste bei Aozora Auf den Spuren Ashiheis in Kitakyūshū (japanisch) – mit Abbildungen Website zum 50. Todestag Ashiheis
Einzelnachweise
Kategorie:Literatur (Japanisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Autor Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1907 Kategorie:Gestorben 1960 Kategorie:Mann