Anna Christine Friesinger-Postma (* 11. Januar 1977 in Bad Reichenhall als Anna Christine Friesinger) ist eine ehemalige deutsche Eisschnellläuferin. Die dreimalige Olympiasiegerin und 16-fache Einzel- und Mehrkampfweltmeisterin zählt zu den bekanntesten deutschen Wintersportlerinnen und den populärsten deutschen Eisschnellläuferinnen. Bekannt wurde sie durch Erfolge wie ihren Sieg bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City und zahlreiche weitere Siege und Platzierungen.
Familie Sie ist die Tochter des Deutschen Georg Friesinger (1953–1996) und der Polin Janina Korowicka (* 1954), beide Eisschnellläufer. Sie hat einen Bruder, Jan Friesinger, der auch Eisschnellläufer war. Ihre Schwester Agnes Friesinger war ebenfalls eine international erfolgreiche Eisschnellläuferin. Am 11. August 2009 heiratete sie im Salzburger Schloss Mirabell ihren langjährigen Lebensgefährten, den ehemaligen niederländischen Eisschnellläufer Ids Postma, was sie im Schloss Aigen feierte.Seit heute heißt Anni Friesinger auch Postma In: Die Welt vom 11. August 2009 Sie lebt überwiegend in Salzburg und auf einem Bauernhof im niederländischen Dearsum, dem Geburtsort ihres Mannes in Friesland.Kicker Nr. 3/2011 vom 6. Januar 2011, Seite 47 Friesinger hat zwei Töchter (geboren 2011 und 2014).
Sportlerprofil Anni Friesinger-Postma gehörte im Eisschnelllauf zu den typischen Allrounderinnen. Sie konnte sowohl im 500-Meter-Sprint als auch auf den längeren Ausdauerstrecken über 3000 und 5000 Meter international mit ihren Mitbewerberinnen mithalten. Die 1000 und 1500 Meter dominierte sie in den letzten Jahren vor ihrem Karriereende.
Auch auf Grund ihrer Erfolge im Allround-Vierkampf ist sie in den Niederlanden sehr populär und beliebt. Friesinger-Postma ist Athletenbotschafterin der Entwicklungshilfeorganisation Right to Play, unterstützt die Christiane Eichenhofer Stiftung, sowie die Kinderrheuma Stiftung und ist immer wieder aktiv für die Deutsche AIDS-Hilfe.
Sie spricht neben Deutsch auch fließend Englisch, Französisch, Polnisch und Niederländisch.New Wave aus Oberbayern, in: spiegel.de, 19. März 2001
Sportliche Laufbahn Im Juli 1996 ging Friesinger, nach dem Abitur, für fünf Jahre als Sportsoldatin zur Bundeswehr. Zur Sanitätsoldatin ausgebildet, diente sie bei den Gebirgsjägern und beendete ihre aktive Laufbahn als Stabsunteroffizier der Reserve.Noch hält die Hierarchie im Eisschnellaufen: Anni Friesinger aus Inzell hofft, „in zwei, drei Jahren Gunda Niemanns Führungsanspruch gefährden zu können“, Die Welt, 27. November 1996; aufgerufen am 13. Dezember 2023Anni Friesinger: „Niemand hat für immer ausgesorgt“, Süddeutsche Zeitung, 17. April 2019; aufgerufen am 13. Dezember 2023 Seit ihrem Ausscheiden aus der Bundeswehr, im Sommer 2001, betrieb Friesinger Eisschnelllauf auf Profibasis.Fragebogen: Anni Friesinger. Die Eisschnellläuferin über Ehrgeiz, Champagnertrüffel und ihren Vater, Focus, 13. November 2013; aufgerufen am 13. Dezember 2023
Bei der Einzelstrecken-WM der Eisschnellläufer 2004 in Seoul gewann Anni Friesinger auf ihrer Paradestrecke über 1500 Meter zum dritten Mal in Folge und zum vierten Mal seit 1998 den Weltmeistertitel. Bei den Deutschen Meisterschaften erreichte sie zwölf Mal Platz eins. Bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin holte sie Gold in der Teamverfolgung. Im 1000-Meter-Einzel gewann sie Bronze hinter ihrer langjährigen niederländischen Freundin Marianne Timmer und Cindy Klassen (Kanada). Die drei Spitzenläuferinnen lagen dabei innerhalb von sechs Hundertstelsekunden.
Bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver war die Sportlerin, die seit ihrer Hochzeit 2009 unter dem Doppelnamen Friesinger-Postma auftrat, durch Probleme mit dem im Sommer 2008 wegen eines Radunfalles operierten rechten Knie gehandicapt.Olympia: Friesinger-Postma „Ich fühle mich im Stich gelassen“ Über 1000 Meter erreichte sie als beste deutsche Eisschnellläuferin den 14. Platz, nachdem sie in einer Kurve unsicher gelaufen und mit dem rechten Bein weggerutscht war.welt.de: Eisschnelllauf – Rang 14 – Anni Friesinger mit indiskutabler Zeit Über 1500 Meter wurde Friesinger-Postma anschließend Neunte.focus.de: , auf focus.de Gemeinsam mit Daniela Anschütz-Thoms und Stephanie Beckert nahm sie an der Teamverfolgung teil. Im Halbfinale gegen die USA kam Friesinger-Postma in der vorletzten Kurve aus dem Laufrhythmus und verlor den Anschluss an Beckert und Anschütz-Thoms. Allein laufend stürzte sie wenige Meter vor dem Ziel und rutschte bäuchlings über die Ziellinie. Im Rutschen streckte sie das rechte Bein vor und löste damit an der Ziellinie die Zeitmessung aus, die sich an der Kufenspitze orientiert und konnte somit einen Vorsprung von zwei Zehntelsekunden vor dem Team USA ins Ziel retten. Im Finale lief Katrin Mattscherodt wie zuvor geplant anstelle von Friesinger-Postma, die deutsche Mannschaft besiegte Japan knapp mit zwei Hundertstelsekunden Vorsprung.Deutsche Eisschnellläuferinnen holen sensationell Gold, spiegel.de Nachdem bei einer Knieoperation im März 2010 ein schwerer Knorpelschaden festgestellt worden war, erklärte Anni Friesinger-Postma im Juli 2010 ihren Rücktritt vom aktiven Sport.Eisschnelllauf-Star beendet Karriere. Friesinger hört auf. „Mein Körper macht nicht mehr mit“ In: Bild.de, abgerufen am 7. März 2014. Sie bekam eine Arthrose und vier Bandscheibenvorfälle. Seit 2023 spielt sie in Inzell Eishockey in einem Damenteam, nachdem sie erst in einem gemischten Team gespielt hatte.Apothekenumschau vom 15. Januar 2025, Seite 33-Interwiew mit Anni Friesinger-Postma
Nach der aktiven Laufbahn Im Januar 2011 war sie bei der Mehrkampf-EM im italienischen Ritten als Analytikerin des niederländischen Fernsehens NOS dabei und co-moderiert bis heute die internationalen Titelkämpfe. Seit Anfang 2011 ist Anni Friesinger Markenbotschafterin der SDK,, auf sdk.de seit dem 1. Juni 2015 auch für den Textil-Discounter KiK., auf kik-textilien.com Weiterhin arbeitet sie für die Firmen Medima und K2 Sports.
