mini|Martin Faulstich Martin Faulstich (* 13. Juli 1957 in Hagen) ist ein deutscher Ingenieurwissenschaftler und Politikberater.http://www.mobility.siemens.com/mobility/global/SiteCollectionDocuments/de/news/customer-magazines-and-newsletters/its-magazine/its-01-10-de.pdf Er war Professor für Umwelt- und Energietechnik an der Technischen Universität Clausthal sowie ehemaliger Vorsitzender des Sachverständigenrates für Umweltfragen. Von 2013 bis 2017 war er als Geschäftsführer der CUTEC GmbH in Clausthal-Zellerfeld tätig. Seit 2018 ist er Vorstand des INZIN Instituts für die Zukunft der Industriegesellschaft in Düsseldorf. Im Juni 2020 wurde er auf den Lehrstuhl für Ressourcen- und Energiesysteme der TU Dortmund berufen.

Wissenschaftliche Laufbahn Nach dem Studium des Maschinenbaus und der Verfahrenstechnik in Düsseldorf und Aachen promovierte Martin Faulstich 1992 in Umwelttechnik an der Technischen Universität Berlin. 1994 wurde er Professor für Abfallwirtschaft an der Technischen Universität München in Garching, von 2003 bis 2012 hatte Martin Faulstich den Lehrstuhl für Rohstoff- und Energietechnologie inne, zugleich war er Gründungsdirektor des Wissenschaftszentrums Straubing. Faulstich hatte zudem Gastprofessuren an der Montanuniversität Leoben, Österreich (1995/1996), McGill University, Montreal, Kanada (1999) und am Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS), Potsdam (2012) inne. Von 2013 bis 2020 war er Lehrstuhlinhaber für Umwelt- und Energietechnik an der TU Clausthal. Seit Juni 2020 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Ressourcen- und Energiesysteme an der TU Dortmund. Im August 2023 wurde er von der TU Dortmund zum Seniorprofessor ernannt und mit der wissenschaftlichen Leitung für die neu einzurichtenden Studiengänge auf dem EUREF-Campus Düsseldorf beauftragt.

Von 2000 bis 2012 war er Vorstand und wissenschaftlicher Leiter des ATZ Entwicklungszentrums in Sulzbach-Rosenberg, einer Nachfolgeeinrichtung der Klöckner Stahlforschung. Das ATZ wurde nach der erfolgreichen Neuausrichtung in die Fraunhofer-Gesellschaft aufgenommen. Zudem hat er das Fraunhofer Centrum für Energiespeicherung (CES) initiiert.https://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2012/juli/ATZ-Entwicklungszentrum-Institutsteil-von-Fraunhofer.html

Er war von 2008 bis 2016 Vorsitzender (seit 2006 Mitglied) des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU), dem wichtigsten Beratungsgremium der Bundesregierung für Umweltfragen.http://www.mobility.siemens.com/mobility/global/SiteCollectionDocuments/de/news/customer-magazines-and-newsletters/its-magazine/its-01-10-de.pdf

2009 erhielt er den Ruf als Präsident des renommierten Wuppertal Instituts für Umwelt, Klima und Energie, den er jedoch nicht annahm und an der TU München blieb.

Von 2013 bis 2017 war Faulstich Geschäftsführer des Clausthaler Umwelttechnik-Instituts (CUTEC) in Clausthal-Zellerfeld, das jedoch wirtschaftlich wenig erfolgreich war und immer mehr rote Zahlen schrieb, bis es schließlich zum Sanierungsfall wurde. Als Ursache für das Minus, welches im Jahr 2015 den Betrag von 920.000 Euro erreichte, wurde im politischen Raum vornehmlich der Geschäftsführer und die falsche Ausrichtung des Instituts gesehen.Rote Zahlen bei CUTEC: „Absoluter Sanierungsfall“ in: Rundblick – Politikjournal für Niedersachsen, Nr. 127, Hannover, 26. Juli 2016, Online Allerdings mussten bereits in den Jahren 2010 und 2011 Liquiditätshilfen des Landes Niedersachsen in Anspruch genommen werdenGoslarsche Zeitung vom 21. September 2016, S. 25 und das Institut hatte bereits 2011 einen Verlust von mehr als 641.000 Euro geschrieben.https://kleineanfragen.de/niedersachsen/17/6096-clausthaler-umwelttechnik-institut-cutec 2017 gab Faulstich die Geschäftsführung an Martin Eberhardt ab, der die Überführung in die TU Clausthal kaufmännisch unterstützte.

