mini|Der heilige Magnus von Oderzo mit dem auferstandenen Jesus und dem „ungläubigen“ Apostel Thomas, Gemälde von Cima da Conegliano, Tempera und Öl auf Holz, 215 mal 151 cm, Accademia, Venedig mini|Relief mit einer Darstellung des Heiligen oberhalb der Eingangspforte des Palazzo Magno alla Maddalena am Campo della Maddalena im Sestiere Cannaregio, unmittelbar neben der namensgebenden Kirche gelegenPalazzo Magno, Catalogo generale dei Beni Culturali. Magnus von Oderzo (* 580 in Altinum; † um 670 in Opitergium) war Bischof von Opitergium, dem späteren Oderzo, und Kirchengründer. Er wird in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt.
Leben Über sein Leben gibt es keine zeitgenössischen Quellen. Nach der Tradition, der vor allem im 14. Jahrhundert einsetzenden, staatlich gesteuerten Geschichtsschreibung, wurde er als Sohn einer vornehmen Familie in Altinum geboren. Nach einer gründlichen Ausbildung bereitete er sich als Eremit auf das Priesteramt vor. Er gilt als eifriger Kämpfer gegen den Arianismus, der von den Langobarden gefördert wurde.
630 folgte er dem Heiligen Tiziano (Ticianus) als Bischof der Diözese Opitergium nach. Zu dieser Zeit war die Stadt formal noch unter der Herrschaft des Oströmischen Reiches. Rothari, König der Langobarden, nutzte die Schwäche der Oströmer aus und eroberte Opitergium, wie Paulus Diaconus berichtet.Historia Langobardorum IV, 45. Die meisten Einwohner flohen unter der Führung des Bischofs auf die nahegelegenen Laguneninsel Melidisa und gründeten eine Stadt, die zu Ehren des Herakleios, des byzantinischen Kaisers der Jahre 610 bis 641, Heracleia genannt wurde. Papst Severinus gestattete Magnus, auch den Bischofssitz auf die Insel zu verlegen. 667 zerstörten Langobarden unter König Grimoald endgültig die Stadt Opitergium und eine zweite Flüchtlingswelle traf auf der Insel ein.
Bischof Magnus gilt als Gründer von acht Kirchen im heutigen Stadtgebiet von Venedig, nämlich von Santi Apostoli, San Pietro di Castello, Santa Maria Formosa, Santa Giustina, San Giovanni in Bragora, San Zaccaria, San Salvador und Angelo Raffaele.
Heracleia verlor ab dem frühen 9. Jahrhundert gegenüber Venedig an Bedeutung und wurde schließlich, wegen des Vordringens der Lagune, aufgegeben. Der Doge Pietro Ziani überführte die Gebeine des Heiligen am 6. Oktober 1206 nach Venedig in die Kirche San Geremia.Antonio Piva: Le Chiese, dal paleocristiano al gotico, Istituto geografico De Agostini, Novara 1987, S. 191. 1459 erklärte der Senat diesen Tag zum Feiertag. 1563 wurde ein Arm des Heiligen in den Markusdom gebracht, wo er am 6. Oktober dem Dogen und den Gläubigen in einem prunkvollen Reliquiar zur Verehrung gezeigt wurde. 1956 kehrten die Gebeine in das neue Eraclea zurück, womit sich die Stadt nicht nur den antiken Namen, sondern auch die besagten Reliquien zueignete.
Cima da Conegliano hat den Heiligen zusammen mit dem Apostel Thomas in einem Gemälde dargestellt, das sich heute in der Accademia (Venedig) befindet.
Literatur Adriano Merlo: Vita di San Magno vescovo di Oderzo poi di Eraclea patrono della città di Venezia e specialmente della parocchia del SS. Salvatore, Giambattista Merlo, Venedig 1860.
Weblinks St. Magnus, October 6, The Black Cordelias Saint Magnus of Orderzo, CatholicSaints.Info San Magno and his eight churches, archive.org, 29. Juli 2017 Magno di Oderzo, bei Santi, beati e testimoni, santiebeati.it.
Siehe auch Titularbistum Opitergium
Anmerkungen
Kategorie:Bischof (7. Jahrhundert) Kategorie:Heiliger (7. Jahrhundert) Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren 580 Kategorie:Gestorben im 7. Jahrhundert Kategorie:Mann