Das Vermächtnis des Inka ist ein Abenteuerfilm aus dem Jahr 1965. Die Produktion aus der Reihe der deutschen Karl-May-Filme entstand unter der Regie von Georg Marischka.

Handlung Gerade als der Inkakönig Tahuca den Brüdern Jan und Karl Hansen mitteilt, dass er seinen Sohn Haukaropora in die Hauptstadt der Weißen schicken will, um ihm dort eine Ausbildung zu ermöglichen, wird er vom Banditen Gambusino ermordet. Der stiehlt auch noch einen Teil eines Quipu, einer alten Knotenschnur, die den verschlüsselten Weg zum sagenhaften Inkaschatz beinhaltet. Der Priester Anciano hält die Hansen-Brüder für die Mörder, schwört den Weißen ewige Rache und kümmert sich von nun an selbst um die Ausbildung des letzten Inkas.

Zehn Jahre später ist die Ausbildung Haukaroporas beendet. Der Gambusino und sein Helfershelfer, der Stierkämpfer Perillo, unterstützen die Pläne Ancianos, die Regierung umzustürzen und Haukaropora als neuen Inkakönig einzusetzen. Sie hoffen, so leichter an das immer noch nicht gefundene Inkagold heranzukommen. Nun kehrt Karl Hansen zurück und erhält von Präsident Castillo den Auftrag, im Konflikt zu vermitteln, obwohl ihn Verschwörer in der Regierung des Mordes am alten Inkakönig bezichtigen. Doch Castillo vertraut Karl Hansen, den die Bevölkerung unter dem Namen „Vater Jaguar“ kennt.

Auf dem Weg zu Anciano wird Jaguar von Gambusino verfolgt, erhält aber Hilfe von seiner Nichte Graziella und dem deutschen Professor Morgenstern mit dessen Gehilfen Fritze Kiesewetter. Beide sind mit dem verlausten „Indio“ Don Parmesan als Führer eigentlich auf der Suche nach Fossilien, als sie unversehens in den Konflikt hineingeraten. Professor Morgenstern wird sogar für den verschollenen Obersten Glotino gehalten und findet eher nebenbei ein verstecktes Waffenlager der Rebellen. Die Behausung der Waffen stellt sich dann als Panzer eines ausgestorbenen Riesengürteltieres heraus.

Graziella trifft den Inkaprinzen Haukaropora, sie beginnen sich zu mögen, und Graziella kann ihn überzeugen, dass eine Neuauflage des alten Inkareiches aussichtslos ist. Der alte Priester Anciano will jedoch Haukaropora in der alten Inka-Bergfestung Machu Picchu unbedingt zum Inkakönig krönen und damit das Startsignal zum Aufstand geben. Dort trifft Vater Jaguar erneut auf Gambusino, erkennt in ihm den Mörder nicht nur des alten Inkakönigs, sondern auch seines Bruders und kann ihn nach heftigem Kampf töten. Während der Krönungszeremonie von Haukaropora wirft dieser seine Federkrone in den Abgrund und verdeutlicht damit, dass er den Frieden will. Die aufgebrachten Indianer töten Haukaropora, und die letzte Hoffnung auf ein erneutes Inkareich ist damit vorbei.

Produktion Nachdem Georg Marischka sich bei Artur Brauner vergeblich um die Verfilmung des erfolgreichen Romans bemüht hatte, gründete er zusammen mit seinem Bruder eine eigene Filmfirma, um das Projekt doch noch zu realisieren. Da Karl-May-Filme als Erfolgsgarantie galten, hatte Produzent Franz Marischka keine Probleme, mit Hilfe von Carl Szokoll und der Wiener Stadthalle die nötigen Kredite aufzutreiben und in der Nora-Filmverleih einen Filmverleih zu finden.

Der Film wurde zunächst ab 21. August 1965 zum Teil an Originalschauplätzen in Peru, darunter bei Machu Picchu, danach vom 9. September bis 12. Oktober 1965 in Bulgarien im Naturpark bei Belogratschik gedreht. Der Kampf mit dem Jaguar, die Stierkampfszenen und einige Szenen im Park des königlichen Palastes entstanden vom 8. September bis zum 13. September 1965 in der spanischen Stadt Aranjuez. Der Präsidentenpalast war im Filmstudio Sofia aufgebaut. Am 12. Oktober 1965 waren die Dreharbeiten beendet.

Für den völlig unbekannten Hauptdarsteller William Rothlein entschied sich Franz Marischka, weil er ihm zu Unrecht von einem amerikanischen Freund als Modell und Lover Salvador Dalís, der dann auch das Filmplakat malen werde, empfohlen wurde.Franz Marischka: Immer nur lächeln. Amalthea, 2001, S. 214. Auch die weibliche Hauptrolle mit der Israelin Geula Nuni erhielt eine bis dahin wenig bekannte Schauspielerin.

Lange Zeit wurde angenommen, die Filmmusik wäre für einen Italowestern komponiert und hier erneut verwendet worden. Tatsächlich existiert die Originalpartitur Lavagninos, die eindeutig mit "Viva Gringo" (der internationale Titel) überschrieben ist. Die vage Betitelung der einzelnen Stücke und die teilweise Wiederholung legt nahe, dass Lavagnino nur nach grober Angabe und ohne Ansicht des (wahrscheinlich noch nicht fertig geschnittenen Films) komponierte und die fertigen Bänder (wie von Marischka geschildert) dem Film angepasst wurden. Auf Filmplakaten wird fälschlich angegeben, dass der Old Shatterhand-Komponist Riz Ortolani die Musik komponiert habe, das war jedoch nur in der Vorplanung beabsichtigt und wurde nicht beibehalten.

Die Welturaufführung fand am 9. April 1966 im Stachus-Filmpalast in München statt.

Nach der von der Presse wenig kommentierten Uraufführung hielt sich das Publikumsinteresse an dem Film in Grenzen. Franz Marischka bemerkte dazu:

Bald darauf musste die Franz-Marischka-Film Konkurs anmelden. Der finanzielle Misserfolg des Films beschleunigte das Ende der Karl-May-Filme.

Die deutsche und die internationale Schnittfassung unterscheiden sich an zahllosen Stellen in der Länge der einzelnen Szenen und Wahl der Einstellungen.

Kritiken

Literatur Michael Petzel: Karl-May-Filmbuch. 2. Auflage. Karl-May-Verlag, Bamberg 1999, ISBN 978-3-7802-0153-9, Kapitel Das Vermächtnis des Inka. S. 328 bis 339 Franz Zwetschi Marischka: „Immer nur lächeln“. Geschichten und Anekdoten von Theater und Film. Amalthea in der F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, Wien · München 2001, ISBN 3-85002-442-3. Mit dem Film beschäftigt sich das Buch auf den Seiten 209 bis 216.

Weblinks

Einzelnachweise

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