Harlingen () ( und Harns) ist eine Hafenstadt und Gemeinde in der niederländischen Provinz Friesland.
Der Name beruht vermutlich auf dem Herrensitz Harlinga und steht in keiner Verbindung zu dem ostfriesischen Landstrich Harlingen. Am hatte die Stadt Einwohner.
Lage und Wirtschaft Wirtschaftlich ist Harlingen vorwiegend von Landwirtschaft, Schifffahrt, Seefischerei und Tourismus geprägt. Ungefähr acht Kilometer südlich von Harlingen beginnt der Abschlussdeich, der das Wattenmeer vom IJsselmeer trennt. Harlingen hat verschiedene Hafenbecken (in den Niederlanden selbst als eigenständige Haven bezeichnet). Diese werden heute teils touristisch (z. B. der Zuiderhaven für Yachten und Traditionssegler), teils wirtschaftlich genutzt. Die Wirtschaftshäfen ermöglichen der Seeschifffahrt den Zugang zur Provinz Friesland. Der neue Fischereihafen wird auch von den großen Kuttern aus Urk genutzt. Vor allem Muscheln werden an Land gebracht. Harlingen hat noch einige kleine Schiffswerften; dort werden nur noch Yachten neu gebaut. Es gibt Fährverbindungen zu den Westfriesischen Inseln Terschelling und Vlieland.
Geschichte Im Jahr 777 gründete Gustavus Forteman in Almenum die erste Christenkirche Frieslands.Pieter Glazema: Gewijde plaatsen in Friesland. J.A. Boom, Meppel 1948, S. 127. Um 1157 wurde das Kloster Ludingakerke von Eilwardus Ludinga gegründet. Die Mönche legten Grachten an, um den Handel zu stärken. Dadurch gewann das westlich von Almenum liegende, aus zwei „Terpen“ (Warften) entstandene Harlingen so an Bedeutung, dass es im Jahr 1234 das Stadtrecht erhielt. Die Stadt florierte zeitweise, als sie sich wirtschaftlich auf Holland orientierte.
Ehemals lag der Ort westlicher, aber das Meer riss mehrfach Land weg, so dass sich der Ort langsam verlagerte. 1543 und 1565 erfolgten Erweiterungen nach Norden, die den Noorderhafen zum Binnenhafen machten. 1574 mussten auf Befehl des Statthalters, des Herzogs von Alba, Caspar de Robles, die Deiche an der friesischen Küste erhöht werden. 1579 wurde die Stadt wegen des Zuzugs flämischer Mennoniten nach Osten erweitert. Aufgrund des verstärkten Seehandels mit Anrainern von Nord- und Ostsee folgte 1598 eine Erweiterung der Stadt nach Süden. 1644 wurde die friesische Kriegsflotte in den Zuiderhafen verlegt. Die Handelsschifffahrt dominierte jedoch weiter Harlingen. Es gab Liniendienste zu den Westfriesischen Inseln, in die ganze Provinz und die Häfen der Zuiderzee bis nach Amsterdam. Auch heute werden in den Häfen der Stadt viele Waren umgeschlagen, zum Beispiel Holz, Kies und Vieh.
