mini|Christine Silberhorn im November 2025 während einer Diskussionsrunde im Audimax der TU-Berlin. Christine Ella Silberhorn (* 19. April 1974 in Nürnberg) ist eine deutsche Physikerin und Hochschullehrerin.

Zeitweise trug sie den Namen Christine Knobloch. Werdegang Christine Silberhorn machte 1993 ihr Abitur und studierte im Anschluss bis 1999 Mathematik und Physik an der Universität Erlangen-Nürnberg. 1999 legte sie ihr erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Von 1999 bis 2002 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Optik der Universität Erlangen-Nürnberg und promovierte 2002 über das Thema Quanteninformationsverarbeitung. Danach war Silberhorn 2003/04 als Post-Doktorandin am Clarendon Laboratory der Universität Oxford tätig und war Junior Research Fellow des Wolfson College in Oxford, Großbritannien. 2005 bis 2009 war sie Leiterin der Nachwuchsgruppe Integrierte Quantenoptik am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching) mit Sitz in Erlangen und von 2009 bis 2011 Gruppenleiterin (Integrierte Quantenoptik) am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts in Erlangen, wo sie sich im Jahr 2008 habilitierte. 2011 erhielt Silberhorn den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preis. Zu diesem Zeitpunkt war sie jüngste Preisträgerin, die je diese Auszeichnung erhalten hatte.

Seit 2010 ist Silberhorn Inhaberin des Lehrstuhls für Integrierte Quantenoptik der Universität Paderborn.

Werk Sie befasst sich mit experimenteller Quantenoptik, speziell dem Nachweis und der Erzeugung hochgradig, „nicht-klassischer“ Photonenstatistiken und der Entwicklung integrierter, quantenoptischer Systeme. 2001 gelang ihr mit Gerd Leuchs und anderen die Erzeugung einer kontinuierlichen EPR-Verschränkung (EPR-Zustände) in einem Lichtfeld.Ch. Silberhorn, P. K. Lam, O. Weiss, F. Koenig, N. Korolkova, G. Leuchs, Generation of Continuous Variable Einstein-Podolsky-Rosen Entanglement via the Kerr Nonlinearity in an Optical Fibre, Phys. Rev. Lett., Band 86, 2001, S. 4267, Arxiv 2003 entwickelte sie mit anderen Detektoren, die einzelne Photonen in einem Lichtpuls auflösen und damit zählen können.Daryl Achilles, Christine Silberhorn, Cezary Śliwa, Konrad Banaszek, Ian A Walmsley, Fiber-assisted detection with photon number resolution, Optics Letters, Band 28, 2003, S. 2387–2389 Sie entwickelt mit ihrer Gruppe optische Bauelemente (Quantum Devices) und integrierte Systeme für einzelne Photonen und Paare von Photonen, mit Anwendungen in der Quantenkryptographie und Quanteninformationstheorie. Ein Fernziel sind Quantencomputer mit Schaltkreisen für Photonen. 2019 demonstrierte sie mit anderen Hong-Ou-Mandel-Effekt in integrierten elektro-optischen Quantensystemen als Beispiel der dynamischen Manipulation von Photonenzuständen.Kai-Hong Luo, Sebastian Brauner, Christof Eigner, Polina R. Sharapova, Raimund Ricken, Torsten Meier, Harald Herrmann, and Christine Silberhorn, Nonlinear integrated quantum electro-optic circuits, Science Advances, Band 5, Januar 2019, eaat1451, Abstract| Außerdem stellte sie Experimente zum Quantum Walk an.A. Schreiber, C. Silberhorn u. a., A 2D quantum walk simulation of two-particle dynamics, Science, Band 336, 2012, S. 55–58Andreas Schreiber, Christine Silberhorn u. a., Photons walking the line: a quantum walk with adjustable coin operations, Phys. Rev. Lett., Band 110, 2010, S. 050502

Auszeichnungen und Mitgliedschaften 2003 erhielt Silberhorn für ihre Dissertation über intensive verschränkte Lichtstrahlen und Quantenkryptographie einen der Ohm-Preise für wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Erlangen., abgerufen am 17. März 2011. 2006 wurde Silberhorn in die Junge Akademie aufgenommen, die von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina getragen wird.Pressemitteilung der Universität Erlangen vom 25. Juli 2006, abgerufen am 17. März 2011. Die Aufnahme in die "Junge Akademie" erfolgt für fünf Jahre. 2007 erhielt Silberhorn die Ehrenplakette der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring für Jungwissenschaftler und den Hertha-Sponer-Preis. 2008 wurde die Wissenschaftlerin Silberhorn mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnet. 2011 erhielt sie für Arbeiten im Bereich der experimentellen Quantenoptik als bis dato jüngste Preisträgerin den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis.Darstellung auf der Internetseite der Deutschen Forschungsgemeinschaft, abgerufen am 17. März 2011, Nachricht auf wdr.de vom 2. Dezember 2010, gesehen am 6. April 2011. 2012 wurde Silberhorn zum Mitglied der Leopoldina gewählt. 2015 Silber‐Medaille für hervorragende internationale Kooperation, Tschechische Technische Universität Prag 2016 erhielt Silberhorn für ihre Forschung an der Universität Paderborn ein mit 3,91 Millionen Euro dotiertes Stipendium des Europäischen Forschungsrates 2020 wurde sie in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste gewählt. 2023 wurde sie in den Wissenschaftsrat (Deutschland) berufenPhysik Journal 22 (2023) Nr. 3, S. 58 und zum Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) gewählt.

Weblinks

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Einzelnachweise

Kategorie:Physiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Optiker Kategorie:Absolvent der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Kategorie:Leibnizpreisträger Kategorie:Hochschullehrer (Universität Paderborn) Kategorie:Mitglied der Leopoldina (21. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste Kategorie:Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1974 Kategorie:Frau