mini|Bezirksteile Laim () ist der Stadtbezirk 25 der bayerischen Landeshauptstadt München.

Laim besteht zwar als Ortschaft länger als München selbst, erlebte sein Bevölkerungswachstum jedoch erst mit der Eröffnung des Rangier- und Güterbahnhofes und der folgenden Eingemeindung nach München. Heute wird Laim fast ausschließlich als Wohnviertel genutzt. Laim hat keinen geographischen Bezug zu dem zehn Kilometer weiter östlich gelegenen Münchner Stadtbezirk 14 Berg am Laim, der Begriff Laim bedeutet im heutigen Deutsch „Lehm“.

Geographie Lage Laim ist ein Stadtteil im Münchner Westen. Die nördliche Grenze bilden die Gleise nördlich der Landsberger Straße, die östliche Grenze zunächst ein kurzer Abschnitt der Bahnstrecke München–Rosenheim und danach die Westendstraße bis zur A 96, die südliche Grenze bilden die A 96 und die Senftenauerstraße bis zur Willibaldstraße und die westliche Grenze schließlich die Willibaldstraße. Im Norden grenzt Laim daher an Neuhausen-Nymphenburg, im Osten an die Schwanthalerhöhe, im Südosten an Sendling-Westpark, im Südwesten an Hadern und im Westen an Pasing-Obermenzing.

Verkehrswege Straßen: Wichtige Straßen in Laim sind die Landsberger Straße im äußersten Norden, die A 96 im äußersten Süden mit der Autobahnabfahrt München-Laim, und die Fürstenrieder Straße, die die Landsberger Straße mit der Autobahn verbindet. Weitere wichtige Straßen sind die Westendstraße im Osten von Laim und die beiden Parallelstraßen zur Landsberger Straße, die Agnes-Bernauer-Straße und die Zschokke- bzw. Gotthardstraße.

öffentliche Verkehrsmittel: Laim ist mit den U-Bahn-Linien U4 bis zum U-Bahnhof Westendstraße und U5 bis zum U-Bahnhof Laimer Platz erschlossen und hat bislang drei U-Bahnhöfe. Wenn die Pläne realisiert werden, die Linie bis nach Pasing zu verlängern, hätte Laim einen weiteren U-Bahnhof an der Willibaldstraße.. Landeshauptstadt München (14. Juli 2015). Zuletzt abgerufen am 2. Januar 2017. An der Ecke Landsberger Straße/Fürstenrieder Straße ist der S-Bahnhof Laim, der auf der Stammstrecke der S-Bahn München liegt. Seit Dezember 2009 gibt es zusätzlich die Haltestelle Hirschgarten, die ebenfalls auf der Stammstrecke der S-Bahn an der Friedenheimer Brücke liegt. Die Tram 19 und 18 haben mehrere Stationen in Laim. Die Metrobuslinien 51, 57 und 62 sowie die Stadtbuslinien 130, 131, 132 und 151 und 168 haben Haltestellen in Laim.

Güterverkehr: Zwischen den 1890er- und den 1990er-Jahren bestand in Laim der große Rangier- und Güterbahnhof, der lange Zeit als der größte Güterbahnhof Europas galt und als großer Arbeitgeber wesentlich zum Wachstum Laims beigetragen hat. Heute spielt der Güterverkehr in Laim eine untergeordnete Rolle.

Flächennutzung mini|Historisches Zentrum am Laimer Anger Laim ist 5,29 Quadratkilometer groß. 66,1 Prozent davon werden als Wohnflächen (mit dazugehörigen Freiflächen) verwendet. 28,3 Prozent sind Verkehrsflächen. Nur 0,1 Prozent sind Betriebsflächen. Die verbleibenden 5,5 Prozent sind Erholungsflächen, bei denen rund ein Drittel auf Sportflächen (7,45 Hektar) entfallen. Laim hat keine Wald- oder Wasserflächen. Im Vergleich zu München insgesamt hat Laim damit einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Wohn- und Verkehrsflächen sowie einen geringen Anteil an Betriebsflächen: Laim ist hauptsächlich ein Wohnviertel.Statistisches Taschenbuch München 2006 (PDF). Landeshauptstadt München. Die wenigen Betriebsflächen befinden sich vor allem entlang der Bahnachse zwischen Hauptbahnhof und Pasinger Bahnhof, der sogenannten DB-Hauptabfuhrstrecke.

Geschichte Gründung und frühe Geschichte mini|Die Aubinger Pfarrei vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. In der Konradinischen Matrikel von 1315 erwähnte Filialen in rot, später erwähnte in violett, die Würm in blau. Langwied und Friedenheim gehörten teilweise zur Pfarrei. Von St. Quirin bis St. Ulrich (Laim) sind es gut 6,5 km Luftlinie.

