Dörflein (fränkisch: DärflaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 67. Dort folgendermaßen transkribiert: „dęrfla“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Oberdachstetten im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Dörflein liegt in der Gemarkung Mitteldachstetten.
Geografie Das Dorf liegt an der Fränkischen Rezat und am Katzbach, der dort als linker Zufluss in die Rezat mündet. Im Südosten liegt das Schlagholz, 0,75 km nordwestlich der Adelberg. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Berglein (0,4 km nördlich) bzw. nach Rosenbach (2,3 km südöstlich).
Geschichte Der Ort wurde 1415 als „zu dem Dörfflein bey Nydern Tagsteten“ erstmals urkundlich erwähnt. Aus der Beschreibung kann geschlossen werden, dass dieser eine Spätsiedlung von Nydern Tagsteten war (dieser Ort existiert nicht mehr). Da es im näheren Umkreis keine Orte gab, die auf -dorf endeten und somit die Siedlung eindeutig bestimmbar war, wurde aus der eigentlich allgemeinen Bezeichnung „Dörflein“ der Ortsname.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 67f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Berglein mit Dörflein eine Realgemeinde. In Dörflein gab es 8 Anwesen. Das Hochgericht übte das Obervogteiamt Virnsberg aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Deutschordenskommende Virnsberg. Grundherren waren die Deutschordenskommende Virnsberg (1 Hof, 1 Halbhof, 1 Sechstelhof), das Deutschordensspital Nürnberg der Kommende Nürnberg (2 Höfe), die Pfarrei Berglein (1 Hof, 1 Halbhof) und das eichstättischen Vogtamt Lehrberg (1 Halbhof).So H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 90. Nach (= J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 613) gab es 7 Untertansfamilien, von denen 3 ansbachisch und 4 deutschmeisterisch waren.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Dörflein dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Virnsberg und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Virnsberg zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Am 12. Juni 1824 wurde Dörflein in die neu gebildete Gemeinde Neustetten umgemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 949. Ein Gesuch von 1844 mit Berglein eine eigene Gemeinde zu bilden, wurde abgelehnt, weil beide Orte nicht die Mindestzahl von 20 Familien erreichten. Am 30. August 1923 wurde die Umgemeindung von Berglein und Dörflein nach Mitteldachstetten genehmigt.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 948. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Mitteldachstetten am 1. Januar 1972 nach Oberdachstetten eingemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1000 f.
Baudenkmäler Haus Nr. 11: eingeschossiges Wohnstallhaus, Hausteingliederungen, 1829 Haus Nr. 17: eingeschossiges Fachwerkwohnstallhaus, 18. Jahrhundert Haus Nr. 18: zugehörig Scheune, konstruktives Fachwerk, bezeichnet 1861; an zentraler Stelle in Ortsmitte
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2006 2015 2019Einwohner 45 44 59 73 55 55 83 59 57 40 38 39 37HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 8 11 11 10 11 13 14 13 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Jakob (Mitteldachstetten) gepfarrt.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 90. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Dionysius (Virnsberg) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Oberdachstetten) Kategorie:Ersterwähnung 1415 Kategorie:Ort an der Fränkischen Rezat