miniatur|Bericht über die Verhandlungen in Salzburg im slowakischen Magazin Nový svet (1940) Das Salzburger Diktat (slowakisch: Salzburgský diktát) bezeichnet die am 28. Juli 1940 in Salzburg durchgeführten Verhandlungen Adolf Hitlers und Joachim von Ribbentrops mit den slowakischen Politikern Jozef Tiso, Vojtech Tuka und Alexander Mach, aufgrund derer eine Umbildung der slowakischen Regierung zugunsten stärker deutschfreundlicher Kräfte durchgesetzt wurde.Christoph Dieckmann: Kooperation und Verbrechen: Formen der „Kollaboration“ im östlichen Europa 1939–1945. S. 35 (online).Jörg Konrad Hoensch: Studia Slovaca: Studien zur Geschichte der Slowaken und der Slowakei. S. 261 (online).
Ereignisse
Der deutsche Gesandte in Bratislava Hans Bernard äußerte sich Ende Juni 1940 folgendermaßen über den Grund für die „Verhandlungen“ in Salzburg:
Ferdinand Ďurčanský, der bis dahin sowohl Innen- als auch Außenminister des Slowakischen Staates war und für eine möglichst vom Deutschen Reich unabhängige Außenpolitik eintrat, wurde durch die zwei nationalsozialistisch eingestellten, deutschfreundlichen Politiker Alexander Mach für das Innen- und Vojtech Tuka für das Außenressort abgelöst.Jörg Konrad Hoensch: Studia Slovaca: Studien zur Geschichte der Slowaken und der Slowakei. Außerdem musste der von Staatspräsident Jozef Tiso erst am 21. Mai 1940 zum Oberbefehlshaber der Hlinka-Garde ernannte František Galan zurücktreten und seine Funktion wieder an Alexander Mach übergeben.Beáta Katrebobá-Blehová: Versuche des Reichsaußenministers zur Abberufung von Karol Sidor in Folge der Verhandlungen in Salzburg S. 435 u. 436 (slowakisch; PDF; 247 kB).
Darüber hinaus forderte Hitler von den slowakischen Politikern, ihre antijüdische Gesetzgebung an die des Dritten Reiches anzupassen.Saul Friedländer, Martin Pfeiffer: Das Dritte Reich und die Juden: Die Jahre der Vernichtung, 1939–1945, C.H.Beck, 2006 S. 259. Es erfolgte die Ernennung des ehemaligen SA-Führers Manfred von Killinger zum Gesandten in Bratislava. Dieser erklärte:
Am 1. September 1940 wurde außerdem Dieter Wisliceny „Berater für Judenfragen“ bei der slowakischen Regierung.Saul Friedländer, Martin Pfeiffer: Das Dritte Reich und die Juden: Die Jahre der Vernichtung, 1939–1945. S. 106 (online).
Einzelnachweise
Kategorie:Erste Slowakische Republik im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Geschichte (Salzburg) Kategorie:Politik 1940