Im Jahr 2014 wurde Faulstich zum Forschungsbereichskoordinator für Energiesysteme und Prozessenergietechnik am seinerzeitigen Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) der TU Clausthal ernannt.

An der TU Dortmund wurde Faulstich in folgende Beiräte berufen:

Strategie- und Forschungsrat Beirat Studium Oecologicum Transferbeirat des CET Centrums für Entrepreneurship und Transfer Zudem wurde er in den Wissenschaftlichen Beirat der TU-Campus EUREF gGmbH in Berlin berufen.

Seit 2018 ist Faulstich Vorstand des INZIN Instituts für die Zukunft der Industriegesellschaft in Düsseldorf. Seit 2020 leitet er das Unternehmensnetzwerk im Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (KNUW).

Faulstich ist berufenes ordentliches Mitglied in der Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft (ARL)https://www.arl-net.de/, der Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologienhttps://www.geoakademie.de/, der Bayerischen Akademie Ländlicher Raumhttp://www.akademie-bayern.de/ sowie Mitglied in verschiedenen Kuratorien und Beiräten, u. a. ifo Institut für Wirtschaftsforschung, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Internationales Staatliches Ökologisches Sacharow-Institut, Environment and Water Research Institute (NEWRI, Nanyang Technological University Singapur), beim International Scientific Board des AdMas Centers (Tschechische Republik, Technische Universität Brünn) und des FiW Forschungsinstituts für Wasserwirtschaft und Klimazukunft an der RWTH Aachen.

Forschungsgebiete Im Fokus von Faulstichs Arbeiten stehen Strategien und Konzepte für eine nachhaltige Industriegesellschaft. Sein Lehrstuhl analysiert technische Wertschöpfungsketten, entwickelt Prozesse zur Erzeugung und Nutzung von regenerativen Rohstoffen und Energieträgern (Wasserstoff, Methan, Methanol) und untersucht Verfahren zum Recycling von Sekundärrohstoffen aus Rückständen von Vergärungs- und Verbrennungsprozessen (Metalle, Phosphor).

Faulstich hat in der Zeit als Vorsitzender des Sachverständigenrats für Umweltfragen der Bundesregierung maßgeblich die Diskussionen für eine vollständig regenerative Energieversorgung sowie für einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung im Konsens geprägt.https://www.umweltrat.de/SharedDocs/Newsletter/DE/2012_2016/2015_05_KzU14.html Derzeit baut er mit mehreren Unternehmen in Düsseldorf eine Denkfabrik zur Zukunft der Industriegesellschaft auf, in dem von Stipendiaten Modelle und Szenarien für die Gestaltung des Strukturwandels erarbeitet werden.http://inzin.de/

Forschungsverbünde Faulstich hat zahlreiche Forschungsverbünde initiiert, geleitet oder begutachtet.

Er war Sprecher von mehreren Bayerischen Forschungsverbünden: BayForrest Bayerischer Forschungsverbund Abfallbehandlung und Reststoffverwertung ForLayer Bayerischer Forschungsverbund Entwicklung innovativer Schichten zur Verschleißreduktion an Werkzeugen bei komplexen Belastungen ForEta Bayerischer Forschungsverbund Energieeffiziente Technologien und Anwendungen BayReChem 2050 Graduiertenkolleg Bereitstellung und Nutzung regenerativer Ressourcen für die chemische Industrie in Bayern bis zum Jahr 2050

sowie Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Forschungsverbünde ABayFor.

Zudem hat er für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) verschiedene Funktionen im Rahmen der Fördermaßnahmen Innovative Technologien für Ressourceneffizienz wahrgenommen:

r2 Rohstoffintensive Produktionsprozesse, Vorsitzender des Strategischen Sachverständigenkreises r3 Strategische Metalle und Mineralien, Vorsitzender des Strategischen Sachverständigenkreises r4 Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe, Verbundkoordinator ReziProk Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft, Co-Vorsitzender Gutachtergremium Zukunftscluster-Initiative (Clusters4Future), Mitglied der Jury Nordrhein-Westfalen Leitmarktwettbewerb Energie-/Umweltwirtschaft NRW, Vorsitz Gutachtergremium

