mini|Anhängerkupplung mit Steckdose und 13-Pol auf 7-Pol Kurzadapter. Das Verbleiben von Adaptern setzt bei vielen Fahrzeugen die Nebelschlussleuchte des Zugfahrzeugs außer Funktion und ist daher unzulässig. Die Anhängersteckdose ist ein wesentlicher Bestandteil der Anhängerkupplung. Sie ermöglicht den Betrieb der Beleuchtungseinrichtungen am Anhänger nach den zulassungsrechtlichen Richtlinien. In Deutschland sind einzuhaltende Richtlinien in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) festgelegt. Für Anhängersteckdosen in anderen Ländern können andere Standards gelten.
PKW Die Steckverbinder für Personenkraftwagen führen 12 Volt Nennspannung. Die 13-polige Steckverbindung nach ISO 11446 (System Jaeger) ist seit den späten 1980er Jahren obligatorisch, bei Altfahrzeugen können noch 7-polige Steckverbindungen für die Außenbeleuchtung nach ISO 1724 und ggf. zusätzlich für Anhänger-Innenbetriebszwecke solche nach ISO 3732 vorhanden sein. Es gibt Adapter zum Verbinden der beiden mechanisch zueinander inkompatiblen Systeme. Daneben gibt es die selteneren Multicon-Steckverbinder nach der niederländischen NEN 6120. Diese ist mit der ISO 1724 mechanisch kompatibel, beinhaltet zusätzlich kranzförmig die Kontakte 8 bis 13 der 13-poligen Steckverbindung nach ISO 11446.
Mechanische Ausführung der 13-poligen Steckverbinder Die 13-polige Steckverbindung nach ISO 11446 wird nach manueller Verbindung mittels eines Bajonettverschlusses gesichert. Dazu besteht der Stecker aus dem Steckergehäuse und einem axial drehbaren Rastring mit angearbeitetem Dreifachbajonett.
Steckvorgang Vor dem Steckvorgang den Stecker-Rastring am Steckerumfang entgegen dem Uhrzeigersinn bis zum Anschlag drehen. Dann stehen beim Verbindungsvorgang nach dem Anschnäbeln der Führungsnase mit der zugehörigen Nut auch die Bajonette passend zueinander.
Mit einer Hand wird an der Fahrzeugsteckdose die Abdeckklappe angehoben und mit der anderen der Stecker mit leichtem Druck sowie geringen hin- und herdrehen bewegt, bis die Führnungsnase am Stecker mit der Führungsnut in der Steckdose spürbar einrastet. Durch Drehen des Rastringes um eine Vierteldrehung im Uhrzeigersinn wird der Stecker durch die schraubenförmigen Bajonettnuten vollständig in die Steckdose gezogen, ohne dass der Stecker gegen das Fahrzeug gedrückt wird. Danach die Verschlusskappe loslassen. Durch das Absenken des hohlen Deckels fällt dieser federbelastet formschlüssig auf die am Stecker angespritzte, erhabene Ronde. Damit kann sich der Stecker-Rastring nicht mehr verdrehen und auch nicht selbsttätig lösen.
Das Lösen des Steckers erfolgt in umgekehrter Reihenfolge, wobei zuerst der Deckel angehoben wird.
Dieses Prinzip stellt sicher, dass der Stecker vollständig eingesteckt als auch der elektrische Kontakt hergestellt wird. Dabei werden Kontaktwiderstände verringert und gegebenenfalls vorhandene Oxidschichten auf den Steckkontaktpaaren abgeschabt. Das Gehäuse von Stecker und Steckdose besteht bei den meisten Ausführungen aus glasfaserverstärktem Kunststoff.
Mechanische Ausführung der 7-poligen und Multicon-Steckverbinder mini|Ein korrodierter Anhängerstecker nach ISO 1724 Die 7-polige Steckverbindung nach ISO 1724 oder ISO 3732 sowie auch die 7+6-poligen Stecker nach dem niederländischen Standard Multicon werden durch Zug und Druck aus- und eingesteckt. Je nachdem, wie stramm die einzelnen Kontakte sitzen, müssen dabei große Druck- oder Zugkräfte aufgebracht werden. Wird nicht mit der anderen Hand gegengehalten, werden oft die Trägerbleche der Anhängersteckdosen verbogen. Als Sicherung gegen unbeabsichtigtes Lösen dient der Steckdosendeckel, dessen angeformte Zinken hinter den Stecker greifen.