Laim wurde zwischen 1047 und 1053 als loco leima (= am/im Ort Leim) erstmals urkundlich erwähnt, über 100 Jahre vor München. Die Kirche St. Ulrichs stammt vermutlich noch aus dieser Zeit, selbst wenn sie erst 1315 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das Zentrum war damals der Laimer Anger. Der Name Laim kommt von „leim“ = Lehm, Lehmboden. Da die Lehmvorkommen jedoch deutlich geringer als z. B. in Berg am Laim waren, siedelten sich in Laim keine Ziegelbrennereien an, sondern die Wirtschaft war bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hauptsächlich von der Landwirtschaft geprägt.

Das Laimer Schlössl wird zwar manchmal Agnes-Bernauer-Schlössl bezeichnet, Agnes Bernauer hat jedoch vermutlich nie in Laim gewohnt, sondern lediglich 1433 unter Mitwirkung zweier Laimer Kirchenpröbste ein herzogliches Lehen erworben.

Im Dreißigjährigen Krieg wurden das Dorf, das aus rund zwanzig Höfen bestand, und der Edelsitz Laim niedergebrannt. 1715 erwarb Kurfürst Max Emanuel den Edelsitz Laim und erhob ihn zu einer Hofmark. Die Ortschaft Laim wurde 1818 eine eigene Gemeinde.

Eröffnung des Güterbahnhofes: Wachstum mini|Laim auf einer Karte von 1858 mini|Laim-Plan von 1885

Zwar liegt Laim schon seit 1841 an den Gleisen der Eisenbahnstrecke München-Augsburg, blieb jedoch viele Jahre vom Eisenbahnverkehr unberührt. 1890 hatte Laim nur 290 Einwohner. Zwei Jahre später wurde in Laim der Rangierbahnhof eingeweiht und begründet damit das schnelle Wachstum Laims in den folgenden Jahren. Laim war für den Rangierbahnhof ein idealer Standort, da die Umladekapazitäten des Münchner Hauptbahnhofes schon lange nicht mehr ausreichten, in Laim aber noch viel unbebaute Fläche aus der Agrarwirtschaft zur Verfügung stand. Das schnelle Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum wurde schon früh vorhergesehen. 1892 wurde daher ein Stadterweiterungsbüro gegründet, dem zunächst Theodor Fischer vorstand, um das unkontrollierte Städtewachstum zu verhindern. Bis 1901 verzehnfachte sich die Bevölkerung in Laim. Das schnelle Wachstum führt schließlich am 1. Januar 1900 zur Eingemeindung Laims nach München. Die zunehmende Verdrängung der Münchner Wohnbevölkerung aus der Münchner Innenstadt durch aufstrebende Dienstleistungsunternehmen und die jungen Industrieansiedlungen an den Gleisen erhöhen das rapide Wachstum zusätzlich. 1908 wurde die Trambahnstrecke eingeweiht, auf der heute die Tram 19 verkehrt. Um den alten Ortskern entstanden später auch einige Villen und auch mehrgeschossige Bauten, die teilweise bis heute das Ortsbild prägen. Laim war aber wegen des großen Laimer Rangierbahnhofs und der ansässigen Industrieunternehmen vor allem ein Arbeiterwohnviertel.

Laim zu Zeiten des Nationalsozialismus 1938 wurden auch Pasing und Großhadern eingemeindet. Damit war Laim kein Außenbezirk mehr, hatte es zudem auch mit rund 50.000 Einwohnern vollständig den ländlichen Charakter verloren. Bis 1943 wurden zahlreiche Südtiroler Familien in den von der Gemeinnützigen Baugesellschaft Bayern errichteten „Südtiroler-Blöcken“ untergebracht. Vor allem auf das starke sozialistische Arbeitermilieu und das konservativ-katholische Lager in Laim ist es zurückzuführen, dass es eine eher unterdurchschnittliche Unterstützung für die Nationalsozialisten gab. Bis zur Machtergreifung blieben die Nationalsozialisten in Laim immer rund fünf Prozent hinter dem Wahlergebnis auf Reichsebene zurück. Auch die Widerstandsbewegung gegen die Nationalsozialisten war in Laim tief verankert, so z. B. das Lebensmittelgeschäft von Margot und Ludwig Linsert in der Fürstenrieder Straße 46, von wo aus der Internationale Sozialistische Kampfbund Flugblattaktionen gegen die Nazis plante und durchführte. Der passive Widerstand der Laimer Bevölkerung führte schließlich zu einem stärkeren Engagement der Nazis, in Laim Propaganda zu betreiben. Davon abgesehen waren mehrere Industriebetriebe, die auch für die Rüstung produzierten, in Gleisnähe angesiedelt. Zudem war der Rangierbahnhof ein wichtiges Ziel der Alliierten. Von Zerstörungen war daher hauptsächlich die bahnnahen Gebiete betroffen – die anderen Teile Laims blieben weitgehend verschont. Während des Krieges gab es Überlegungen, den Münchner Hauptbahnhof nach Laim zu verlegen. In der Nachkriegszeit wurden sie jedoch verworfen. Es gibt keine verlässlichen Quellen, wie sich die Laimer Bevölkerung damals zu diesen Plänen stellte.

