Die 304. Infanterie-Division (304. ID) war ein militärischer Großverband der Wehrmacht.
Geschichte
Aufstellung Die 304. ID wurde als bodenständige Division der 13. Aufstellungswelle im November 1940 in Leipzig aufgestellt. Sie setzte sich aus Personal der 56. und 294. Infanterie-Division zusammen.
Atlantikwall Ihr erster Einsatz war die Küstensicherung im besetzten Belgien.
Deutsch-Sowjetischer Krieg Im Oktober 1942 erfolgte eine taktische Umgliederung zu einer Angriffsdivision und die sofortige Verlegung an die Ostfront. Dort wurde sie der Heeresgruppe Süd unterstellt und kämpfte im Donbogen. Dabei erlitt sie schwere Verluste, es wurde beispielsweise die 574. Volksgrenadier-Division völlig vernichtet.
Im April 1943 musste eine Auffrischung erfolgen, weil die 304. ID nur noch die Stärke einer Kampfgruppe hatte. Im Mai 1944 konnte die Personalstärke durch das Eingliedern der aufgelösten 5. Feld-Division (L) erhöht werden.
Nach dem Rückzug der Wehrmacht aus der besetzten Sowjetunion wurde die 304. ID an der Weichsel bei Sandomierz vernichtet.
Der Panzerjäger-Abteilung der Division wurden noch im Oktober 1944 für eine Neuausrüstung vierzehn Jagdpanzer 38 zugeteilt.Spielberger: Leichte Jagdpanzer Bd. 14 Militärfahrzeuge 1992 S. 87
Kriegsende und Kapitulation Der Divisionsstab konnte der Gefangennahme durch einen Ausbruch südlich von Kattowitz entkommen. Daraus bildete sich die Gruppe Generalleutnant SielerLIX. Armeekorps., der weitere Kampfgruppen unterstanden.
Im Februar 1945 kam es in Prag und Ostrava zu einer Neuaufstellung der Division.
Die 304. ID kapitulierte bei Deutsch-Brod im Protektorat Böhmen und Mähren und geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft.
Personen + Divisionskommandeure der 304. IDDienstzeit Dienstgrad Name 15. November 1940 bis 16. November 1942 Generalleutnant Heinrich Krampf 16. November 1942 bis 1. Februar 1943 Generalmajor Ernst Sieler 1. Februar bis 1. März 1943 Oberst Alfred Philippi 1. März bis 30. August 1943 Generalleutnant Ernst Sieler 30. August bis Oktober 1943 Oberst Norbert Holm Oktober 1943 bis 8. Mai 1944 Generalleutnant Ernst Sieler 8. Mai bis 9. August 1944 Generalmajor Gustav Hundt 9. August 1944 bis Januar 1945 Generalleutnant Ernst Sieler 10.–22. Januar 1945 Generalmajor Ulrich Liß Februar bis 6. April 1945 Oberst Friedrich Krüger 6.–17. April 1945 Oberst Robert Bader
+ Generalstabsoffiziere (Ia) der 304. IDDienstzeit Dienstgrad Name 21. Oktober bis Dezember 1942 Oberstleutnant Hans-Ulrich von Oertzen 25. November 1942 bis 20. März 1944 Oberstleutnant Eberhard Einbeck 25. Mai 1944 bis Mai 1945 Major Gerd von Koblinski
Gliederung + Veränderungen in der Gliederung der 304. ID von 1940 bis 1945http://www.diedeutschewehrmacht.de/304%20inf%20div.htm1940 1945 Infanterie-Regiment 573 Grenadier-Regiment 573 Infanterie-Regiment 574 Grenadier-Regiment 574 Infanterie-Regiment 575 Grenadier-Regiment 575 – Divisions-Füsilier-Bataillon 304Artillerie-Regiment 304Pionier-Bataillon 304 Panzerjäger-Abteilung 304 – – Feldersatz-Bataillon 304 Nachrichten-Kompanie 304 Nachrichten-Abteilung 304Nachschubstruppe 304
Literatur
Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen 1921–1945, 3 Bände, Dörfler Verlag 2005, ISBN 978-3-89555-274-8. Antonio J. Muñoz: Göring’s Grenadiers: The Luftwaffe Field Divisions, 1942–1945, Europa Books Inc., 2002, ISBN 978-1-891227-40-0.
Weblinks (PDF; 461 kB), Nafziger Collection, Combined Armed Research Library.
Anmerkungen und Einzelnachweise
Kategorie:Infanteriedivision (Wehrmacht) Kategorie:Gegründet 1940 Kategorie:Aufgelöst 1945 Kategorie:Leipziger Militärgeschichte Kategorie:Division der 13. Aufstellungswelle