Die DDR-Oberliga 1984/85 war die 36. Auflage der höchsten Spielklasse der DDR. Sie begann am 18. August 1984 und endete am 1. Juni 1985. Der Berliner FC Dynamo setzte sich wiederum gegenüber der Konkurrenz durch und feierte seine siebente Meisterschaft in Folge.
Saisonverlauf Der Berliner FC Dynamo und Dynamo Dresden blieben die ersten fünf Spiele verlustpunktfrei. Am sechsten Spieltag übernahm der BFC die Tabellenführung und behielt die volle Punktzahl bis zum achten Spieltag, als die Mannschaft ihre erste Niederlage mit 2:3 bei Lok Leipzig hinnehmen musste. Nach dem elften Spieltag, als die beiden noch punktgleich waren, konnte der BFC den Rivalen abhängen und hatte am Saisonende sechs Punkte Vorsprung. Das Team war mit dem siebten Meistertitel alleiniger Rekordhalter.
Die vom BFC erzielten 90 Tore in 26 Spielen (3,46 pro Spiel) bedeuteten einen neuen Rekord für die Oberliga, der nicht mehr überboten werden sollte. Nur in der Saison 1950/51 erzielte die BSG Rotation Babelsberg mehr Treffer (95) in einer Saison, dies allerdings in 34 Spielen. Die bis dahin beste Quote von 3,35 erzielten Toren pro Spiel hatte die SG Dresden-Friedrichstadt in der Premierensaison 1949/50 aufgestellt.
Die BSG Wismut Aue kehrte nach 25 Jahren wieder ins internationale Geschäft zurück. Das Team profitierte am letzten Spieltag von der Magdeburger Niederlage bei Rot-Weiß Erfurt.
Am Tabellenende konnte Motor Suhl die schlechte Hinrunde (nur ein Punkt) nicht mehr wettmachen und stieg mit der BSG Chemie Leipzig ab.
Abschlusstabelle rechts
(M) Meister der letzten Saison (P) Pokalsieger der letzten Saison (N) Aufsteiger der letzten Saison Aufsteiger aus der DDR-Liga 1984/85: 1. FC Union Berlin, BSG Sachsenring Zwickau
Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe. 1984/1985 22px|BFC Dynamo 22px|SG Dynamo Dresden zentriert|rahmenlos|23x23px 22px|BSG Wismut Aue 22px|1. FC Magdeburg 22px|FC Rot-Weiß Erfurt 22px|FC Carl Zeiss Jena 22px|FC Vorwärts Frankfurt/O. 22px|FC Karl-Marx-Stadt 22px|F.C. Hansa Rostock 22px|BSG Stahl Brandenburg 22px|BSG Stahl Riesa 22px|BSG Chemie Leipzig 22px|BSG Motor Suhl 1. Berliner FC Dynamo 1:2 3:2 4:0 3:1 4:2 2:0 2:1 6:1 3:0 2:0 9:0 5:1 6:0 2. SG Dynamo Dresden 2:2 3:0 3:1 1:0 2:0 3:1 1:1 2:1 2:2 4:1 5:1 9:1 8:3 3. 1. FC Lokomotive Leipzig 3:2 3:2 1:0 2:1 4:1 1:1 2:1 4:1 4:1 2:0 4:0 4:0 2:0 4. BSG Wismut Aue 1:1 0:3 2:1 2:0 2:0 2:1 1:0 0:0 3:1 2:1 4:1 4:3 2:0 5. 1. FC Magdeburg 2:2 0:2 1:0 2:2 2:2 1:0 4:2 1:1 6:3 0:0 1:0 7:0 7:1 6. FC Rot-Weiß Erfurt 4:5 3:3 3:3 1:0 4:0 1:0 4:1 0:0 1:0 1:2 1:1 4:1 2:1 7. FC Carl Zeiss Jena 0:1 4:0 0:2 0:0 0:0 1:1 2:0 4:2 2:1 2:0 3:0 2:3 4:0 8. FC Vorwärts Frankfurt/O. 3:3 5:2 0:1 1:1 1:2 2:2 0:0 0:1 3:1 1:1 1:2 3:1 7:0 9. FC Karl-Marx-Stadt 2:5 0:4 0:2 1:2 3:3 0:1 2:1 0:1 5:1 2:1 2:0 0:0 5:0 10. F.C. Hansa Rostock 1:5 1:1 3:1 2:2 0:0 1:1 0:0 1:3 4:2 2:1 1:1 3:1 4:0 11. BSG Stahl Brandenburg 0:1 1:1 0:0 1:1 1:5 0:2 0:4 1:1 2:0 2:2 3:1 1:0 3:0 12. BSG Stahl Riesa 0:2 2:2 0:0 1:2 1:2 2:2 3:1 2:1 1:1 1:1 2:2 1:0 3:1 13. BSG Chemie Leipzig 0:3 0:0 0:1 1:1 2:2 2:2 0:1 1:1 2:2 1:0 0:0 2:0 4:0 14. BSG Motor Suhl 0:8 0:2 1:6 3:1 0:3 0:2 2:2 0:1 1:5 0:1 1:1 2:3 0:0
Statistik Die Meistermannschaft mini|490px|Die Meistermannschaft des BFC Dynamo 84/85
BFC Dynamo Bodo Rudwaleit (26 Spiele / - Tore) Frank Rohde (23/3) Waldemar Ksienzyk (18/-), Bernd Schulz (20/4), Artur Ullrich (16/-) Frank Terletzki (21/3), Norbert Trieloff (26/1), Christian Backs (25/8) Frank Pastor (26/22), Rainer Ernst (25/24), Andreas Thom (26/14)
Trainer: Jürgen Bogs außerdem: Thomas Grether (14/1), Mario Maek (13/1), Andreas Belka (6/-), Andreas Rath (6/-), Rainer Troppa (12/3), Olaf Hirsch (11/1), Jan Voß (7/3), Oliver Standke (4/-), Eike Küttner (3/-), Heiko Brestrich (1/-), Holger Fandrich (1/-), Bernd Kubowitz (1/-) ohne Einsatz: Marco Kostmann, Reinhard Schwerdtner (beide Tor), Detlef Helms, Frank Prange