Nachkriegszeit mini|Nachkriegssiedlung „Alte Heimat“

Nach Kriegsende galt die oberste Priorität dem Wiederaufbau von Wohnraum. Laim hatte damals als ein noch eher äußerer Bezirk Münchens von vornherein viele unbebaute Flächen und die vom Krieg zerstörten Gebäude taten ihr Übriges. So wurden sehr schnell, zum Teil in Fertigbauweise, viele Siedlungen errichtet. Probleme dieses schnellen Aufbaus und der damit verbundenen Urbanisierung waren vor allem das Fehlen von Schulen und Kirchen. Auch eine Reihe moderner Kirchen in Laim zeugt von dieser Zeit.

Laim in der Gegenwart Im Jahr 1992 wurde Laim, als die Münchner Stadtbezirke neu geordnet und ihre Anzahl verringert wurde, mit der benachbarten Schwanthalerhöhe zum neuen Stadtbezirk 8 Schwanthalerhöhe-Laim zusammengelegt. Nach anhaltenden Protesten aus der Bevölkerung wurde dieser Zusammenschluss im Jahr 1996 wieder gelöst.schwanthalerhoehe.eu: Die Schwanthalerhöhe und das Westend stellen sich vor Laim ist seitdem der eigenständige Stadtbezirk 25.

Mitte der 1990er wurde der Rangierbahnhof aufgelöst. Seitdem ist Laim beinahe ausschließlich ein Wohngebiet. 2000 wurde anlässlich der 100-jährigen Eingemeindung der Laimer Anger neu eingeweiht.

Bevölkerung Demographie

(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)

Jahr Einwohner davon Ausländer Einwohnerje km² 2000 48.539 9.582 (19,7 %) 9.181 2001 48.739 9.787 (20,1 %) 9.219 2002 48.606 9.784 (20,1 %) 9.194 2003 48.708 10.026 (20,6 %) 9.214 2004 48.841 10.294 (21,1 %) 9.239 2005 48.927 10.560 (21,6 %) 9.255 2006 50.028 10.715 (21,4 %) 9.469 2007 50.600 11.010 (21,8 %) 9.576 2008 51.329 11.209 (21,8 %) 9.714 2009 51.338 11.059 (21,5 %) 9.712 2010 51.805 11.356 (21,9 %) 9.801 2011 52.733 12.009 (22,8 %) 9.976 2012 53.359 12.675 (23,8 %) 10.095 2013 54.030 13.392 (24,8 %) 10.222 2014 54.714 14.049 (25,7 %) 10.351 2015 55.374 14.759 (26,7 %) 10.476 2016 56.335 15.506 (27,5 %) 10.658 2017 56.281 15.694 (27,9 %) 10.647 2018 56.546 16.100 (28,5 %) 10.698 2019 57.111 16.557 (29,0 %) 10.804 2020 56.729 16.497 (29,1 %) 10.732 2021 55.881 16.337 (29,2 %) 10.572 2022 56.855 17.529 (30,8 %) 10.756 2023 56.716 17.667 (31,1 %) 10.729 2024 57.116 18.122 (31,7 %) 10.805 2025 57.515 18.262 (31,8 %) 10.881

Quelle mit weiteren DatenStatistische Daten zur Münchner Bevölkerung. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 15. August 2026.

Religion Laim hat vier katholische (St. Ulrich, Zu den Hl. Zwölf Aposteln, Namen Jesu, St. Philippus) und eine evangelische Kirche (Paul-Gerhardt-Kirche). Außerdem ist an der Landsberger Straße ein Königreichssaal der Zeugen Jehovas ansässig.

Politik

Der Bezirksausschuss von Laim wurde zuletzt am 15. März 2020 gewählt. Die Sitzverteilung lautet wie folgt: Grüne 10, SPD 7, CSU 6, FDP 1 und AfD 1. Von den 41.270 stimmberechtigten Einwohnern Laims haben 19.956 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 48,4 Prozent lag.

Münchner Stadtrat Der Stadtbezirk Laim wird im Münchner Rathaus von der Stadträtin Verena Dietl (SPD) vertreten.

Landtagswahlen Laim verteilt sich auf zwei Stimmkreise des Bayerischen Landtags: Stimmkreis München-West, vertreten durch Otmar Bernhard, MdL (CSU) und Florian Ritter, MdL (SPD) Stimmkreis München-Nordwest, vertreten durch Joachim Unterländer, MdL (CSU) und Diana Stachowitz, MdL (SPD)

Bundestagswahlen Laim liegt im Bundeswahlkreis München-West/Mitte, vertreten durch Stephan Pilsinger (CSU).

Bauwerke, Plätze und Sehenswürdigkeiten Laimer Anger