mini|300px|Übersicht über die Lage der Radebeuler Stadtteile Die Liste der Stadtteile und Gemarkungen von Radebeul stellt die Stadtteile und damit ehemaligen Gemeinden (Lößnitzortschaften) den historischen und modernen Gemarkungen gegenüber, die sich in der sächsischen Stadt Radebeul (Gemeindeschlüssel: 627210) befinden.
Zu unterscheiden ist hierbei die historische Entstehung, die heutige öffentliche Wahrnehmung und das Handeln der Verwaltung beziehungsweise der politischen Gremien. Historisch gesehen entstanden in der Lößnitz im 10. beziehungsweise 11. Jahrhundert acht Gemeinden, zu denen im 19. Jahrhundert noch zwei Neugründungen hinzukamen. Aus diesen in der Präambel der Hauptsatzung genannten Ansiedlungen, die jede nur eine Gemarkung hatte, entstand nach mehreren Gemeindezusammenschlüssen 1935 das heutige Radebeul, flächenmäßig an der einen oder anderen Stelle arrondiert durch Gebietsübernahme oder -abgabe von oder zu Nachbargemeinden.
Diese ehemaligen Gemeinden stellen in der öffentlichen Wahrnehmung die heutigen Stadtteile dar, wenn ein Radebeuler sagt, er sei ein Naundorfer oder er komme aus Serkowitz. Entsprechend lassen sich auch die an einigen Straßen aufgestellten „Stadtteilschilder“ interpretieren.
Die politischen Gremien dagegen kennen als Unterteilung lediglich das im § 16 der Hauptsatzung per Ortschaftsverfassung als eigene Ortschaft definierte Wahnsdorf, das wegen seiner vom restlichen Radebeul abgelegenen Lage auf der Hochebene einen eigenen Ortschaftsrat hat. Das gesamte restliche Radebeul stellt politisch ein Gebiet dar.
Die Verwaltung kennt im Gegensatz zur Öffentlichkeit keine Stadtteile beziehungsweise verwendet den Begriff nicht. In ihrer Kommunikation beispielsweise per Amtsblatt spricht sie bei der Beschreibung von Bebauungsplänen von den entsprechenden Gemarkungen. Interessanterweise entsprechen die heutigen Gemarkungen im Prinzip den historischen Gemarkungen, jedoch mit der Ausnahme, dass laut heutigem Gemarkungsschlüsselkatalog des Freistaats Sachsen die Gemarkung Niederlößnitz nicht mehr existiert, sondern mit der Gemarkung Kötzschenbroda verwaltungstechnisch zusammengelegt ist, so dass Kötzschenbroda und Kötzschenbroda Oberort nicht mehr getrennt sind. Auch existiert laut Gemarkungsschlüsselkatalog die Gemarkung Fürstenhain nicht mehr. Interessanterweise verwendet die Verwaltung im Amtsblatt jedoch weiterhin in der Kommunikation mit dem Bürger die Gemarkung Niederlößnitz, um die räumliche Einordnung zu erklären. Auch hat selbige Verwaltung an der entsprechenden Gemarkungsgrenze ein „Stadtteilschild“ mit der Aufschrift Fürstenhain aufgestellt.
Demzufolge lässt sich heute auch nicht erfragen, wie groß die Stadtteile sind oder wie viele Einwohner dort leben. Die aus dem Jahr 1900 stammenden Flächenangaben weichen als Summe nur 4 % von der heutigen Gesamtzahl ab und lassen damit einen recht guten Vergleich der Stadtteile zueinander zu. Ob dies auch für die historischen zu den heutigen Bewohnerzahlen zutrifft, bleibt Spekulation.
