Das Rheinische Fußartillerie-Regiment Nr. 8 wurde am 16. Juni 1864 gegründet. Durch Allerhöchste Kabinettsordre (A.K.O.) genehmigte König Wilhelm I. von Preußen die Reorganisation der preußischen Artillerie. Durch diese Neuorganisation wurden aus den bestehenden Artilleriebrigaden nun je ein Feld- und ein Festungs-Artillerie-Regiment gebildet. Gemäß dieser Ordre wurde bei der Rheinischen Artillerie-Brigade Nr. 8 das Festungs-Artillerie-Regiment aus der bisherigen 1. und 2. Festungs-Artillerie-Abteilung in Koblenz formiert. Das so gebildete Regiment erhielt durch A.K.O. vom 12. August 1864 die Bezeichnung: „Rheinisches Festungs-Artillerie-Regiment Nr. 8“.Robert Busse: Geschichte des Rheinischen Fußartillerieregiments Nr. 8. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg 1910.

Geschichte Befreiungskriege 1812–1815 Die 1. Batterie entstand aus der Anfang des Jahres 1813 gebildeten 3-pfündigen Reserve-Batterie Nr. 1. Nach Napoleons Niederlage in Russland versuchten die Preussen (immer noch zwangsweise mit Frankreich verbündet), alles nicht an Plätze oder Festungen gebundene Material vor den nachdrängenden Russen zu retten. Deshalb erging an den Kommandeur von Graudenz, Major von Krausenek, der Befehl: „… alles, was an Geschützen und Fahrzeugen nicht zur Defensive der Festung Graudenz gehört und im Felde zu gebrauchen ist, … in Richtung auf Landsberg an der Warthe rückwärts zu transportieren …“ Dazu wird erstmals auch die oben genannte 1. Batterie mit „8 Kanons und 1 Munitions-Wagen“ gezählt.Befehl hierzu erging am 20. Dezember 1812 an General von Bülow

Die 1. Batterie war die einzige, welche als 3-pfündige Einheit an den Befreiungskriegen teilnahm. Gewöhnlich wurden nur Geschütze größeren Kalibers zu Batterien vereinigt. Ihre erste Verwendung fand sie unter York, als sie zur Sicherung einer über die Elbe geschlagenen Brücke dem Oberst Valentini unterstellt wurde. Nachdem russische Einheiten diese Sicherungsaufgabe übernommen hatten, rückte die Batterie gegen Dessau vor. Anfang April wurde Alsleben besetzt und wiederum sicherte hier die Batterie eine Schiffsbrücke und den damit verbundenen Brückenkopf. Hier erhielten die beiden ersten Geschütze ihre Feuerteufe und schossen beim Abwehrgefecht am 13. April 2 Kugeln und 10 Kartätschen. Die halbe Batterie begleitete den weiteren Vormarsch Yorks über Zörbig und Schkeuditz. Unter v. Kleist wurde diese Hälfte dann Richtung Leipzig in Marsch gesetzt. Die andere Hälfte der Batterie nahm unter Lt. Junghans am 2. Mai an der Schlacht bei Großgörschen teil. Bei diesem Gefecht zeichnete sich Feuerwerker Senkler durch Umsicht und Kaltblütigkeit aus und bewahrte so die Halbbatterie vor ihrer möglichen Vernichtung.

Die Batterie nahm an etlichen weiteren Gefechten der Befreiungskriege teil. Besonders für die Leistungen bei der Schlacht bei Bautzen wurden alle beteiligten Offiziere für Auszeichnungen vorgeschlagen. Nach der Kapitulation und Abdankung Napoleons passierte die Batterie auf ihrem Rückmarsch in die Heimat am 20. Mai Namur. Hier präsentierte sie sich dem General der Infanterie von York. Dazu heißt es wörtlich: „… Seine Exzellenz, der kommandierende General der Infanterie von York beehrten sich, selbige bei sich vorbeimarschieren zu lassen. Die Pferde waren in einem guten Zustand …, die Mannschaften nach Möglichkeit propre, die Geschirre schwarz. Der Zug ging ununterbrochen durch die engen Straßen dieser Stadt, und Se. Exz. erteilten ihr sowohl in Absicht der Propretät der Menschen des guten Zustandes der Pferde als auch in Absicht der Ordnung, die in dem regelmäßigen Zug herrschte, die vollste Zufriedenheit.“Bericht des Oberstlt. v. Röhl an den Prinzen August, Lüttich, den 24. Mai 1814. Nach einem Rapport

