Das Seeschlacht vor der Bantry Bay am wurde zwischen einer französischen und einer englischen Flotte ausgetragen. Das Gefecht als solches war unbedeutend, aber es gelang den Franzosen, Unterstützung für den vertriebenen englischen König Jakob II. in Irland anzulanden.
Vorgeschichte Während der Glorious Revolution von 1688/89 war der katholische englisch-schottisch-irische König Jakob II. aus dem Haus Stewart abgesetzt worden und seine protestantische Tochter Maria II. und ihr Mann Wilhelm III. von Oranien gemeinsam eingesetzt worden. Im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekriegs (1688–1697) unterstützte der französische König Ludwig XIV. den abgesetzten Jakob II. dabei den Thron zurückzugewinnen. Dafür hatte Jakob II. nach Irland übergesetzt um von dort aus den Thron zurückzugewinnen (Krieg der zwei Könige). Der französische König schickte, noch bevor England und Frankreich sich offiziell im Krieg befanden, eine Flotte unter dem Kommando von François Louis Rousselet de Châteaurenault mit Verstärkung und Nachschub nach Irland. An Bord waren unter anderem 6000 Soldaten. Die Transportschiffe wurde von 24 Kriegsschiffen eskortiert. Vor Irland angekommen, lagen die Kriegsschiffe in der Bantry Bay vor Anker, während die Transporter die Truppen anlandeten und die Ladung löschten.
Verlauf mini|links|Flottenbewegungen Am 11. Mai lief eine englische Flotte unter dem Kommando von Arthur Herbert, 1. Earl of Torrington in die Bucht ein. Sie hatte eigentlich den Befehl, die Verbindungen von James II. mit England zu stören. Es kam zu einer fünfstündigen Seeschlacht, die vorwiegend außerhalb der Bucht ausgetragen wurde. Die englische Flotte war zahlenmäßig im Nachteil und auch der Wind stand nicht günstig. Bei dem Artilleriegefecht der beiden Flotten gab es zwar keine hohen Verluste, aber die englische Flotte wurde stark beschädigt. Sie brach den Kampf ab und fuhr zunächst zu den Scilly-Inseln, weil man dort auf Verstärkung hoffte. Als diese ausblieb, kehrte die Flotte nach Portsmouth zurück und wurde in den folgenden beiden Monaten repariert. Wegen Unstimmigkeiten zwischen dem französischen Admiral und seinen Untergebenen wurde die englische Flotte nicht verfolgt.
Einheiten England Arthur Herberts Flotte Schiff Kanonen Kommandant Verluste Anmerkungen getötet verwundet Insgesamt Defiance 64 John Ashby Portsmouth 34 George St Loe Fregatte Plymout 52 Richard Carter Ruby 46 Frederick Froude Diamond 46 Christopher Maund, Benjamin Walters Advice 42 Mary 60 Mathew Aylmer Saint Albans 50 John Laton Edgar 72 Cloudesley Shovell Elizabeth 70 David Mitchell Flottenflaggschiff von Arthur Herbert Pendennis 70 George Churchill Portland 40 George Aylmer Kommandant getötet Woolwich 54 Ralph Saunderson Deptford 50 George Rooke Dartmouth 28 Thomas Legge Greenwich 54 Christopher Billop Cambridge 70 John Clements Antelope 52 Hugh Ridley York 58 Ralph Delavall Firedrake 12 John Leake Brigg Saudadoes 16 Francis Wyvell Brigg, Brander Salamander 10 Thomas Crawley Brigg
Frankreich François de Chateaurenaults Flotte Schiff Kanonen Kommandant Verluste Anmerkungen getötet verwundet Insgesamt Vorhut Français 50 François Panetié (Seigneur de la Croix) Vermandois 60 Charles-François de Machault de Belmont Duc 48 François de Colbert de Saint-Mars Fendant 54 Charles de Boscal de Mornac (Chevalier de Réals) Saint-Michel 58 Geschwaderflaggschiff von Jean de Gabaret Fort 56 Marc-Hyacinthe Rosmadec (Marquis de Rosmadec) Légère 40 Precieux 54 Zentrum Capable 44 Jacques-Auguste Maynard (Sieur de Bellefontaine de la Malmaison) Arrogant 58 François-René de Betz (Comte de La Harteloire) Diamant 58 Allain Emmanuel de Coëtlogon (Marquis de Coëtlogon) Kommandant verwundet Ardent 66 Desnos Champmeslin Flottenflaggschiff von François Louis Rousselet de Châteaurenault Furieux 60 Charles des Nos (Comte des Nos de Forbonest) Faucon 40 Hervault Modéré 52 Hélie de Sainte-Hermine Entreprenant 58 de Beaujeu Nachhut Courageux 56 François de Bricqueville Geschwaderflaggschiff von Job Forant Neptune 44 Antoine Armand de Robec (Comte de Pallière) Arc en Ciel 44 Barthélemy-Alexandre d'Aralle (Chevalier de Perrinet) Excellent 60 Théophile du Vigier (Sieur de La Vigerie-Treillebois) Sage 52 Vaudricourt Oiseau 44 Abraham Duquesne-Guiton (Seigneur de Bellébat) Emporté 44 Apollon 56
Folgen Das Ausschiffen von Truppen, Gold und Material verlief erfolgreich. Die französische Flotte konnte nach Brest zurückkehren. Beide Seiten reklamierten den Sieg für sich. Das House of Commons belobigte Herbert und James II. ließ ein Te Deum feiern. Wer in dem Gefecht selbst siegreich war, gilt jedoch als zweitrangig. Die Franzosen beherrschten zu dieser Zeit die See und konnten mehrfach Verstärkung nach Irland schicken. Die massive französische Unterstützung der französischen Flotte für James II. war von großer strategischer Bedeutung. Sie zwang William III., seine Kräfte zwischen dem Kampf gegen James II. und seine Anhänger (Jakobiten) und dem festländischen Kriegsschauplatz aufzuteilen. Allerdings wurde die französische Übermacht durch das gemeinsame Vorgehen der englischen und der niederländischen Flotte rasch beendet.
Literatur Tony Jacques: Dictionary of Battles and Sieges: A–E. Westport 2007, S. 105. Cathal J. Nolan: Wars of the age of Louis XIV, 1650–1715: an encyclopedia of global warfare and civilisation. Westport, 2008 S. 33. Gaston Bodart: Militär-historisches Kriegs-Lexikon, (1618–1905). Wien 1908, S. 109.
Weblinks Battle of Bantry Bay, 1st May 1689 auf threedecks.org (englisch)
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