Die Kontakte bestehen aus orthogonal geschlitzten Kontaktstiften, die in starren Hülsen eingeführt werden. Der für den sicheren Betrieb erforderliche Kontaktdruck wird durch radial wirkende Federwirkung der beim Einführen in die Hülse radial zusammengedrückten, geschlitzten Kontaktstifte erreicht. Durch Verschleiß und Fehlbedienung lässt die Federwirkung allerdings im Laufe der Zeit nach. Dies kann zusammen mit Oberflächenkorrosion zu unzulässig hohen Kontaktwiderständen führen, die zum Erwärmen und sogar zum Verschmoren der Kontakte führen kann, womit sie dauerhaft unbrauchbar werden. Mit einem in den Schlitze eingeführten Messer kann in Grenzen verloren gegangene Vorspannung wieder hergestellt werden. Das Gehäuse von Stecker und Steckdose besteht in der überwiegenden Anzahl aus glasfaserverstärktem Kunststoff, seltener aus Metalldruckguss oder Stahlblech. Nur die Kunststoffstecker sind Multicon-kompatibel, da die Metallgehäuse alle 6 zusätzlichen Außenkontakte miteinander kurzschließen würden.
Anhängersteckdosen und Kontaktbelegung Die Belegung der einzelnen Kontakte ist im Sinne der Austauschbarkeit durch Normen geregelt. Die Belegung der Kontakte 1 bis 7 ist bei allen Steckertypen identisch. Die Kabelfarben sind gemäß Richtlinie nach Möglichkeit einzuhalten. In Einzelfällen können auch andere Kabelfarben verwendet sein.
Für die StVZO-konforme Ausführung genügt die Belegung der Kontakte von 1 bis 8. Die weiteren Kontakte dienen überwiegend dem Nutzungs- und Funktionskomfort in Form von Raumbeleuchtung und Batterieladung beispielsweise in Wohnwagen oder Pferdeanhängern. Die Komfortelektrik-Verbindungen sind bei Zugfahrzeugen oder Nachrüstsätzen nicht immer belegt.
Kontakt 7-polige Steckverbindung ISO 1724, Normal-Steckverbinder Typ N 7-polige Zusatzsteckverbinder nach ISO 3732, Zusatz-Steckverbinder Typ S Stecksystem 7+6-polig 12 V nach NEN 6120 System Multicon, kompatibel mit 7-poligem Stecker Typ N.Die zusätzlichen kranzförmig angeordneten Kontakte 8 bis 13 sind beim System Multicon Feder entweder als federnde Zungen oder beim System WeSt (Welt Stecker) als Buchsenkontakte ausgeführt. Die seitlich frei liegenden Kontakte der WeST-Steckdose erlauben auch das Einstecken eines Multicon-Feder Steckers. 13-polige Steckverbindung entsprechend ISO 11446 Leiter-Querschnitt in mm² informative Kabelfarbe 7-polig informative Kabelfarbe 13-polig Bildrahmenlos12v Anhängersteckdose 7-polig Das Zusatzsystem unterscheidet sich durch weiße Gehäuse oder Kontakteinsätze und gegenüber der 7-poligen Steckverbindung nach ISO 1724 durch eine geänderte Kontaktanordnung Bildmini|ohne|100px|Steckdosenkontakte Multicon Feder, mini|ohne|100px|Steckdosenkontakte Multicon WeStrahmenlos12v Anhängersteckdose 13-poligrahmenlos|100pxKontaktanordnung der 7-poligen Steckdose (in Steckrichtung gesehen)rahmenlos|100pxKontaktanordnung des Systems Jaeger (Buchse, Stecker ist spiegelbildlich) Funktion Kontaktnr.Kontaktnr. empfohlener Leiter-Querschnitt in mm² Kennfarbe Klemmen-Bezeichnung nach DIN 72552 Fahrtrichtungsanzeiger links 11 1,5 gelb L seit 1. Januar 1991 Nebelschlussleuchte, vorher Dauerplus oder nicht belegt 2 2 1,5 blau NS oder 54g Abschaltkontakt für Zugfahrzeug-Nebelschlussleuchte, ohne Stecker mit Kontakt 2 verbunden (2a) (2a) - - - - Masse der Kontakte 1, 2 und 4…8 1 3 3 ≥ 1,5 weiß 31 Fahrtrichtungsanzeiger rechts 4 4 1,5 grün R Schlussleuchte rechts 5 5 1,5 braun 58R Bremsleuchten 6 6 1,5 rot 54 Schlussleuchte links 7 7 1,5 schwarz 58L Rückfahrleuchte - 1 gelb 8 1,5 rosa RF oder ZR Dauerspannung + - 4 grün 9 2,5 orange 30L Ladeleitung für evtl. vorhandene eigene Batterie im Anhänger - 6 rot 10 2,5 grau 30g oder 15 Seit 2004: Masse für Kontakt 10, vorher: frei 1 - 7 schwarz 11Gemäß , abgerufen am 4. April 2022 (dänisch). 2,5 schwarz-weiß (31) Seit 2004: reserviert, vorher: Anhänger-Erkennung (mit Kontakt 3) – – 12 ≥ 0,75 – seit 2004: Masse nur für Kontakt 9, vorher: Masse für Kontakte 9 und 10 1 – 3 weiß 13 2,5 weiß-rot 311 Die Masseleitungen dürfen anhängerseitig elektrisch nicht miteinander verbunden werden.
