mini|Adolph Kolping, Begründer des Kolpingwerkes mini|hochkant|Logo von Kolping Deutschland

Kolping Deutschland (bis November 2025 Kolpingwerk) ist ein katholischer Sozialverband mit Sitz in Köln.

Kolping Deutschland ist der größte Nationalverband von Kolping International. Der katholische Sozialverband ist in der Rechtsform eines nicht-eingetragenen Vereins organisiert (n. e. V; siehe Altrechtlicher Verein). Die Basis des Verbandes bilden die Kolpingsfamilien. 1850 schlossen sich auf Anregung Adolph Kolpings drei dieser Kolpingsfamilien zum „Rheinischen Gesellenbund“ zusammen, dem Vorläufer des heutigen Verbandes, der 1935 in „Kolpingwerk“ umbenannt wurde. Heute sind mehrere Einrichtungen unter dem Namen „Kolping“ tätig.

Kolping Deutschland versammelt rund 200.000 Mitglieder (Stand 2025). 25.000 ehrenamtliche Vorstandsmitglieder sind in rund 2.200 Kolpingsfamilien tätig. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es 230 Kolpinghäuser (Stand: 2018),Idee & Tat: Zeitschrift für Leitungskräfte im Kolpingwerk Deutschland. Jg. 2018, Heft 4, S. 40. 200 Einrichtungen der Kolping-Bildungswerke und mehr als 810 öffentliche Straßen und Plätze mit Namen „Adolph Kolping“.

Kolping zählt zu den großen Sozialwerken der katholischen Kirche. Es ist in mehr als 60 Ländern der Erde vertreten und umfasst nach eigenen Angaben ca. 400.000 Mitglieder.

Aufbau Kolping International ist in mehr als 60 Ländern der Erde vertreten und hat mehr als 400.000 Mitglieder. Diese sind in mehr als 9.000 „Kolpingsfamilien“ weltweit organisiert.

Ferner gibt es: Kolping Europa, in dem 18 Nationalverbänden zusammengeschlossen sind Kolping Deutschland, Sitz in Köln, Bundesverband mit 205.000 Mitgliedern 26 Diözesanverbände in den 27 Bistümern in Deutschland (Die Diözesanverbände der Bistümer Görlitz und Dresden-Meißen fusionierten im März 2026.)Barbara Bechtloff: Mit vereinten Kräften. In: Kolping Magazin, Jg. 2026, Heft 2, S. 9–11. 2.200 Kolpingsfamilien in Deutschland

Geschichte mini|Kolpingwerk-Gedenktafel an der ehemaligen Kolumba-Schule in Köln

Kolping Deutschland begann als katholische Gemeinschaft für wandernde Handwerksgesellen. 1847 wurde Adolph Kolping zweiter Präses des 1846 von Johann Gregor Breuer gegründeten katholischen Gesellenvereins, 20 Jahre später waren es bereits über 200 Gesellenvereine, die auf Kolping zurückgehen. Bald wurden eigene Spar- und Krankenkassen gebildet und Gesellenheime gebaut. 1864 bezeichnete Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler (Mainz) die Gesellenvereine als „einen katholischen Beitrag zur Lösung der Arbeiterfrage“. Als den sozialen Wirkungsfaktor dieser Vereine stellte er das „genossenschaftliche Prinzip“, getragen vom „Geiste des Christentums“ heraus.Wilhelm Emmanuel von Ketteler: Die Arbeiterfrage und das Christentum. Mainz 1864. In: Bundesverband der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) (Hrsg.): Texte zur katholischen Soziallehre, Teil 2. 1. Halbband. Butzon & Bercker, Kevelaer / Ketteler, Köln, 1976, ISBN 3-7666-8958-4, S. 202. 1871 war die Bezeichnung „Kolpingsfamilie“ erstmals in einer kirchlichen Ansprache zu hören.Hubert Göbels (Hrsg.): Adolph Kolping – der Volkserzieher. In: Hubert Göbels (Hrsg.): Kolping, ausgewählte pädagogische Schriften (= Schöninghs Sammlung pädagogischer Schriften, Quellen zur Geschichte der Pädagogik.) Schöningh, Paderborn 1964, , S. 231. Es entstand ein ganz Deutschland umspannendes Netzwerk.

