mini|Wallfahrtskirche „Mariä Geburt“

Glosberg (oberfränkisch: Gloschberch) ist ein Gemeindeteil der Kreisstadt Kronach im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.

Geographie Das Pfarrdorf liegt am westlichen Hang des Rauscherbergs (). Ein weiterer Teil des Ortes – Neuglosberg genannt – liegt im Talgrund der Haßlach an der B 85, anschließend an Gundelsdorf. Durch den Ortskern fließt der Glosberger Graben, der in Gundelsdorf in die Haßlach mündet. An den Einödhöfen Vonz und Birkach sowie an mehreren Fischteichen entlang zieht sich der Birkacher Graben, der bei Knellendorf ebenfalls in die Haßlach mündet. Der Reitscher Bach entspringt in der Glosberger Gemarkung und bildet in der unteren Hälfte bis zur Einmündung in die Haßlach die Grenze zur Nachbargemeinde Stockheim.

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Reitsch (1,8 km nordwestlich), nach Neuglosberg zur B 85 (1,1 km westlich), zur Kreisstraße KC 25 bei Gundelsdorf (1,5 km südwestlich), über Birkach zur KC 25 (1,2 km südlich) und über Letzenhof ebenfalls zur KC 25 (1,9 km südöstlich).Entfernungsangaben gemessen, jeweils Luftlinie. Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes war im Jahr 1325.Rainer Alexander Gimmel, Edmund Mark: Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Geburt Glosberg. In: Schnell, Kunstführer. Nr. 1312, Verlag Schnell & Steiner Regensburg, 2. Auflage 2017, ISBN 978-3-7954-5023-6, S. 20.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Glosberg aus 17 Anwesen (2 halbe Höfe, 2 Güter, 11 halbe Güter, 2 Viertelgüter). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Kronach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogteiamt Kronach inne. Grundherr der Anwesen war das Kastenamt Kronach. Außerdem gab es eine Kirche, ein Hospiz, ein Schulhaus und ein Gemeindehirtenhaus.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 473f. Dort werden unter Einberechnung der kirchlichen und kommunalen Gebäude abweichend 20 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.

Glosberg kam durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 zum Kurfürstentum Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Glosberg dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Reitsch zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Glosberg, zu der Birkach, Letzenberg, Letzenhof und Vonz gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach, 1919 in Finanzamt Kronach umbenannt. Ab 1862 gehörte Glosberg zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach (1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt).H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 582. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 7,402 km². Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem Gemeindegebiet Neuglosberg gegründet.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Glosberg am 1. Mai 1978 in Kronach eingegliedert.

Baudenkmäler In Glosberg gibt es 14 Baudenkmäler: Katholische Pfarrkirche Mariä Geburt mit Friedhofsmauer Pfarrhaus 6 Wohn(stall)häuser1964 gab es noch 9 Wohnstallhäuser und eine Gaststätte als Kunstdenkmäler. T. Breuer: Landkreis Kronach, S. 52. Waldkapelle St. Maria Sieben Kreuzwegstationen Fünf-Wunden-Kreuz Bildstock beim Friedhof, Bildstock am südöstlichen Ortsausgang

Einwohnerentwicklung Gemeinde Glosberg Jahr Einwohner Häuser Quelle 1840 236 1852 216 1855 222 1861 224 1867 252 1871 230 30 1875 241 1880 257 1885 227 32 1890 210 33 1895 197 1900 204 33 Jahr Einwohner Häuser Quelle 1905 269 1910 321 1919 287 1925 292 45 1933 265 1939 274 1946 405 1950 399 49 1952 392 1961 350 66 1970 388

Ort Glosberg Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2011Einwohner 117 151 161 175 149 247 249 318 364 417 390Häuser 20 24 24 39 32 61 103 Quelle

Ortssprecher Seit dem 30. November 2023 gibt es in Glosberg mit dem damals 27-jährigen Alexander Simon wieder einen Ortssprecher mit Sitz im Kronacher Stadtrat.

Religion Die katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Geburt (Glosberg) war bis 1810 eine Filiale von St. Johannes der Täufer in Kronach.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 473f. Bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Ort überwiegend katholisch.

Wallfahrten nach Glosberg finden seit 1530 statt. Im Zentrum des Ortes steht seit 1734 die katholische Wallfahrtskirche Mariä Geburt. Mit dem Bau wurde 1730 begonnen, nachdem drei Jahre zuvor die Marienstatue der einstigen Kapelle dreimal blutige Tränen geweint haben soll. Zum Wallfahrtsort gehört ein Kreuzweg, an dem die sieben Schmerzen Marias dargestellt sind und der an einer Waldkapelle auf dem Rauscherberg endet.Wallfahrtskirche Glosberg

Die Kirchweih wird am Wochenende des zweiten Sonntags im September gefeiert.

Vereine In Glosberg gibt es mehrere Vereine. Künstlerisch kann man im Theaterverein oder im Musikverein Glosberg tätig werden. Sportlich geht es im Fahrradverein Concordia Glosberg, bei den FCN-Freunden sowie im Spielverein zu. Die Freiwillige Feuerwehr schützt Hab und Gut des Dorfes. Die Vereine organisieren regelmäßige Veranstaltungen (Ausflüge, Feste, Aufführungen, Wettbewerbe), die von der Bevölkerung gut angenommen werden.

Bildung Bis 2006 gab es eine Bücherei im Pfarrheim des Ortes. Ein Schulgebäude mit zwei Klassenzimmern existierte von 1953 bis 2005 und wurde aufgrund der geringen Schülerzahlen geschlossen.

Sonstiges mini|Säureharzdeponie nahe Birkach In Glosberg und seiner Gemarkung gibt es drei Gasthäuser, eine Tankstelle, eine Kompostanlage und einen Wertstoffhof. Ab September 2010 wurde eine Säureharzdeponie nahe Birkach ausgehoben; dabei wurden ca. 3.000 Tonnen Säureharz und weitere 15.000 Tonnen belasteter Boden entsorgt.https://ausschreibungen.net/neue/ausschreibung/entsorgung/aushub-einer-ehemaligen-saeureharzdeponie-entsorgung-des-be.html#tender Eine Kronacher Mineralölfirma hatte an dieser Stelle zwischen 1949 und 1962 Abfallprodukte aus der Ölaufbereitung eingebracht.https://www.lfu.bayern.de/altlasten/flaechenrecycling/positivbeispiele/doc/kc_saeure.pdf Zwischenzeitlich wurden nochmals ca. 200 Fässer gefunden, die bei früheren Probebohrungen nicht entdeckt worden waren. Diese Fässer befanden sich so nahe an der Kreisstraße 25, dass diese gesperrt und in einem Teilabschnitt abgetragen werden musste, um den Boden darunter entsorgen zu können.Säureharz-Suche unter der Kreisstraße auf der Website InFranken.de

Literatur

Weblinks

Illustrationen zu Glosberg

Einzelnachweise

Anmerkungen Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 wurden diese als Wohngebäude bezeichnet.

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