mini|Logo von 70000 Tons of Metal mini|Die Majesty of the Seas (2011–2014) mini|Liberty of the Seas (2015) mini|Independence of the Seas (2016–2020) mini|Freedom of the Seas (2023–2024) 70000 Tons of Metal (kurz „70000 Tons“, Eigenschreibweise „70000TONS OF METAL“) ist ein Metal-Musikfestival, das jährlich auf einem Kreuzfahrtschiff stattfindet.

Geschichte Erstmals ausgerichtet wurde 70000 Tons of Metal im Jahr 2011. Veranstaltungsort dieses bislang größten Metal-Festivals auf einem Schiff war in den Jahren 2011 bis 2014 das Kreuzfahrtschiff Majesty of the Seas. Im Jahr 2015 fand das Festival auf dem Kreuzfahrtschiff Liberty of the Seas statt, 2016 auf der Independence of the Seas. Das Festival fand 2011 bis 2014 von Montag bis Freitag, 2015 und 2016 von Donnerstag bis Montag statt, wobei die Route stets von Miami (Florida) zu einem touristisch interessanten Ziel in der Karibik und wieder zurück führt. Es traten bisher pro Fahrt je 41 bis 60 Bands aus den unterschiedlichsten Metal-Genres (je zweimal) auf. Inklusive der Besatzung befanden sich auf den bisher ausgetragenen Fahrten zwischen 3500 und 5300 Personen an Bord.

Im August 2011 gaben die Organisatoren von 70000 Tons of Metal bekannt, mit der Barge to Hell vom 3. bis 7. Dezember 2012 ein weiteres Festival auf einem Kreuzfahrtschiff veranstalten zu wollen. Anders als die 70000-Tons-Fahrten war die Barge to Hell nur zu etwa 60 % ausgebucht. Die Route führte von Miami nach Nassau auf den Bahamas; der musikalische Fokus lag auf extremem Metal mit den Spielarten Thrash, Death und Black Metal.Barge to Hell – The World’s Most Extreme Metal Cruise, osnametal.de, abgerufen am 19. Dezember 2011 (deutsch) Mit dem etablierten Konzept, Bands verschiedener Metalgenres zu verpflichten, stach die Majesty of the Seas vom 28. Januar bis zum 1. Februar 2013 zum dritten Mal im Zuge der 70000-Tons-of-Metal-Kreuzfahrt in See. 2014 fand das Event vom 27. bis 31. Januar statt. 2015 fand es vom 22. bis 26. Januar, 2016 vom 4. bis 8. Februar statt.

Hintergrund Initiator und Veranstalter von 70000 Tons of Metal ist der Schweizer Konzertveranstalter Andy Piller.Alf Burchardt: Ganz schwere See. In: Stern, Nr. 8, 17. Februar 2011, Gruner + Jahr, Hannover 2011, S. 102 f. Als junger Erwachsener begann er in seinem ehemaligen Heimartort Flums Konzerte zu veranstalten, was er schließlich zu seinem Beruf machte.Metal Mike: 70000 Tons of Metal – Metal Rules the Waves (PDF; 1,1 MB). In: Aardschok, Ausgabe März 2011, S. 21–27 (niederländisch) Die Idee zu einem Metal-Festival auf einem Schiff kam Piller im Jahr 2006, als er vom Balkon seiner Wohnung mit Blick auf Vancouvers Hafen, metalinjection.net, abgerufen am 7. März 2011 (englisch) „eines Abends etwas länger einem Kreuzfahrtschiff hinterherträumte“. In der rund vierjährigen Vorbereitungsphase nahm Piller an mehreren regulären Kreuzfahrten teil, fand Investoren, die das Projekt mit Zuschüssen in Millionenhöhe unterstützten und gründete die Firma Ultimate Cruises, bei der er geschäftsführendes Vorstandsmitglied (CEO) ist.Christof Leim: Headbangen auf Hoher See – 42 Heavy-Metal-Bands entern Luxus-Kreuzfahrtschiff, welt.de, veröffentlicht am 1. Februar 2011, abgerufen am 3. April 2011

Das 2010 oftmals aufgekommene Gerücht, dass das 70000 Tons nur einmal stattfinde, dementierte Piller gegenüber dem Stern:

Weiterhin betonte er, „dass es ein nächstes Mal geben wird und mit ziemlicher Sicherheit auch noch viele danach“.Christof Leim: 70000 Tons of Metal – Schwermetall & Leichtmatrosen. In: Metal Hammer, Ausgabe April 2011, Axel Springer Mediahouse Berlin GmbH, Berlin 2011, S. 42–45. So fand bisher nach dem Debütevent im Januar 2011 die 70000-Tons-of-Metal-Kreuzfahrt bereits im Januar 2012 ein zweites Mal statt. Im Januar 2013 fand das 70000 Tons of Metal erneut statt und führte von Miami bis zu den Turks- und Caicosinseln. 2014 führte die Route von Miami nach Costa Maya in Mexiko und zurück. 2015 und 2016 ging es von Fort Lauderdale, Florida nach Jamaika (Ocho Rios und Falmouth) und zurück.