Nach der Flucht Napoleons von Elba 1815 begann man in Preußen, zunächst recht schleppend, mit der Mobilisierung einer Armee vom Niederrhein. Die 7-pfündige Haubitzbatterie Nr. 2 sollte in Wesel mobil gemacht werden. Die Anweisung vom 11. April gibt als Bedarf der Batterie 3 Offiziere, 10 Unteroffiziere, 12 Bombardiere, 2 Spielleute und 140 Mann Mannschaften an. Vom 31. Mai bis zum 1. Juni empfing die Batterie die fehlenden Pferde, am 2. Juni die fehlenden Mannschaften, darunter 16 Infanteristen. Nach diversen Übungen (Fahrübungen und Gefechtsexerzieren) rückte die Batterie am 12. Juni zum Kriegsschauplatz ab. Der Marsch ging über Jülich nach Aachen. Auf Befehl des Prinzen August sollte die Batterie dann aber wieder nach Jülich zurück. Unterwegs wurde sie vom Befehl des Gen. von Dobschütz gestoppt und nach Maastricht umgeleitet. Von dort ging es dann über Tongern, Varenne, Gembloux, und Charleroi nach Maubeuge, wo die Batterie am 26. Juni eintraf. Unter dem Befehl des Prinzen August von Preußen nahm sie hier an der Belagerung der beiden nördlichen Festungen teil. Hier übernahm die Batterie auch britisches Geschützmaterial (3-5½ zöllige Mortiers), welches auf Befehl Wellingtons dem II. Armeekorps zur Verfügung gestellt wurde. Die Batterie nahm unter anderen an folgenden Gefechten teil: Wegnahme von Marienburg am 27.7. und die Einnahme von Philippeville am 8.8. (Hier verfeuerte die Batterie 510 Granaten und wurde mit einer Parade vor dem Prinzen August am 10. August belohnt). Im Anschluss halfen einige Teile der Batterie bei der Beschießung und Besetzung der Festung Rocroy vom 15. bis zum 18. August. Hier endet die kriegerische Tätigkeit im Befreiungskrieg. Die Batterie verblieb zunächst in Philippeville und wurde dann über Dinant nach Blaimont und umgebende Dörfer verlegt. Am 16. November begann der Rückmarsch in die Heimat.

Die 2. Batterie wurde nach dem Kriege von 1815 durch A.K.O. vom 29. Februar 1816 durch Abgaben der 6-pfündigen Fußbatterie Nr. 36, der 12-pfündigen Fußbatterie Nr. 12, den Parkkolonnen 19, 22 und 23 und einer Handwerkskompanie neu aufgestellt. Sie wurde 1816 in Koblenz formiert und erhielt die Bezeichnung: „10. Fußkompagnie der 1. Rheinischen Artilleriebrigade“.

1816–1824 mini|Preußische Fußartillerie 1814–1914 Nach der Demobilisierung 1816 wurde durch A.K.O. die gesamte preußische Armee neu geordnet. Analog zu den Garde- und Armeekorps wurde für jedes eine Artillerie-Brigade geschaffen. Der neue Name der Brigade „1. Rheinische Artillerie-Brigade“ wurde aber schon am 21. April 1816 durch A.K.O. in „8. Artillerie-Brigade (Rhein.)“ umgeändert. Die Brigade bestand zu diesem Zeitpunkt etatmäßig aus 3 Abteilungen. Die 3. Abteilung bildete später den Stamm für das erste Bataillon. Jede Kompanie verfügte etatmäßig über 1 Kapitain, 1 Premierleutnant, 2 Secondeleutnants, 1 Oberfeuerwerker, 1 Feldwebel, 1 Portepeefähnrich, 1 Kapitain d’armes, 6 Unteroffiziere, 16 Bombardiere, 10 Gefreite, 50 Kanoniere und 2 Trompeter. Die gesamte preußische Artillerie stand zu diesem Zeitpunkt unter dem Generalkommando des Prinzen August von Preußen. Am 26. Mai 1816 wurde der Brigade durch A.K.O. eine eigene Fahne überwiesen.

1824 wurden der Artillerie die bislang geführten Gewehre und Karabiner genommen.

1830–1832 Die Julirevolution in Paris und die daraus resultierenden Kämpfe in den Niederlanden sorgten dafür, dass die preußische Artillerie wiederum neu organisiert, verstärkt und zum Teil an die Westgrenzen verlegt wurde. So wurden die Artillerieeinheiten in den Festungen Mainz, Saarlouis und Luxemburg verstärkt. Durch A.K.O. wurde am 28. Mai 1832 bestimmt, dass die aufgestockte Friedensstärke von nun dauerhaft beizubehalten sei.

1842–1846 Das Jahr 1842 brachte einige Änderungen an der Uniformierung der Artilleristen. Durch A.K.O vom 23. Oktober wurde der Tschako, die Montierung und das Collet abgeschafft und dafür Helm, Waffenrock und Drillichjacke eingeführt. Der Helm führt bis 1844 noch die Spitze und wird dann durch die bis 1916 (~1918) gebräuchliche Kugel abgelöst. Ebenfalls durch A.K.O. wird 1846 der „große Adlerknopf“ für Sergeanten eingeführt.