In der Weimarer Republik öffneten sich auch politische Möglichkeiten für den demokratisch organisierten Verein, 1922 wurde der erste Gesellentag in Köln abgehalten. Als Reaktion auf den Erfolg in Deutschland bildeten sich in ganz Europa und auch auf anderen Kontinenten weitere Nationalverbände. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Kolpingwerk in seiner Tätigkeit eingeschränkt, aber nicht verboten. Das NS-Regime behinderte zahlreiche Gesellenvereine und einzelne Mitglieder. Um der Gleichschaltung und einem Vereinsverbot zu entgehen, änderten die Katholischen Gesellenvereine 1935 ihre Bezeichnung in „Kolpingsfamilien“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Kolpingarbeit in den drei westlichen Besatzungszonen fortgesetzt werden. In der Sowjetzone, der späteren DDR, durfte die Kolpingarbeit nur im engen kirchlichen Bereich fortgeführt werden. Das SED-Regime verbot die einzelnen Kolpingsfamilien zwar nicht, behinderte aber ihre Arbeit, bespitzelte und benachteiligte ihre Mitglieder (siehe auch katholische Kirche in der DDR).

Seit Ende der 1960er Jahre konnten auch Frauen und Mädchen Mitglied von Kolpingsfamilien werden.

Mit den ersten Gesellenvereinen und deren Fortbildungsmöglichkeiten und Freizeitgestaltung war in Deutschland die Keimzelle der katholischen Sozialbewegung entstanden, deren Wirkung sich auch im säkularen Raum der Sozialpädagogik bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts fortsetzte.Friedhelm Vahsen: Einführung in die Sozialpädagogik (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher; 229). W. Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz, 1975, ISBN 3-17-002502-3, S. 56.

Gegenwart Heute engagieren sich Kolping Deutschland und die örtlichen Kolpingsfamilien unter anderem in der Jugend- und Erwachsenenbildung, für humanitäre Projekte im globalen Süden (Kolping International) und in der katholischen Jugend- und Seniorenarbeit. Die Kolpingjugend wird von allen Mitgliedern bis 30 Jahre gebildet und hat in Deutschland rund 34.000 Mitglieder.

Von 1986 bis 2004 war Heinz Schemken Vorsitzender des Kolpingwerkes Deutschland, von 2004 bis 2018 Thomas Dörflinger, von 2018 bis 2025 Ursula Groden-Kranich, seit November 2025 ist es Klaudia Rudersdorf. Ebenfalls im November 2025 wurde Pastor Sebastian Schulz als Nachfolger von Hans-Joachim Wahl (seit 2021) zum Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland gewählt. Dessen Vorgänger Josef Holtkotte ist seit dem 26. September 2021 Weihbischof in Paderborn. Bundespräses des Kolpingwerkes Österreich ist seit 2007 Gerald Gump, Nationalpräses des Schweizer Kolpingwerkes ist seit 2010 Jean-Marc Chanton. Generalpräses von Kolping International ist seit November 2021 Christoph Huber. Der Generalpräses ist zugleich Nachfolger in der Position des Verbandsgründers Adolph Kolping. Er ist Vorsitzender des Sozial- und Entwicklungshilfe des Kolpingwerkes e. V. (SEK), der Fachorganisation für Entwicklungszusammenarbeit von Kolping International und Präses der ältesten bestehenden Kolpingsfamilie Köln-Zentral. Generalsekretär von Kolping International ist seit September 2012 Markus Demele.

Der Kolpinggruß lautet „Treu Kolping“ mit der Antwort „Kolping treu“. Zum Abschluss der Versammlungen wird gemeinsam das Kolping-Grablied gesungen. Dessen Originaltext dichtete Otto Josef Lohmann in seiner Zeit als Präses in Barmen.Dechant Lohmann †. In: Dürener Zeitung. 27. Juni 1916. Wiedergegeben auf Wikimedia Commons.

Kolpinghäuser, Kolping-Bildungswerke und weitere Einrichtungen Kolping Jugendwohnen Das Kolping Jugendwohnen ist ein bundesweites Angebot von Kolping für junge Menschen, die für ihre Ausbildung, ihr Studium oder aus anderen Gründen ihren Heimatort verlassen. Die Einrichtungen bieten bezahlbaren Wohnraum, Gemeinschaft und – je nach Standort und individuellem Bedarf – sozialpädagogische Begleitung.

Durch die gleichzeitige Erbringung von Unterkunft, Verpflegung und sozialpädagogischer Begleitung ergeben sich für das Jugendwohnen Vorteile: Die unterschiedlichen Bedarfslagen der jungen Menschen entsprechen Zugängen aus verschiedenen Sozialleistungsgesetzen (SGB II, III, VIII, IX, XII, BAföG). Damit verbunden sind unterschiedliche Zielsetzungen und fachliche Anforderungen an die zu erbringende Leistung. Eine zentrale Stellung kommt hierbei der Kinder- und Jugendhilfe zu, die nicht nur zur Verwirklichung des Rechts aller jungen Menschen auf die Förderung ihrer Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit beitragen, sondern auch junge Menschen vor Gefahren für ihr Wohl schützen soll (§ 1 Abs. 3, Nr. 1 und 3 SGB VIII). Entsprechend ist es ihre Aufgabe, über Betriebserlaubnisverfahren nach § 45 SGB VIII sowie Leistungs-, Entgelt- und Qualitätsentwicklungsvereinbarungen nach §§ 78a ff SGB VIII – insbesondere auch für Minderjährige – eine entsprechende Ausstattung von Einrichtungen des Jugendwohnens zu gewährleisten.