Politik Sitzverteilung im Gemeinderat
Der Gemeinderat wird folgendermaßen gebildet: Partei Sitze 1982 1986 1990 1994 1998 2002 2006 2010 2014 2018 2022 2026 CDA 4 3 4 3 4 5 4 2 3 3 3 4 GroenLinks – – 1 1 2 2 2 1 1 1 1 4 PvdA 6 6 6 5 4 4 6 3 3 5 4 Harlinger Belang 4 5 4 5 2 2 3 2 3 2 3 3 Harlinger Alternatief ’97 – – – – 2 1 – – – – – VVD 2 2 2 1 2 2 2 2 2 2 2 2 Wad’n Partij Harlingen – – – – – – – – 1 1 2 2 Harlinger Onafhankelijke Ouderen Partij – – – – – – – – – 1 1 1 D66 0 – – 2 1 0 0 1 2 1 1 1 ChristenUnie – – – – – – – 1 1 1 0 0 Jezus Leeft – – – – – – – – – – 0 – Ouderen Politiek Actief – – – – – – – – 1 – – – Frisse Wind Harlingen – – – – – – – 3 – – – – SP – – – – – – – 2 – – – – Nederlandse Klokkenluiders Partij – – – – – – – 0 – – – – SGP – – 0 – – – – – – – – – RPF – 1 – – – – – – – – – GPV 1 – – – – – – – – – – Gesamt 17 17 17 17 17 17 17 17 17 17 17 17
Anmerkungen
Bürgermeister Seit dem 31. Mai 2021 ist Ina Sjerps (PvdA) amtierende Bürgermeisterin. Zu ihrem Kollegium zählen die Beigeordneten Hein Kuiken (PvdA), Harry Boon (CDA), Paul Schoute (VVD) sowie die Gemeindesekretärin Saskia van den Broek.Samenstelling college Gemeente Harlingen, abgerufen am 17. Juni 2018 (niederländisch)
Veranstaltungen Durch Harlingen führt die Strecke der Elfstedentocht, des berühmten Eisschnelllauf-Marathonrennens entlang der elf friesischen Städte.
Verkehr mini|Station Harlingen Haven Die Station Harlingen Haven ist Endstation einer von Regionalbahnen des Verkehrsunternehmen Arriva befahrenen Eisenbahnstrecke nach Leeuwarden über Franeker. Eine weitere Station an dieser Strecke im Stadtgebiet ist der Bahnhof Harlingen. Harlingen liegt am Rijksweg 31, der nach Leeuwarden als Autobahn verläuft. Vom Fähranleger Harlingen aus bestehen Fährverbindungen zu den Inseln Terschelling und Vlieland.
Tourismus In der von Grachten durchzogenen Innenstadt Harlingens befinden sich zahlreiche historische Gebäude vom 16.–19. Jahrhundert. Bemerkenswerte Bauten sind: das barocke Rathaus von 1730 mit Turm des Vorgängerbaus aus dem 16. Jahrhundert die reformierte Grote Kerk (Große Kirche), erbaut von 1772 bis 1775 die katholische Sankt-Michael-Kirche am Zuiderhaven, erbaut 1881 von Alfred Tepe als dreischiffige Kreuzbasilika im neugotischen Stil
In der Saison frequentieren viele Freizeitschiffe (darunter Traditions- und Plattbodenschiffe, unter anderem die sogenannten skûtsjes) den Hafen. Teile des Hafens liegen nahe der Innenstadt.
Samstags findet ein Wochenmarkt im Hauptort statt.
Das außergewöhnlichste Hotel der Stadt ist ein 1967 gebauter Hafenkran, in dem 2001 eine Hotelsuite eingerichtet wurde.Milda Drüke: In einer Sternennacht am Hafen. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Nr. 16, 23. April 2017, S. 64.
Persönlichkeiten Jakob von Typsma (1608–1672), Mediziner Baudina Stinstra (1739–1821), Zeichnerin Karl Friedrich am Ende (1756–1810), österreichischer Feldmarschallleutnant Jurjen de Jong (1807–1890), Genre- und Porträtmaler Pieter Willem Sebes (1827–1906), Genre- und Porträtmaler Rein Miedema (1835–1912), Maler Hermanna Molkenboer-Trip (1851–1911), Fabrikantin und Feministin Simon Vestdijk (1898–1971), Schriftsteller. Das Stadtmuseum Hannemahuis hat einen Raum, der an ihn erinnert.www.harlingen.nl Melle Weersma (1908–1988), Jazz- und Unterhaltungsmusiker Herman Witte (1909–1973), Politiker, Minister Gerd Lüpke (1920–2002), niederdeutscher Autor, Übersetzer und Hörfunksprecher; lebte in Harlingen Henk Alkema (1944–2011), Komponist Hans van Houwelingen (* 1957), Künstler Jan Ykema (* 1963), niederländischer Eisschnellläufer
Abbildungen
Literatur
Weblinks
Website der Gemeinde (niederländisch)
Einzelnachweise
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