Noda (jap. , -mura) ist eine Dorfgemeinde im Landkreis Kunohe im Osten der Präfektur Iwate in Japan.

Geographie Noda liegt am östlichen Fuß des Kitakami-Berglandes an der Noda-Bucht (, Noda-wan) des Pazifischen Ozeans.

Das Dorf Noda liegt an der nördlichen Sanriku-Küste, wo die Geologie von der Oberkreide-Kuji-Gruppe dominiert wird. Das alluviale Tiefland entstand entlang von Flüssen und Meeresterrassen. In den Küstengebieten erstrecken sich Klippen und Küsten-Riffe ins Meer. Der Strand besteht aus Sand und Kies, die eine seltene sedimentäre Umgebung an der nördlichen Sanriku-Küste darstellen, die zu einer Ria-Küste entwickelt ist. Im Tiefland befinden sich Reisfelder und urbane Gebiete. (Online veröffentlicht am 28. Dezember 2017). Lizenz: Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0).

Im nördlichen Teil befindet sich ein ausgedehntes Mündungsdelta mehrerer Flüsse. In diesen befindet sich das Ortszentrum mit dem Ortsteil Noda mit dem Großteil der Bevölkerung. Der Ortsteil- und damit Dorfname entstammt diesen geografischen Gegebenheiten da no „Grasland“ bedeutet und da „Reisfeld“. Dieser Ortsteil ist wiederum untergliedert in 37 durchnummerierte Unterortsteile, wobei sich einige davon auch im schwach besiedelten Hinterland befinden. Wenige Kilometer weiter südlich befindet sich ein weiteres kleines Delta mit dem Ortsteil Tamagawa (, wörtlich: „Juwelenfluss“) und seinen 5 ebenfalls durchnummerierten Unterortsteilen.

In der Noda-Tamagawa-Mine wurde 1972 erstmals das seltene Mineral Kinoshitalith entdeckt, das in Japan nur noch in Hokkejino (Kamo-chō, Kizugawa) vorkommt.

Noda liegt südlich von Kuji, nordöstlich von Iwaizumi und nördlich von Fudai.

Geschichte Die heutige Gemeinde entstand am 1889 im Zuge der landesweiten Gemeindeneuorganisation aus der Zusammenlegung des alten Dorfes Noda mit dem benachbarten Tamagawa.

Erdbeben- und Tsunamikatastrophen mini|links|Aufräumarbeiten nach dem Tsunami 2011 durch US-Soldaten im Rahmen der Hilfsoperation Tomodachi In der Geschichte wurde das Sanriku-Gebiet an der Pazifikküste der Tōhoku-Region, die dem Japangraben gegenüberliegt, häufig von großen Tsunamis beeinflusst. Zu den bekanntermaßen besonders großen historischen Tsunamis zählen die Tsunamis der Jahre 1611, 1896, 1933 und 2011. Für die Zeit vor dem Tsunami von 1896 stehen keine schriftlichen Aufzeichnungen über große Tsunamis zur Verfügung. +Vergleich der Bilanzen von völlig zerstörten Häusern und Opfern in Noda für die Katastrophen von 1896, 1933, 1960 und 2011 (Online veröffentlicht am 15. August 2017). Mit Verweis auf: Tadashi Nakasu, Yuichi Ono, Wiraporn Pothisiri: Forensic investigation of the 2011 Great East Japan Earthquake and Tsunami disaster: a case study of Rikuzentakata, Disaster Prevention and Management, 26 (3) (2017), S. 298–313, DOI: 10.1108/DPM-10-2016-0213. Katastrophenereignis Völlig zerstörte Häuser Zahl der Todesopfer Quelle Meiji 1896 (Erdbeben und Tsunami) 80 260 Shōwa 1933 (Erdbeben und Tsunami) 62 8 Chile 1960 (Erdbeben und Tsunami) 9 0 Tōhoku 2011 (Erdbeben und Tsunami) 309 38 Anmerkung: Die Zahl der Todesopfer für die Tōhoku-Katastrophe 2011 errechnet sich aus den Gesamtzahlen der Toten und Vermissten des 153. FDMA-Schadensberichts vom 8. März 2016 abzüglich der Zahlenangaben katastrophenbedingter Todesfälle,Mit dem Ausdruck „disaster-related deaths“ hat die Wiederaufbaubehörde (Reconstruction Agency) offiziell eine Kategorie für solche Fälle definiert, in denen der Tod Folge indirekter Schäden war, die durch Erdbeben, Tsunami und Nuklearkatastrophe verursacht waren. (Quelle: (Online veröffentlicht am 22. Dezember 2017); Lizenz: Creative Commons Attribution Non Commercial (CC BY-NC 4.0).) die von der Wiederaufbaubehörde (Reconstruction Agency, RA) ermittelt wurden. In Noda drang der Meiji-Sanriku-Tsunami 1896 nach Angaben der lokalen Bevölkerung bis 880 m ins Inland und bis zu einer Höhe von 16 m vor.