Die Revolution von 1848/49 Die 2. Batterie hieß 1848 4. Fußkompagnie des 8. Artillerie-Regiments und sollte zur Beruhigung bzw. nötigenfalls zur bewaffneten Niederschlagung der revolutionären Bewegung in Preußen an der Mosel beitragen. Dazu rückte sie am 28. März unter Hauptmann Jakobi ab. An seine Stelle trat am 1. August 1848 Hauptmann am Ende. An Geschützmaterial führte die Batterie sechs 6-pfündige Kanonen und zwei 7-pfündige Haubitzen. Ihr Marsch führte sie durch Eyweiler, Saarbrücken, Heusweiler, Merzig und Trier. Dabei kam es zu keinen kriegerischen Auseinandersetzungen. Nach über einem Jahr der Abwesenheit rückte die Batterie am 10. Mai 1849 wieder in Koblenz ein.

Am 6. Juni 1849 rückte die Batterie erneut aus, um an der Niederschlagung des Aufstandes in der bayerischen Pfalz und in Baden teilzunehmen. Am 12. Juni trat sie in BaumholderWilhelm Voß: Der Feldzug in der Pfalz und in Baden im Jahre 1849. Verlag R. Eisenschmidt, Berlin 1903. unter das Kommando des Generals von Niesewandt (3. Division des I. Armee-Korps). Sämtliche Truppen in Süddeutschland waren zu diesem Zeitpunkt dem Prinzen Wilhelm von Preußen unterstellt. Der Marsch führte das I. Armee-Korps über Kaiserslautern auf die Festung Germersheim, wo am 20. Juni der Rhein überschritten wurde. Am 21. Juni feuerte die Batterie aus sechs Geschützen auf den Eisenbahnzug Heidelberg–Karlsruhe, welcher angeblich feindliches Artilleriematerial transportieren sollte. Der Zug wurde später bei Bruchsal gestellt und einige Treffer in Waggons und Radsätzen konnten der Batterie zugeordnet werden. Zwei Tage später, am 23. Juni 1849, nahm die Batterie am Gefecht bei Ubstadt teil. Nach dem Gefecht, wobei insgesamt 52 Schüsse der verschiedensten Kaliber abgefeuert wurden, ging die Batterie gegen Mitternacht in Stettfeld ins Quartier. Dies war die einzige aktive Teilnahme der Batterie an den Gefechten des Feldzuges in Baden. Am 25. Juni stand die dritte Division bei Durlach in Reserve; am 28. Juni im Gefecht bei Michelbach nahm die Batterie Stellung, um die zurückgehende Avantgarde der Division zu sichern, kam aber, da der Gegner nicht nachrückte, nicht zum Schuss.

Im weiteren Verlauf des Feldzuges zog die Batterie bis nach Wehr an der Schweizer Grenze. Am 29. Juli stand die Batterie, inzwischen von der 3. zur 1. Division gewechselt, in Freiburg vor dem Oberkommandierenden, dem Prinzen Wilhelm von Preußen, in Parade. Sie erhielt am 20. September den Befehl zum Rückmarsch und zur Demobilisation. Ebenfalls am 20. September erhielten der Batterie-Kommandeur am Ende die Schwerter zum Roten Adler-Orden 4. Klasse und Oberleutnant Döring den Roten Adler-Orden mit Schwertern. Am 22. September marschierte die Batterie mit klingendem Spiel in ihrer Garnison Koblenz ein.

Die 1. Batterie nahm während des Feldzuges 1849 lediglich an der Belagerung der Festung Rastatt teil. Dazu fuhr sie am 13. Juli mit einem Dampfschiff nach Mannheim und von Mannheim mit der Eisenbahn nach Rastatt. Hier wurden Feldbefestigungen und ein Geschützpark angelegt (21.–23. Juli). Allerdings kam es zu keiner Feuertätigkeit, weil Rastatt am 23. Juli kapitulierte. Die Batterie zog gegen Abend in die Festung ein und bezog Bürgerquartiere. Kurz darauf verlegte die Batterie wieder in die Garnison.

1858–1860 Durch A.K.O. vom 18. Februar 1858 genehmigte der König die Einführung der gezogenen Geschütze.

Die A.K.O. vom 20. April 1859 ordnete die Kriegsbereitschaft für das VIII. Armeekorps an, und die Ordre vom 29. April verfügte die Armierung der Rheinfestungen und der Aufstockung der Festungskompanien auf Kriegsstärke. Da es zu keiner kriegerischen Handlung kam, wurde durch A.K.O vom 28. Juli die Demobilmachung befohlen.

Durch den Prinzregenten von Preußen wurde das Heer neu organisiert. Durch A.K.O. wurde im Juni 1860 angeordnet, dass bei sämtlichen Artillerie-Regimentern eine 2. Festungs-Abteilung zu 4 Kompanien mit je 1000 Mann gebildet werden sollten. Wegen der Vermehrung der Abteilungen sollten die Regimenter wieder den Namen Artillerie-Brigaden führen.

Krieg gegen Dänemark 1864