mini|Historische Ortsmitte von Boye Boye ist ein Ortsteil der Stadt Celle in Niedersachsen, der nordwestlich des Stadtzentrums an der Aller liegt.

Geschichte Boye wurde erstmals 1235 als „Boie“ urkundlich erwähnt und gehört seit jeher zum Kirchspiel Groß Hehlen. Der Edele Hermann von Meinersen verkaufte zwischen 1233 und 1235, seinen Eigenbesitz in Boie, ein Hof, der Kirche in Groß Hehlen zugehörig; 2 Höfe, 1 Mühle, die Mastweide für 72 Schweine und die Fischerei (in der Aller) an Herzogin Agnes, 2. Ehefrau und Witwe des Pfalzgrafen Heinrich von Sachsen, die diese dem von ihr gestifteten Kloster Wienhausen schenkt.Peter Przybilla: Die Edelherren von Meinersen, Hrsg.: Uwe Ohainski und Gerhard Streich, Hahnsche Buchhandlung Hannover 2007, S. 475

Auf Betreiben von Erich Eichelberg wurde Boye 1968 nach Celle eingemeindet.

Politik

Ortsrat Der Ortsrat Boye setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen. Die Ortsratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:Ortsratswahlen 2021

Ortsbürgermeister Ortsbürgermeister ist Heiko Gevers (CDU).Website Stadt Celle

Religion Boye gehört zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Groß Hehlen und damit zum Kirchenkreis Celle.

Die römisch-katholischen Christen gehören zum Bistum Hildesheim.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Plan des Entenfanges um 1750 Der Entenfang, 2 km nordwestlich von Boye, ist eine kulturhistorische Besonderheit. Es handelt sich dabei um eine Entenfangeinrichtung des 17. Jahrhunderts. Durch zahme Lockenten wurden durchziehende Wildenten angelockt und lebend gefangen. Schon 1649 ließ Herzog Christian Ludwig zu Braunschweig-Lüneburg den Bach Wittbeck in den Boyer Teich umleiten, um einen stetigen Wasserstand für die hier schon vorhandene Fischzucht zu gewährleisten. Sein Bruder Georg Wilhelm ließ 1690 eine Entenkoje nach niederländischem Vorbild anlegen. Die Teichanlage mit Hofstelle war bis 1782 herrschaftlich, wurde verkauft und hatte seitdem zahlreiche Eigentümer. Unter anderem war von 1892 bis 1911 Ernst von Schrader der Eigentümer, der auch die Teiche bei Gut Sunder besaß. 1937 wurde das Teichgebiet Landschaftsschutzgebiet und 1976 Wasserwildreservat. Landkreis Celle zum Entenfang Boye 2021 wurde das Gebiet als Naturschutzgebiet Entenfang Boye und Grobebach ausgewiesen. Der Entenfang Boye mit dem Bruchbach gehören zum FFH-Gebiet Niedersachsen (Melde-Nr. 3226-331). Fischwirtschaft und der Lebendfang von Enten haben hier heute keine wirtschaftliche Bedeutung mehr. Die Anlagen werden vom heutigen Eigentümer aus privaten Mitteln instand gehalten.

Literatur Helmut Hofmann-Weseloh: Boye – Geschichte eines Dorfes und seiner Höfe. Celle 1995 Friedrich W. Schoof: Das alte Kirchspiel Groß Hehlen. Celle 1989 Holger Bruns und Gottfried Vauk: Das Wildwasserreservat Entenfang Boye. Otterndorf 1984 Ulrike Hindersmann: Entenfang. In: Rittergüter der Lüneburger Landschaft. Wallstein Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1680-5, S. 151–156.

Weblinks

Die offizielle Seite der Stadt Celle, Ortsteil Boye Informationen und Bilder zum Entenfang

Einzelnachweise

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