Weigmannsdorf ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Lichtenberg/Erzgeb. im Landkreis Mittelsachsen. Er wurde am 1. Januar 1963 mit Müdisdorf zur Gemeinde Weigmannsdorf-Müdisdorf zusammengeschlossen, die am 1. Oktober 1993 nach Lichtenberg/Erzgeb. eingemeindet wurde.
Geografie Lage Weigmannsdorf liegt etwa 8 Kilometer südlich von Freiberg im Erzgebirge. Die Ortslage erstreckt sich über etwa 3,5 Kilometer entlang eines nach Osten der Freiberger Mulde zufließenden Baches.Durch den Ort verläuft die Kreisstraße 7730 Bundesstraße 101–Lichtenberg, über die K 7731 erreicht man Berthelsdorf. Zudem besteht am östlichen Ortsende Anschluss an die Staatsstraße 209 Nassau–Weißenborn.
Nachbarorte
Geschichte mini|Kirche in WeigmannsdorfDie erste urkundliche Erwähnung datiert von 1348 als Vicmansdorf.vgl. Um 1500 war es Filialkirche von Lichtenberg und behielt diesen Status auch nach der Reformation 1539 bei. Bemerkenswert für die im 15. Jahrhundert errichtete Kirche sind eine von Adam Gottfried Oehme ausgeführte Orgel, einen aus Zinn gefertigter Taufstein in Form einer Muschel von 1668 sowie zehn Deckengemälde des Bauernmalers Sigismund Zimmermann. , abgerufen am 23. März 2011.
Im Gegensatz zu seinen Nachbarorten Müdisdorf und Lichtenberg, die im Kreisamt Freiberg lagen, gehörte Weigmannsdorf bis 1856 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Frauenstein.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 68 f. Die Grundherrschaft über den Ort, der ursprünglich zur „Pflege Freiberg“ gehörte, lag um 1551 beim Rittergut Frauenstein, das zu dieser Zeit dem Adelsgeschlecht derer von Schönberg gehörte. Nach 1647 war der Ort Amtsdorf im Amt Frauenstein. Weigmannsdorf, das im Westen, Norden und Osten vom Kreisamt Freiberg umschlossen wurde, bildete mit Randeck und Mulda den nordwestlichsten Zipfel des Amts Frauenstein.
August Schumann nennt 1825 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Weigmannsdorf betreffend u. a.:
Ab 1856 gehörte Weigmannsdorf zum Gerichtsamt Brand und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Freiberg. Im Juli 1932 fand in Weigmannsdorf das Heimat- und Schulfest unter dem Motto Vergass dei Hamit net statt. Mit der zweiten Kreisreform in der DDR kam Weigmannsdorf im Jahr 1952 zum Kreis Brand-Erbisdorf im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt). Am 1. Januar 1963 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Weigmannsdorf und Müdisdorf zur neuen Gemeinde Weigmannsdorf-Müdisdorf vereinigt. Am 1. Oktober 1993 wurde diese Gemeinde nach Lichtenberg/Erzgeb. eingegliedert.Gebietsänderungen ab 1. Januar 1993 bis 31. Dezember 1993 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamts des Freistaats Sachsen, S. 3 (PDF; 16 kB), abgerufen am 13. März 2011. Mit dieser kam Weigmannsdorf vom sächsischen Landkreis Brand-Erbisdorf im Jahr 1994 zum Landkreis Freiberg und 2008 zum Landkreis Mittelsachsen.
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahlvgl. 1551 28 besessene Mann, 113 Inwohner1764 21 besessene Mann, 4 Gärtner, 32 Häusler, 37 ¾ Hufen1834 5731871 719 Jahr Einwohnerzahl1890 7411910 7221925 6721939 638 Jahr Einwohnerzahl1946 7891950 7721964 12551990 927
Sehenswürdigkeiten Kirche in Weigmannsdorf: Die im 15. Jahrhundert errichtete Kirche verfügt über sehenswerte Deckengemälde und einen aus Zinn gefertigten Taufstein in Form einer Muschel (1688). Wassermühle in Weigmannsdorf: Das bereits 1550 erwähnte Gebäude diente bis 1979 als Holzschleifmühle, wobei die voll funktionsfähige Holzschleiferei bis heute erhalten blieb. Die Mühle war das Elternhaus der sächsischen Hofbildhauer George Heermann und Paul Heermann.
Literatur
Die Parochie Lichtenberg mit Weigmannsdorf. in: G. Buchwald (Hrsg.): Neue Sächsische Kirchengalerie, Ephorie Freiberg. Strauch Verlag, Leipzig 1901, Sp. 343–354 (Digitalisat)
Weblinks
Einzelnachweise
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