Damit ist Piller neben dem seit Jahren etablierten Veranstalter Sixthman der zweite Veranstalter, der regelmäßig Musikfestivals auf Kreuzfahrtschiffen anbietet.

Line-up und Auftrittssituation Bei jeder Festivalaustragung treten bis zu 60 Bands auf, wobei keine Genrespezialisierung vorhanden ist. Daher finden sich Bands aus sämtlichen Metal-Genres. Die Hauptbühne auf der Majesty of the Seas stellte das Schiffstheater „A Chorus Line“ über die Decks 5–7 dar. Auf Deck 8 gab es noch eine kleinere Bühne in der „Spectrum“-Lounge und auf Deck 12 mit der „Poolside Stage“ auch eine Open-Air-Bühne.70000 Tons of Metal Festivalbericht von Rage Sänger Peavy Wagner, burnyourears.de, abgerufen am 7. März 2011 Für die letztere wurde extra ein Pool trockengelegt und überdeckt, um Platz für das Publikum zu schaffen. 2011 war „Poolside Stage“ noch relativ sporadisch konzipiert worden, seit 2012 hingegen war diese deutlich größer und professioneller gestaltet. Auf der Liberty of the Seas während der Ausgabe des Festivals 2015 gab es insgesamt vier Bühnen je auf dem Pooldeck, im Platinum Theater, im Studio B – Ice Rink und in der Sphynx Lounge. Auf der Pool Deck Stage liegt inzwischen das Hauptaugenmerk des Festivals, es handelt sich laut Veranstalter um „the biggest open air stage structure to sail the open seas“ beziehungsweise „die größte Open-Air-Bühne auf den sieben Weltmeeren“.

Unterkünfte, Preise und Allgemeines Um das Festival besuchen zu können, ist es primär nur nötig, eine Kabine zu buchen, bei der im Preis dann bereits Verpflegung, alkohol- und kohlensäurefreie Getränke sowie der Eintritt zu allen Auftritten beinhaltet ist. Die günstigsten Tickets (4-Personen-Innenkabine, Deck 2) kosten $666 pro Person (2011), die teuersten (2-Personen-Grand-Suite mit großem Balkon, Deck 10) $2999 (2011), bzw. $3333 (2012 und 2013), ebenfalls pro Person., 70000tons.com, abgerufen am 27. Januar 2012 (englisch) Dazu kommen noch pro Passagier weitere $249 (2011), bzw. $289 (2012 und 2013) für Steuern, Hafengebühren und weitere Verwaltungskosten. Über die Konzerte hinaus stehen zur Freizeitbewältigung auch ein Fitnessstudio, ein Casino, ein Basketballfeld sowie eine Kletterwand zur Verfügung. Seit 2013 sind bei dem Event die „Pool Girls“ als Hostessen mit dabei, seit 2020 ergänzt durch „Pool Boys“.

Rezeption Zuerst zeigten sich die Reederei und die Crew 2011 skeptisch ob des ungewöhnlichen Reisepublikums. Durch das unerwartet freundliche und gesittete Verhalten der GästeBericht in der Onlineversion der Berliner Zeitung: Eine Rocker-Kreuzfahrt, die ist bierig, bz-berlin.de, abgerufen am 7. März 2011 und den wirtschaftlichen Erfolg des gesamten Festivals änderte sich die Meinung aber grundlegend. Die nationale und internationale (Fach-)Presse berichtete bereits 2011 ausführlich über das 70000 Tons of Metal. Neben dem Metal Hammer berichteten auch der Stern, RTL, der Norddeutsche Rundfunk und das ZDF teils sehr ausführlich über das Event. 2012 wurden Dokumentationen über das Festival unter anderem durch CNN, Sat.1 und 1 Live produziert. Die renommiertesten Formate, die im Jahr 2013 über die Kreuzfahrt berichteten, waren Aardschok, Blick.ch, CNN, die Lingener Tagespost, Metal Hammer, Rock Hard, Spiegel Online und die Süddeutsche Zeitung.