Tore 601 Tore ( 3,3 pro Spiel) wurden erzielt, wobei sich 154 Spieler als Torschützen auszeichnen konnten. 66 Strafstöße wurden verhängt, wovon 50 verwandelt wurden. Rainer Ernst vom BFC traf achtmal, Reinhard Häfner aus Dresden, Wolfgang Steinbach aus Magdeburg und Axel Schulz aus Rostock trafen fünfmal ins Schwarze. achtmal trafen die Spieler ins eigene Netz. Vier Tore (kein Hattrick dabei) pro Spiel: Kuhlee (FCV) gegen Suhl (14. Sp.), Streich (1. FCM) gegen Frankfurt/O. (20. Sp.) und noch einmal Streich (1. FCM) gegen Chemie Leipzig (22. Sp.). Drei Tore (kein Hattrick) pro Spiel: Gütschow (Dresden) gegen Chemie Leipzig (1. Sp.), Ernst (BFC) gegen Erfurt (6. Sp.), Ernst (BFC) gegen Karl-Marx-Stadt (9. Sp.), Pastor (BFC) gegen Suhl (12. Sp.), Pastor (BFC) gegen Rostock (24. Sp.) und noch einmal Pastor (BFC) gegen Suhl (25. Sp.)Jürgen Heun (Erfurt) verwandelte am 23. Spieltag direkt eine Ecke gegen Chemie Leipzig.
Torschützenliste Spieler Mannschaft Tore1. Rainer Ernst Berliner FC Dynamo 242. Frank Pastor Berliner FC Dynamo 223. Joachim Streich 1. FC Magdeburg 184. Torsten Gütschow SG Dynamo Dresden 175. Andreas Thom Berliner FC Dynamo 14
Zuschauer In 182 Spielen kamen 1 885 000 Zuschauer ( 10 357 pro Spiel) in die Stadien. Größte Zuschauerkulisse: 38 000 SG Dynamo Dresden – Berliner FC Dynamo (10. Sp.) Niedrigste Zuschauerkulisse: je 3 000 FC Vorwärts Frankfurt/O. – FC Karl-Marx-Stadt (11. Sp.), FC Vorwärts Frankfurt/O. – BSG Motor Suhl (14. Sp.), FC Vorwärts Frankfurt/O. – BSG Chemie Leipzig (17. Sp.), FC Vorwärts Frankfurt/O. – BSG Stahl Riesa (19. Sp.), FC Vorwärts Frankfurt/O. – 1. FC Lok Leipzig (23. Sp.) sowie 1. FC Magdeburg – F.C. Hansa Rostock (25. Sp.).
Mannschaft Gesamt Heim Auswärts Berliner FC Dynamo 296000 11384 118000 9077 178000 13692 SG Dynamo Dresden 492000 18923 322000 24769 170000 13077 1. FC Lokomotive Leipzig 291000 11192 146500 11269 144500 11115 BSG Wismut Aue 279000 10731 157000 12077 122000 9385 1. FC Magdeburg 280000 10769 120500 9269 159500 12269 FC Rot-Weiß Erfurt 298200 11469 152000 11692 146200 11246 FC Carl Zeiss Jena 249000 9577 103000 7923 146000 11231 FC Vorwärts Frankfurt/O. 181500 6981 60500 4654 121000 9308 FC Karl-Marx-Stadt 228000 8769 117200 9015 110800 8523 F.C. Hansa Rostock 246800 9492 131300 10100 115500 8885 BSG Stahl Brandenburg 250000 9615 138000 10615 112000 8615 BSG Stahl Riesa 198500 7635 83500 6423 115000 8846 BSG Chemie Leipzig 293000 11269 158500 12192 134500 10346 BSG Motor Suhl 186500 7173 77000 5923 109500 8423
Verschiedenes 314 Spieler kamen zum Einsatz, davon waren 28 in allen Punktspielen dabei. Es gab 91 Heimsiege, 52 Unentschieden und 39 Auswärtssiege. Höchster Sieg: BFC Dynamo – BSG Stahl Riesa 9:0 (17. Sp.)Torreichstes Spiel: SG Dynamo Dresden – BSG Motor Suhl 8:3 (24. Sp.) 2 Feldverweise und 471 Verwarnungen verhängten die Unparteiischen, wobei 83 Spieler nach der dritten bzw. sechsten gelben Karte pausieren mussten.
Fußballer des Jahres 1984/85 Spieler Mannschaft Punkte1. Hans-Jürgen Dörner SG Dynamo Dresden 3922. Andreas Thom Berliner FC Dynamo 2933. René Müller 1. FC Lokomotive Leipzig 92
Siehe auch FDGB-Pokal 1984/85 DDR-Fußball-Liga 1984/85
Weblinks Ergebnisse und Tabelle auf rsssf.org
Quellen Andreas Baingo, Michael Horn: Die Geschichte der DDR-Oberliga. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2003, ISBN 3-89533-428-6. Hanns Leske: Enzyklopädie des DDR-Fußballs. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2007, ISBN 978-3-89533-556-3. FUWO: Jahrgänge 1984–1985, Sportverlag Berlin,
#1984/85 Kategorie:Fußballsaison 1984/85