Carlos Moyá Llompart (katalanisch: Carles Moyà Llompart; * 27. August 1976 in Palma) ist ein ehemaliger spanischer Tennisspieler und heutiger Tennistrainer. Im Jahr 1999 führte er für zwei Wochen die Tennisweltrangliste an.

Karriere Moyá begann seine Profikarriere 1995. Im selben Jahr gewann er in Buenos Aires seinen ersten ATP-Titel. Sein erstes Finale bei einem Grand-Slam-Turnier erreichte Moyá 1997 bei den Australian Open. Auf dem Weg dorthin schlug er u. a. Boris Becker und Michael Chang. Im Finale unterlag er dem Weltranglistenersten Pete Sampras. Im selben Jahr erreichte Moyá das Halbfinale der ATP-WM in Hannover, wobei er in der Vorrunde diesmal Sampras bezwingen konnte. Im Halbfinale unterlag er dann Jewgeni Kafelnikow.

1998 gewann Moyá mit den French Open seinen einzigen Grand-Slam-Titel. Zudem erreichte er das Finale der ATP-WM, wo er Àlex Corretja unterlag. Am 15. März 1999 war Moyá die Nummer 1 der Welt. Er hielt die Spitzenposition der Weltrangliste zwei Wochen lang.

Nach zwei schwächeren Jahren gewann Moyá 2002 das Masters in Cincinnati und qualifizierte sich für den Masters Cup in Shanghai. Dort erreichte er das Halbfinale, in dem er Juan Carlos Ferrero unterlag. 2004 gewann er das Masters-Turnier von Rom. 2007 erreichte Moyá das Viertelfinale der French Open und unterlag dort Rafael Nadal mit 4:6, 3:6 und 0:6. Ende Juli gewann er mit dem Turnier von Umag seinen letzten Einzeltitel.

Im April 2009 ließ sich Moyá nach einer Verletzung an der Hüfte operieren, er musste anschließend eine mehrmonatige Zwangspause einlegen. Anfang des Jahres 2010 kehrte er auf die ATP Tour zurück, scheiterte aber meist in der ersten Runde. So unterlag er unter anderem dem Deutschen Benjamin Becker beim Madrid Masters glatt mit 0:6 und 2:6. Dieses Match im Mai 2010 war sein letztes auf der Tour. Im November 2010 verkündete Moyá aufgrund anhaltender Fußprobleme seinen Rücktritt vom professionellen Tennis. Er wurde im Rahmen der ATP Finals in London feierlich verabschiedet.

Nach dem Leistungssport spielte Moyá auf der ATP Champions Tour. Zudem war er von 2013 bis Ende 2014 zwei Jahre lang Kapitän der spanischen Davis-Cup-Mannschaft, für die er in seiner aktiven Zeit eine Bilanz von 20:7 vorweist.

Seit 2017 ist er im Trainerteam von Rafael Nadal und nach Toni Nadals Rückzug seit 2018 dessen Haupttrainer.

Spielweise Moyá hatte mit bis zu 218 km/h einen sehr harten Aufschlag. Im Wettkampf versuchte er hauptsächlich seine starke Vorhand einzusetzen. Die Rückhand spielte er beidhändig. Er war besonders auf Sandplätzen erfolgreich. Obwohl er Linkshänder ist, spielte er Tennis mit der rechten Hand.

Privat Moyá hat seinen Wohnsitz in Genf und ist seit 2007 mit der spanischen Schauspielerin Carolina Cerezuela liiert. Das Paar ist seit 2011 verheiratet und hat drei Kinder.

Erfolge Legende (Anzahl der Siege) Grand Slam (1) Tennis Masters CupATP World Tour Finals ATP Masters SeriesATP World Tour Masters 1000 (3) ATP International Series GoldATP World Tour 500 (3) ATP International SeriesATP World Tour 250 (13) ATP Challenger Tour (2)ATP-Titel nach Belag Hartplatz (4) Sand (16) Rasen (0) Teppich (0)

Einzel Turniersiege ATP Tour Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis 1. 13. November 1995 (1) Sand 6:0, 6:3 2. 19. August 1996 (1) Sand 6:0, 7:64 3. 25. August 1997 Hartplatz 6:4, 7:61 4. 27. April 1998 Sand 6:3, 6:0, 7:5 5. 8. Juni 1998 Sand 6:3, 7:5, 6:3 6. 17. April 2000 Sand 6:3, 6:2 7. 23. Juli 2001 Umag (2) Sand 6:4, 3:6, 7:62 8. 4. März 2002 (1) Sand 7:64, 7:64 9. 15. Juli 2002 Sand 6:3, 2:6, 7:5 10. 22. Juli 2002 Umag (3) Sand 6:3, 6:2 11. 12. August 2002 Hartplatz 7:5, 7:65 12. 17. Februar 2003 Buenos Aires (2) Sand 6:3, 4:6, 6:4 13. 21. April 2003 Sand 5:7, 6:2, 6:2, 3:0 aufgg. 14. 21. Juli 2003 Umag (4) Sand 6:4, 3:6, 7:5 15. 5. Januar 2004 (1) Hartplatz 6:4, 3:6, 7:65 16. 1. März 2004 Acapulco (2) Sand 6:3, 6:0 17. 3. Mai 2004 Sand 6:3, 6:3, 6:1 18. 3. Januar 2005 Chennai (2) Hartplatz 3:6, 6:4, 7:65 19. 13. Februar 2006 Buenos Aires (3) Sand 7:66, 6:4 20. 29. Juli 2007 Umag (5) Sand 6:4, 6:2

Challenger Tour Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis 1. 23. Juli 1995 Sand 6:3, 6:4 2. 17. September 1995 Sand 6:2, 6:7, 6:4

Finalteilnahmen Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis 1. 6. Mai 1996 Sand 4:6, 6:4, 3:6 2. 16. September 1996 (1) Sand 1:6, 6:75 3. 13. Januar 1997 (1) Hartplatz 3:6, 1:6 4. 27. Januar 1997 Hartplatz 2:6, 3:6, 3:6 5. 4. August 1997 Sand 6:74, 6:75, 7:64, 2:6 6. 18. August 1997 Hartplatz 3:6, 6:73 7. 15. September 1997 Sand 2:6, 2:6 8. 5. Oktober 1998 Sand 7:65, 2:6, 3:6 9. 30. November 1998 Hartplatz (i) 6:3, 6:3, 5:7, 3:6, 5:7 10. 8. März 1999 Hartplatz 7:5, 4:6, 4:6, 6:4, 2:6 11. 23. April 2000 Hartplatz (i) 3:6, 2:6 12. 30. April 2001 Sand 6:4, 5:7, 6:3, 3:6, 5:7 13. 22. April 2002 Sand 5:7, 3:6, 4:6 14. 30. September 2002 Hartplatz 3:6, 6:1, 6:74 15. 31. März 2003 Hartplatz 3:6, 3:6 16. 13. Oktober 2003 Hartplatz (i) 3:6, 3:6, 3:6 17. 19. Januar 2004 Sydney (2) Hartplatz 3:4 aufgg. 18. 30. September 2004 Sand 4:6, 1:6 19. 1. August 2005 Sand 2:6, 6:4, 2:6 20. 9. Januar 2006 Hartplatz 6:76, 2:6 21. 15. Januar 2007 Sydney (3) Hartplatz 3:6, 7:5, 1:6 22. 5. März 2007 Sand 3:6, 6:72 23. 17. Februar 2008 Sand 6:74, 6:3, 5:7 24. 14. September 2008 Bukarest (2) Sand 3:6, 4:6

Einzelnachweise

Weblinks

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