Rokkasho (jap. , -mura) ist ein Dorf im Landkreis Kamikita der Präfektur Aomori.
Geographie Rokkasho liegt auf der Shimokita-Halbinsel am Pazifischen Ozean.
Die südliche Hälfte des Gemeindegebietes ist ein Marschland und daher seenreich. Der größte ist der 62 km² umfassende Ogawara-See (, Ogawara-ko), der auch der elftgrößte See Japans ist und an dem die Gemeinde im Süden grenzt. Dieser entwässert sich auf dem Gemeindegebiet durch den 7 km langen Takase-Fluss (, Takase-gawa) in den Ozean. Bei hohem Tidenstand fließt jedoch Salzwasser zurück und der See besteht daher aus Brackwasser. Weitere Seen von Süd nach Nord sind die beiden kleineren Süßwasserseen Tamogi-numa () und Ichiyanagi-numa (), sowie die größeren Brackwasserseen Obuchi-numa () und Takahoko-numa () für die das gleiche wie dem Ogawara-See gilt.
Die nördliche Hälfte des Gemeindegebietes ist im Gegensatz dazu durch Berge geprägt, so dass dort nur der Küstenbereich besiedelt ist. Der höchste Berg ist der Fukkoshi-Eboshi () auf der Grenze zu Yokohama mit 507,8 m, gefolgt vom Otsukushi (, -yama) mit 498 m und dem Gassan () mit 419,2 m beide weiter nördlich.
Nachbargemeinden sind entgegen dem Uhrzeigersinn von Nord nach Süd Higashidōri im selben Landkreis, Yokohama, Noheji und Tōhoku je im Landkreis Shimokita, sowie die Großstadt Misawa. Letztere beide befinden sich entlang des Südufers des Ogawara-Sees.
Geschichte Das Dorf wurde 1889 mit landesweiten Neuorganisation des japanischen Gemeindewesens aus der Zusammenfassung der sechs Orte Kurauchi (), Hiranuma (), Takahako (), Obuchi (), Deto () und Tomari () geschaffen. Daher stammt auch der Name, der wörtlich „sechs Orte“ bedeutet.
miniatur|links|Wiederaufarbeitungsanlage Rokkasho
1984 erhielt JNFS (Japan Nuclear Fuel Services, heute: Japan Nuclear Fuel Limited) die Errichtungsgenehmigung für die kommerzielle Wiederaufarbeitungsanlage Rokkasho. Auf dem Gelände des Zentrums Rokkasho wurde ein oberflächennahes Endlager für schwachradioaktive Abfälle errichtet und im Dezember 1992 in Betrieb genommen. Eine Uran-Anreicherungsanlage ging 1992 in Betrieb. Das Eingangslager der WAA wurde bereits 1997 in Betrieb genommen. Der Beginn des Wiederaufarbeitungsbetriebs fand etwa 2010 statt.
Rokkasho wurde von der japanischen Regierung als Standort für den geplanten internationalen Fusionsreaktor ITER vorgeschlagen, in Konkurrenz zum europäischen Standortvorschlag Cadarache in Frankreich. Am 28. Juni 2005 wurde jedoch entschieden, ITER in Cadarache zu bauen.
Verkehr Wichtige Fernstraßen durch Rokkasho sind die Nationalstraße 338 nach Hakodate oder Oirase, sowie die Nationalstraße 394 nach Mutsu oder Hirosaki.
Rokkasho ist im Gegensatz zu seinen Nachbargemeinden nicht an das Schienennetz angeschlossen.
Wirtschaft Trotz seiner geringen Größe besitzt Rokkasho einige industrielle Großanlagen.
So ist es der Standort eines kerntechnischen Industriezentrums auf dessen Gelände sich u. a. folgende Anlagen befinden: eine Urananreicherungsanlage (Zentrifugentechnik) die Wiederaufarbeitungsanlage Rokkasho für Brennelemente aus Leichtwasserreaktoren ein oberflächennahes Endlager.
Außerdem befindet sich seit 1985 Rokkasho die Staatliche Erdöllagerstätte Mutsu-Ogawara (, Mutsu-Ogawara kokka sekiyu bichiku kichi), eine von zehn Anlagen, in denen Japans strategische Ölreserven gespeichert werden.
mini|Rathaus Zudem befinden sich in Rokkasho drei Windparks. Der erste, die Mutsu-Ogawara Windfarm (, Mutsu-Ogawara Windo Fāmu) des Unternehmens EcoPower K.K., wurde im Januar 2003 errichtet mit 21 Windkraftanlagen à 1500 kW, d. h. einer Gesamtleistung von 31,5 MW, womit sie zu ihrer Zeit die größte Japans war. Im Dezember 2003 folgte eine Anlage der Rokkasho-mura Fūryoku Kaihatsu K.K. (, dt. „Windkraftentwicklungs-AG Rokkasho“) mit 20 Anlagen à 1500 kW und zwei à 1425 kW, insgesamt 32,85 MW, sowie im August 2009 eine der Futamata Fūryoku Kaihatsu K.K. () mit 34 Anlagen à 1500 kW bzw. 51 MW insgesamt.
Bildung In Rokkasho befinden sich sechs Grundschulen (, Rokkasho-sonritsu X shōgakkō) – Tomari, Obuchi, Tokusari (), Hiranuma, Kurauchi und Chitosetai () –, vier Mittelschulen (, Rokkasho-sonritsu X chūgakkō) – Tomari, Dai-ichi (, dt. „Erste“), Chitose () und Dai-ni (, dt. „Zweite“), sowie die präfekturale Oberschule Rokkasho (, Aomori-kenritsu Rokkasho kōtō gakkō).
Städtepartnerschaften Seit 1994 besteht eine Städtefreundschaft mit Waren (Müritz).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Präfektur Aomori Kategorie:Ort mit Seehafen