Jenseits des sportlichen Bereichs versuchte sie mit der Doku-Soap Real Cool Runnings, die Anfang 2014 von VOX ausgestrahlt wurde, auch im Unterhaltungsbereich Fuß zu fassen. Bei diesem TV-Format ging es um die Idee, aus kenianischen Läufern Eisschnellläufer zu machen, die von Anni Friesinger und Michael Stöberl trainiert und unterstützt wurden.Anni Friesinger wehrt sich gegen Rassismus-Vorwürfe, Focus Online, 21. März 2014, abgerufen am 22. Januar 2014Real Cool Runnings In: sueddeutsche.de, abgerufen am 22. Januar 2014
Im Oktober 2014 nahm sie an der VOX-Show Grill den Henssler teil. Seit 2015 ist sie Geschäftsführerin einer Kinderboutique in Salzburg.Michaela Posch: Ex-Eisschnellläuferin Anni Friesinger-Postma eröffnet Kinderboutique in Salzburg In: salzburg24.at, abgerufen am 27. Oktober 2019 Im Januar 2017 war sie Bestandteil des Teams Olympioniken in der Spielshow Duell der Stars – Die Sat.1 Promiarena. Im selben Jahr nahm sie an der 10. Staffel der Tanzshow Let’s Dance teil. 2018 nahm sie an TV-Show Das Große Promibacken teil. Während der Olympischen Winterspiele 2018 arbeitete sie als Expertin für den Rechteinhaber Eurosport.
Siege und Platzierungen Deutsche Meisterschaften Juniorinnen 9 × 1. Platz
Deutsche Meisterschaften 13 × 1. Platz
Europameisterschaften (so genannter „kleiner Vierkampf“ bestehend aus 500 m, 3000 m, 1500 m und 5000 m) 2005: Platz 1 2004: Platz 1 2003: Platz 1 2002: Platz 1 2000: Platz 1 1998: Platz 2
Weltmeisterschaften Junioren 1996: Platz 1 1995: Platz 2 1994: Platz 2
Gesamt-Weltcup 1000 m 2008: Platz 1 2007: Platz 3 2006: Platz 1
Gesamt-Weltcup 1500 m 2007: Platz 2 2006: Platz 1 2004: Platz 1 2002: Platz 1 2001: Platz 1
Gesamt-Weltcup 3000 m/5000 m 2005: Platz 3 2004: Platz 3 2002: Platz 1 2001: Platz 3 2000: Platz 3
Aufgestellte Weltrekorde 7, davon 4 Juniorenweltrekorde: 1000 m, 1500 m, 3000 m, Allround 3 × 1500 m 1 × 1500 m Freiluftweltrekord 1 × 1000 m Freiluftweltrekord
Persönliche Bestzeiten 500 m – 37,77 s 1000 m – 1:13,49 min (deutscher Rekord) 1500 m – 1:53,09 min (deutscher Rekord) 3000 m – 3:58,52 min 5000 m – 6:58,39 min
Ehrungen und Auszeichnungen 1996: Juniorsportlerin des Jahres der Stiftung Deutsche Sporthilfe 1998: Silbernes Lorbeerblatt der Bundesrepublik Deutschland 2001: Sportlerin des Jahres, 2. Platz 2002: Sport Personality Award von Eurosport 2003: Eisschnellläuferin des Jahres 2003: Sportlerin des Jahres, 2. Platz 2004: Sportlerin des Jahres, 2. Platz 2005: Sportlerin des Jahres, 2. Platz 2007: Bayerischer Sportpreis, Kategorie „Persönlicher Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten“ 2012: Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um die Gesundheit
Autobiografie Mein Leben, mein Sport, meine besten Fitness-Tipps. Goldmann, 2004, ISBN 3-442-39059-1.
Weblinks
Friesinger-Postmas Webauftritt TeamAnniFriesinger Bilder und Fotos von Friesinger-Postma Statistik auf der Seite Speedskatingnews Statistik bei effesport (nld.)
Einzelnachweise
Kategorie:Eisschnellläufer (Deutschland) Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Olympiasieger (Eisschnelllauf) Kategorie:Weltmeister (Eisschnelllauf) Kategorie:Europameister (Eisschnelllauf) Kategorie:Deutscher Meister (Eisschnelllauf) Kategorie:Sportler (Landkreis Berchtesgadener Land) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1977 Kategorie:Frau Kategorie:Sportsoldat (Bundeswehr) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 1998 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2002 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2006 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2010 Kategorie:Träger des Silbernen Lorbeerblattes Kategorie:Teilnehmer an Let’s Dance