Das Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 26 Jahren bzw. 18 bis 26 Jahren. Sie erhalten einen Wohn- und Lebensort auf Zeit und werden dabei unterstützt, ihren Alltag selbstständig zu gestalten, ihre Ausbildung erfolgreich zu absolvieren und sich persönlich weiterzuentwickeln. Je nach Einrichtung gehören Gemeinschaftsräume, Freizeit- und Bildungsangebote sowie pädagogische Unterstützung zum Angebot.

Das Kolping Jugendwohnen steht in der Tradition Adolph Kolpings und orientiert sich an seinen Grundgedanken von Gemeinschaft, Bildung, gegenseitiger Unterstützung und der Befähigung junger Menschen zu einem selbstständigen Leben. Kolping verbindet dabei die Wohnangebote mit seinem sozialen und gesellschaftlichen Engagement für junge Menschen.

Das Kolping Jugendwohnen ist an zahlreichen Standorten in Deutschland vertreten. Die einzelnen Einrichtungen werden von unterschiedlichen Trägern betrieben und unterscheiden sich hinsichtlich Größe, Zielgruppen und konkreten Angeboten.

Jugendgemeinschaftsdienste Aus der internationalen Arbeit wurden die Kolping Jugendgemeinschaftsdienste 1953 gegründet. Kern ist die ursprüngliche Aktion „Versöhnung über den Gräbern“, die mit dem Ziel der Wiederannäherung deutscher und französischer Jugendlicher in der Nachkriegszeit begann. Die Idee der Völkerverständigung hat durch Begegnung und gemeinsame Arbeit an gemeinnützigen Projekten eine Ausweitung erfahren. Heute bezieht sich dieser Gedanke der Völkerverständigung auf alle Völker, Nationen, Religionen und Kulturen und ist extra breit auf der Grundlage der Aktivitäten des Internationalen Kolpingwerkes angelegt.

Beim Kontakt mit anderen Kulturen und Gesellschaftsordnungen sollen Toleranz und Verständnis gestärkt werden. Begegnung und Austausch sollen auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit beruhen.

Als Teil eines katholischen Sozialverbandes sehen die JGD es auch als ihren Auftrag, durch internationale Verständigung zur Konkretisierung christlicher Anliegen beizutragen und ihre Arbeit im Sinne der Programme des Kolpingwerkes Deutschland und des Internationalen Kolpingwerkes zu gestalten.

Kolping-Familienferienstätten mini|Kolping-Familienferienstätte Ferienparadies Pferdeberg bei Duderstadt

Die Kolping-Familienferienstätten sind ein Verbund von neun Ferienanlagen für Familien in Deutschland. Die Familienferienstätten und deren regionale Träger verstehen sich als Einrichtungen und Teil des Kolpingwerkes. Sie sind dem Leitbild und der Zielsetzung gemeinnütziger Familienerholung sowie dem christlichen Menschenbild des Kolpingwerks und dessen Begründer Adolph Kolping verpflichtet.

Die Zielsetzung der Ferienstätten ist die Förderung von Familien, insbesondere solchen in wirtschaftlich oder sozial problematischen Lebenslagen. Auch zur Orientierung und Lebenshilfe in persönlichen Problemphasen sollen sie den Menschen im Sinne Adolph Kolpings nützen. Dafür werden Angebote geistlicher und spiritueller Art bereitgehalten. Die Ferienanlagen sind in einem Rahmen gestaltet, der den christlicher Glauben erlebbar und erfahrbar werden lässt. Dazu dienen unter anderem die jedem Haus angegliederte Kapelle und regelmäßige Gottesdienste.

Die Ferienanlagen stehen, trotz eindeutig katholischer Prägung, allen Familien unabhängig von der Mitgliedschaft im Kolpingwerk, ihrer konfessionellen Gebundenheit oder Religionszugehörigkeit offen. In ihrem Selbstverständnis wollen sie sich dem zusammenwachsenden Europa nähern und sehen sich als Träger der kulturellen Vielfalt und als Forum für interkulturelle und interreligiöse Begegnung.