Der Dauerspannungsanschluss (9), direkt über eine Sicherung verbunden mit der Starterbatterie des Zugfahrzeugs, kann diese durch im Hänger befindliche Verbraucher (Leuchten, Kühlschrank u. ä.) soweit entladen, dass ein Starten des Motors nicht mehr möglich ist. Der Anschluss (10) – Ladeleitung – führt hingegen nur Spannung, wenn die Lichtmaschine des Zugfahrzeugs (Motorbetrieb) Strom erzeugt. Üblich ist hierzu ein mit der Zündung gekoppeltes Relais, das die Spannungsversorgung zum Anhänger durchschaltet. Auch der Ladekontrollanschluss der Lichtmaschine oder der Öldruckschalter sind zum Anschluss eines solchen Trennrelais geeignet.
Anhängererkennung Eine Anhängererkennung ist nicht vorgeschrieben und kann bei den zulässigen, universell ausgelegten Elektrosätzen mit dann zwingend auszutauschendem Blinkrelais und zusätzlicher C2-Blinkerkontrolllampe im Armaturenbrett auch nicht realisiert werden.
Bis 2004 wurde der Kontakt 12 im Anhänger gegen Masse (Klemme 3) gebrückt, so dass im Zugfahrzeug die erfolgte elektrische Verbindung des Anhängers detektiert werden konnte. Tatsächlich wurde diese Erkennung nur durch sehr wenige Anhängersteuergeräte ausgewertet. Auch aus diesem Grunde ist seit 2004 mit der ISO 11446:2004 Kontakt 12 nicht mehr verwendbar. Er ist freizuhalten für zukünftige Anwendungen.
Hauptsächlich aus Komfortgründen wird vom Hersteller von Zugfahrzeugen oftmals eine Anhängererkennung ausgeführt, das Signal kann z. B. die Schaltpunkte von Automatikgetrieben und Fahrwerke adaptieren. Aktuelle Fahrzeuge verfügen daher über Techniken, die einen Anhänger mit Hilfe des angesteckten Steckers erkennen. Üblich sind diese Methoden: in der Steckdose befindet sich ein Schalter, der die Leitung der Nebelschlussleuchte im Zugfahrzeug abschaltet. Diese Methode ist wegen der Einfachheit und der Nachvollziehbarkeit zu bevorzugen. Nachteil: Ein 13-auf-7-pol-Adapter wird bereits als angesteckter Anhänger erkannt. das Anhänger-Steuergerät ist mit dem CAN-Bus des Zugfahrzeugs verbundenen. Das Steuergerät prüft mit Einschalten der Zündung elektrisch auf eine angeschlossene Anhängerelektrik. Dazu wird in regelmäßigen Abständen ein kurzer Stromimpuls auf die Leitungen gelegt. Vorhandene Glühlampen dämpfen durch deren charakteristischen Kalt-Widerstand das Signal stark. Sind Blinker, Rückfahrlichter und Nebelschlussleuchte sowie weißes Rückfahrlicht an der Steckdose angeschlossen, meldet das Anhänger-Steuergerät über den CAN-Bus den Anhängerbetrieb. Dadurch können beispielsweise Fahrdynamikeigenschaften oder Getriebeschaltpunkte beeinflusst werden, zum anderen auch ausgefallene Lampen. Nachteilig ist, dass auf Glühlampen abgestimmte Anhänger-Steuergeräte mit LEDs wegen der vergleichsweise geringen Leistung und des fehlenden positiven Temperaturkoeffizienten oftmals Fehlermeldungen verursachen. Es können dann parallel geschaltete Widerstände mit ausreichender Verlustleistung installiert werden. Nachteilig ist, dass ausgefallene LEDs nicht mehr erkannt werden.
Nebelschlussleuchtenabschaltung am Zugfahrzeug Bei Anschluss eines Anhängersteckers darf die zugfahrzeugseitige Nebelschlussleuchte abgeschaltet werden. Die Abschaltung ist aber nur dann zulässig, wenn die jeweilige Ab- bzw. Wiedereinschaltung selbsttätig durch Aufstecken bzw. Abziehen des Steckers für die Anhängerbeleuchtung erfolgt.Für Deutschland: STVZO Nebelschlussleuchten, Absatz 6.
Je nach Ausführung der Elektrik sind verschiedene Verfahren möglich.
Durch einen Schalter in der Anhängersteckdose wird beim Einstecken eines Steckers in die Dose die Zufuhr zur zugfahrzeugseitigen Nebelschlussleuchte unterbrochen. Der entsprechende Kontakt an der Dose ist meistens mit 2a oder 2b bezeichnet. Ein Abschaltrelais, das bei entsprechendem Stromfluss über Kontakt 2 (Nebelschlussleuchte) der Anhängersteckdose anzieht, unterbricht mit einem Öffnerkontakt die Stromzufuhr zur Nebelschlussleuchte am Zugfahrzeug. einige handelsübliche Anhängersteuergeräte erkennen mittels Lampenwiderstandsprüfung das Vorhandensein eines Anhängers und deaktivieren so die Nebelschlussleuchte am Zugfahrzeug.
Jede Variante kann unfreiwillig fehlerhaft bedient werden.