Legende Gemarkungsschlüssel: Schlüsselnummer der modernen Gemarkung Heutige Gemarkung: Name der modernen Gemarkungen Historische Gemarkung: Name der historischen Gemarkung Stadtteil, ehemalige Gemeinde: Name des Stadtteils bzw. der ehemaligen Gemeinde Fläche: Fläche der Gemarkung in Hektar im Jahr 1900, heutige Zahlen liegen nicht vor Eingemeindungsjahr: Jahr der Eingemeindung bzw. Vereinigung des Stadtteils nach Radebeul beziehungsweise nach/mit Kötzschenbroda Bemerkung:: Weitere Erläuterungen Lagekarte:: Lage in der Stadt
Stadtteile nebst historischen und modernen Gemarkungen Gemar- kungs- schlüssel Heutige Gemarkung Historische Gemarkung Stadtteil, ehemalige Gemeinde Präambel, S. 1. Fläche (ha) (1900)Im Jahr 1900 Eingemein- dungsjahr Bemerkung Lagekarte Stadtteil 3056 Radebeul Radebeul Radebeul 242 1935Die Städte Radebeul und Kötzschenbroda wurden 1935 unter dem Namen Radebeul zu einer Stadt vereint 1349 erstmals erwähnt. 1924 zusammen mit dem eingemeindeten Serkowitz zur Stadt ernannt. Diese wuchs 1934 durch die Eingemeindung von Oberlößnitz und Wahnsdorf und bildet damit heute Radebeul-Ost 100px|zentriert|Übersicht über die Lage 3057 Lindenau Lindenau Lindenau 33 1920Eingemeindung nach Kötzschenbroda 1287 erstmals erwähnt. 100px|zentriert|Übersicht über die Lage 3058 Naundorf Naundorf Naundorf 428 1923Zusammenschluss der vier westlichen Lößnitzortschaften 1144 in einer Urkunde von König Konrad III. erstmals erwähnt, zu Beginn der Herrschaft Heinrichs des Löwen und noch vor der Erwähnung Dresdens. 100px|zentriert|Übersicht über die Lage 3059 Oberlößnitz Oberlößnitz Oberlößnitz 146 1934Eingemeindung nach Radebeul 1839 gegründet. 100px|zentriert|Übersicht über die Lage 3060 Serkowitz Serkowitz Serkowitz 183 1905 1315 erstmals erwähnt. 100px|zentriert|Übersicht über die Lage 3061 Wahnsdorf Wahnsdorf Wahnsdorf 238 1934 1350 erstmals erwähnt. Als einziger Ortsteil hat Wahnsdorf wegen seiner abgetrennten Lage eine eigene Ortschaftsverfassung § 16, S. 6. 100px|zentriert|Übersicht über die Lage 3062 Zitzschewig Zitzschewig Zitzschewig 309 1923 1366 erstmals erwähnt. 100px|zentriert|Übersicht über die Lage 3063 Kötzschenbroda Kötzschenbroda, Kötzschenbroda mit Fürstenhain, Kötzschenbroda mit Niederlößnitz Kötzschenbroda mit Kötzschenbroda Oberort 664 1923 1935 1226 erstmals erwähnt. Die 1923 unter dem Namen Kötzschenbrodaals Namensvorschlag lag auch Elblößnitz vor zur Großgemeinde zusammengeschlossenen Kötzschenbroda einschließlich Fürstenhain und Lindenau sowie Niederlößnitz, Naundorf und Zitzschewig wurden 1924 zur Stadt ernannt. Diese bildet damit heute Radebeul-West 100px|zentriert|Übersicht über die Lage 3063 Kötzschenbroda Niederlößnitz, Kötzschenbroda mit NiederlößnitzZu DDR-Zeiten, laut Grundbuch der 1950er Jahre Niederlößnitz 259 1923 1839 gegründet. Heute Teil der modernen Gemarkung Kötzschenbroda, wodurch dieses wieder mit Kötzschenbroda Oberort zusammenhängt 100px|zentriert|Übersicht über die Lage 3063 Kötzschenbroda Fürstenhain -1900 in der Fläche von Kötzschenbroda mit Fürstenhain enthalten 1876 1555 erstmals erwähnt. Seit 1839 teilselbstständig im Gemeindeverband Kötzschenbroda mit Fürstenhain, seit 1876 Teil von Kötzschenbroda 100px|zentriert|Übersicht über die Lage - (Am Fährhaus)Nur bis 1954 zugehörig (53) 1923 1935 1519 bis 1954 linkselbische Besitzung von Kötzschenbroda bzw. Naundorfer Bauern, heute nach der 1974 erfolgten Eingemeindung von Niederwartha zu Dresden-Cossebaude gehörig 100px|zentriert|Übersicht über die Lage
Literatur
Weblinks Gemarkungsschlüsselkatalog des Freistaats Sachsen. Automatisiertes Liegenschaftsbuch.
Einzelnachweise
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