Am 11. März 2011 wurde Noda nach dem Tōhoku-Erdbeben von einem Tsunami getroffen, der das Dorfzentrum schwer beschädigte. 311 Wohngebäude wurden vollständig und 168 weitere teilweise zerstört. 39 Menschen wurden getötet. (), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 157. Bericht, 7. März 2018. Im Überflutungsgebiet lebten 68,9 % der 4.639 Einwohner von Noda. Das Krankenhaus – die einzige medizinische Einrichtung der Stadt – wurde vom Tsunami beschädigt und büßte seine Funktionalität ein. (Erstmals online verfügbar am 12. Juni 2018). Lizenz: Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0). Das Erdgeschoss des Rathauses wurde überschwemmt, und es blieben Tsunamispuren in der Höhe von einem Meter an der Außenwand zurück. Der Tsunami erreichte in der Nähe der Küste von Noda eine Höhe von 22,84 m. Er drang bis zu etwa 720 m landeinwärts und bis zu einer Höhe von 12 m Höhe vor. Da die Wellenbrecher erst nach dem Tsunami von 1896 errichtet wurden, können die Überflutungsdistanzen und Auflaufhöhen der Tsunamis von 1896 und 2011 nicht unmittelbar miteinander verglichen werden.

Verkehr Wichtigste und einzige Fernstraße ist die Nationalstraße 45 nach Sendai oder Aomori. Es besteht ein Bustransfer mit der nahen Großstadt Kuji über die Kuji-Küstenlinie (, Kuji kaigansen) der Norunetto Kuji (), eines Gemeinschaftsunternehmens des Busunternehmens Iwate Kenpoku Bus K.K., des Touristikunternehmens Sanriku Kankō K.K. und des Personentransportunternehmens K.K. Hikari Sōgō Kōtsū.

An das Schienennetz ist Fudai über die Kita-Rias-Linie (Nord-Rias-Linie) der Eisenbahngesellschaft Sanriku Tetsudō angebunden. Diese führt zu den Hauptbahnhöfen von Miyako oder Kuji. Die Haltestellen in Noda sind Rokuchū-Noda (, -eki) und Noda-Tamagawa (, -eki).

Bildung mini|Noda-Dorfbüro der Präfektur Iwate In Noda befindet sich die Grundschule Noda (, Noda-sonritsu Noda shōgakkō), die Mittelschule Noda (, Noda-sonritsu Noda chūgakkō) und die präfekturale technische Oberschule Kuji (, Iwate-kenritsu Kuji kōgyō kōtō gakkō), die sich trotz ihres Namens nicht im nahen Kuji befindet.

Weblinks

岩手県地震・津波シミュレーション及び被害想定調査 (Übersicht zur Erdbeben-/Tsunami-Simulation und Schadensprognose für Iwate): 岩手県津波浸水予測図(野田村) (Tsunami-Inundationsprognose-Diagramm der Präfektur Iwate für das Dorf Noda), www2.pref.iwate.jp (Präfektur Iwate). Eine Druckversion mit weiterführenden Informationen ist verfügbar als: (PDF), www2.pref.iwate.jp (岩手県), November 2004 (überarbeitet: Februar 2006). Die Tsunamigefährdungskarte beruht mit ihren Tsunamiüberflutungsangaben auf drei Tsunami-Simulationen (1. historischer Meiji-Sanriku-Tsunami, 2. historischer Showa-Sanriku-Tsunami und 3. vorhergesagter Miyagi-Oki-Erdbeben-Tsunami). Die Karte des Kokudo Chiriin (国土地理院, Geographical Survey Institute=GSI) ist im Maßstab 1:25000 erstellt und für den Ausdruck im Papierformat A3 bestimmt. Die Studie zur Schadensprognose wurde von der Präfektur Iwate im Jahr 2003 und 2004 durchgeführt. 10万分1浸水範囲概況図, 国土地理院 (Kokudo Chiriin, Geospatial Information Authority of Japan, ehemals: Geographical Survey Institute = GSI), www.gsi.go.jp: 地理院ホーム > 防災関連 > 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震に関する情報提供 > 10万分1浸水範囲概況図: Das GSI veröffentlicht an dieser Stelle eine Landkarte mit Noda (浸水範囲概況図4), auf der die vom Tōhoku-Tsunami 2011 überfluteten Gebiete auf Grundlage von Auswertungen von Luftbildern und Satellitenaufnahmen eingezeichnet sind, soweit dies möglich war.

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Ort in der Präfektur Iwate Kategorie:Ort mit Seehafen