Richard Hermann Artur Werner Schlagge (* 10. November 1910 in Deutsch Wilmersdorf bei BerlinGeburtsregister Standesamt Deutsch Wilmersdorf, Nr. 1489/1910; † 29. Juli 1973 in HamburgSterberegister Standesamt Hamburg-Mitte, Nr. 1419/1973) war ein deutscher Tontechniker, einer der meistbeschäftigten Repräsentanten seines Berufsstandes beim bundesdeutschen Nachkriegsfilm.

Leben und Wirken Schlagge erhielt seine Ausbildung bei der Firma Siemens und beschäftigte sich unter anderem mit der Entwicklung von Tonfilmapparaturen- und Bildfunkgeräten.

1932 stieß Schlagge zur Kinematografie, der er die kommenden drei Jahrzehnte verbunden bleiben sollte. Zunächst für die UFA in Berlin aktiv, wirkte Schlagge, unterbrochen nur durch den Wehrdienst im Zweiten Weltkrieg, nach 1945 nahezu ausschließlich für Hamburger Firmen. Kurz nach Kriegsende gründete Werner Schlagge in der Hansestadt eine eigene Firma, die „Alster Film“, mit der er vor allem Synchronfassungen ausländischer Filme herstellte.

Ab 1953 war Schlagge für die Real-Film Gyula Trebitschs und Walter Koppels tätig. Seit den frühen 60er Jahren gewann das Fernsehen an Bedeutung in seiner Karriere, und er besorgte den Ton für eine Reihe von im Studio Hamburg im Stadtteil Tonndorf entstandene Trebitsch-Serien wie Hafenpolizei, Percy Stuart und Gestatten, mein Name ist Cox.

Filmografie (Auswahl) 1948: Schuld allein ist der Wein 1949: Artistenblut 1950: Das Mädchen aus der Südsee 1950: Taxi-Kitty 1951: Der Verlorene 1951: Primanerinnen 1952: Der Tag vor der Hochzeit 1952: Ich warte auf Dich 1953: Geliebtes Leben 1953: Unter den Sternen von Capri 1953: Alles für Papa 1954: Columbus entdeckt Krähwinkel 1954: Die Stadt ist voller Geheimnisse 1954: Des Teufels General 1955: Die Toteninsel 1955: Zwei blaue Augen 1955: San Salvatore 1956: Die Ehe des Dr. med. Danwitz 1956: Der Hauptmann von Köpenick 1956: Skandal um Dr. Vlimmen 1956: Johannisnacht 1956: Zwischen Zeit und Ewigkeit 1957: Die Zürcher Verlobung 1957: Tolle Nacht 1957: Das Herz von St. Pauli 1957: Träume von der Südsee 1957: Die Beine von Dolores 1958: Herz ohne Gnade 1958: Schmutziger Engel 1958: Der Maulkorb 1958: 13 kleine Esel und der Sonnenhof 1958: Der Schinderhannes 1959: Frau im besten Mannesalter 1959: Verbrechen nach Schulschluß 1959: Der Rest ist Schweigen 1959: Buddenbrooks 1960: Frau Warrens Gewerbe 1960: Die Frau am dunklen Fenster 1960: Mit 17 weint man nicht 1960: Das Glas Wasser 1960: Faust 1960: Frage 7 (Question Seven) 1960: Gauner in Uniform 1960: Der grüne Bogenschütze 1961: Die toten Augen von London 1961: Bei Pichler stimmt die Kasse nicht 1961: Der Fälscher von London 1961: Bis zum Ende aller Tage 1961: Der Lügner 1961: Das Rätsel der roten Orchidee 1962: Das Gasthaus an der Themse 1962: Die glücklichen Jahre der Thorwalds 1964: Wartezimmer zum Jenseits 1964: Nebelmörder

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 113.

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