Gremien und Beiräte Co-Vorsitzender der Ressourcenkommission am Umweltbundesamthttps://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/ressourcenkommission-am-umweltbundesamt-kru Co-Leitung Arbeitskreis Metalle der Dialogplattform Recyclingrohstoffe bei der Deutschen Rohstoffagentur Vice Chairman der CEC4Europe Circular Economy Coalition for Europe, in Wienhttp://www.cec4europe.eu/about-cec4europe/board/ Vorstand des INZIN Institutshttp://www.inzin.de/prof-dr-martin-faulstich/ Stiftungsrat der Daimler und Benz Stiftunghttps://www.daimler-benz-stiftung.de/cms/stiftung/personen.html Kurator des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung München Wissenschaftlicher Beirat des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft Stellvertretender Beiratsvorsitzender des VDI Zentrums Ressourceneffizienzhttps://www.vdi.de/wirtschaft-politik/vdi-zentrum-ressourceneffizienz/ Beirat des Hamburg Institute for Innovation, Climate Protection, and Circular Economy (HiiCCE) Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Energie & Klimaschutz, Karlsruhe

Auszeichnungen Gert-von-Kortzfleisch-Preis 2021 der Deutschen Gesellschaft für System Dynamics (zusammen mit Simon Glöser-Chahoud, Johannes Hartwig, I. David Wheat) Urban Mining Award 2014http://www.urban-mining-award.de/index.php?id=354 für Wissenschaft und Technik im Rahmen des 5. Urban Mining Kongress 2014http://www.urban-mining-kongress.de/index.php?id=24 Kulturpreis 2010 der Stadt Sulzbach-Rosenberg Umweltpreis 2008 der E.ON AG Bayern (zusammen mit Karl Sommer) Auszeichnung meistgelesener Experte 2007, online-Wissensportal ask-eu.de Bayerisches Leitprojekt Auszeichnung 2003, Kompetenzzentrum Umwelt Innovationspreis Berlin-Brandenburg 1992

Publikationen Bücher als Hrsg. zus. mit Karl E. Lorber: Ganzheitlicher Umweltschutz. S. Hirzel, Stuttgart 1990, ISBN 978-3-8047-1077-1. zus. mit Peter Dreher, Werner Schenkel, Peter Knauer: Abfallwirtschaft und Umwelt. Reihe Umweltschutz – Grundlagen und Praxis. Bd. 13. Economica Verlag, Bonn 1998, ISBN 978-3-87081-602-5. als Hrsg. zus. mit Gerold Dimaczek: 20 Jahre ATZ Entwicklungszentrum. Dorner PrintConcept, Sulzbach-Rosenberg 2010, ISBN 978-3-9810391-5-3. als Hrsg. zus. mit Peter Kurth, Anno Oexle: Praxishandbuch Kreislauf- und Rohstoffwirtschaft. Springer Vieweg, Wiesbaden 2022, ISBN 978-3-658-17044-8.

Artikel 35 Jahre Entsorgungswirtschaft – Wo müssen wir noch hin? Entsorga, 36 (2017) Nr. 10, S. 11–16. Wege zu einer nachhaltigen Industriegesellschaft. Umweltbundesamt, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. (Hrsg.): Übergang in eine Green Economy: Systemische Hemmnisse und praktische Lösungsansätze. Reihe Umwelt, Innovation, Beschäftigung 02/2017 ISSN 1865-0538, Dessau-Roßlau 2017, S. 103–114, online. zus. mit Jan Henning Seelig, Mechthild Baron, Torsten Zeller: Ressourcen- und Klimaschutz durch Kreislaufwirtschaft, in: Martin Kranert (Hrsg.): Einführung in die Kreislaufwirtschaft: Planung – Recht – Verfahren. Springer Vieweg, Wiesbaden 2017, S. 47–64. mit Esther Thiébaud-Müller, Lorenz M. Hilty, Mathias Schluep, Rolf Widmer: Service lifetime, storage time and disposal pathways of electronic equipment: a Swiss case study. In: Journal of Industrial Ecology, Volume 22, Issue 1, February 2018, S. 196–208, doi:10.1111/jiec.12551 mit Esther Thiébaud-Müller, Lorenz M. Hilty, Mathias Schluep: Use, storage and disposal of electronic equipment in Switzerland. Environ. Sci. Technol., 2017, 51 (8), S. 4494–4502, doi:10.1021/acs.est.6b06336 mit Simon Glöser, LuisTercero Espinoza, Carsten Gandenberger: Raw material criticality in the context of classical risk assessment. In: Resources Policy, Volume 44, June 2015, S. 35–46. doi:10.1016/j.resourpol.2014.12.003 mit Simon Glöser-Chahoud, Luis Tercero Espinoza, Rainer Walz: Taking the step towards a more dynamic view on raw material criticality: An indicator based analysis for Germany and Japan. In: Resources 5 (2016), Nr. 4, Art. 45,