Seit 2013 werden in der Ostsee nach einem vergleichbaren Konzept die Full-Metal-Cruise-Kreuzfahrten durchgeführt. Inwiefern die Veranstalter von 70000 Tons of Metal inspiriert wurden, ist unklar.

Reisen Reiseverlauf 2011 mini|Route der Majesty of the Seas bei 70000 Tons of Metal

Im Jahr 2011 fand das Festival zwischen dem 24. und 28. Januar statt. Die Reiseroute verlief von Miami (Florida) nach Cozumel (Mexiko) und wieder zurück. 42 Bands traten auf. An Bord waren 2038 Gäste aus 49 Nationen, dazu kamen Journalisten, Techniker etc. sowie das Schiffspersonal, so dass die Gesamtpersonenanzahl 3571 Teilnehmer betrug.

Line-up An den vier Tagen spielten 42 Bands, verteilt auf drei Bühnen, wobei jede Band zwei Auftritte absolvierte. Das Line-up bestand aus folgenden Bands:

Agent Steel, Amon Amarth, Arsis, Blackguard, Blind Guardian, Circle II Circle, Cripper, Dark Tranquillity, Death Angel, Destruction, DuskMachine, Ensiferum, Epica, Exodus, Fear Factory, Finntroll, Forbidden, Gamma Ray, Iced Earth, Korpiklaani, Malevolent Creation, Marduk, Moonspell, Nevermore, Obituary, Rage, Raven, Sabaton, Sanctuary, Saxon, Sodom, Sonata Arctica, Swashbuckle, Testament, The Absence, Trouble, Twilight of the Gods, Týr, Uli Jon Roth, Unleashed, Voivod und Witchburner.

Die Hauptbühne stellte das Schiffstheater „A Chorus Line“ über die Decks 5–7 dar. Auf Deck 8 gab es noch eine kleinere Bühne in der „Spectrum“-Lounge und auf Deck 12 mit der „Poolside Stage“ auch eine Open-Air-Bühne.

Unterkünfte, Besucher und Statistisches An dem Festival nahmen 2038 Besucher70000 Tons of Metal, abgerufen am 10. Juni 2015. aus 49 Ländern teil. Mit einem Anteil von rund 30 % stammten die meisten aus den Vereinigten Staaten.Christof Leim: 70000 Tons Of Metal – Der zweite Tag auf See, Live-Blogging, blog.metal-hammer.de, abgerufen am 7. März 2011 Die zweitgrößte Besuchergruppe kam bei einem Anteil von etwa 17 % aus Deutschland. Ebenfalls stark vertreten waren Besucher aus Kanada (12 %) und Australien (7 %)., thesilvertongueonline.com, abgerufen am 7. März 2011 (englisch) Die übrigen Besucher, welche noch 36 % der Gesamtbesucheranzahl ausmachten, stammten aus 45 weiteren Staaten. Weiterhin waren rund 100 Journalisten, die technischen Crews der Bands und die gut 900 Mann starke Schiffsbesatzung mit an Bord, so dass sich die Gesamtpersonenkapazität auf 3571 Teilnehmer belief.

Rezeption Dem 70000 Tons of Metal kam eine große nationale und internationale Wahrnehmung durch die Presse zu. Insgesamt befanden sich rund 100 Journalisten aus aller Welt an Bord. Neben zahlreichen Szenemagazinen, sowohl in gedruckter als auch in Online-Form, berichtete auch die allgemeine Presse teils sehr ausführlich. Im deutschsprachigen Raum geschah dies unter anderem durch den Stern, RTL, den Norddeutschen Rundfunk und das ZDF. Letzteres drehte neben einem kurzen Beitrag für das Heute-journal auch eine halbstündige Dokumentation für den ZDFinfokanal mit dem Titel Heavy Metal auf dem Traumschiff.

Dokumentationen Peter Theisen, Harald Hamm: Heavy Metal auf dem Traumschiff, ZDF 2011, 29:52 Minuten Das Alptraumschiff (Radioreportage), NDR 2011, 7:30 Minuten

Reiseverlauf 2012 mini|Route der Majesty of the Seas bei 70000 Tons of Metal 2012

2012 fand das Festival zwischen dem 23. und 27. Januar statt. Die Reiseroute verlief von Miami (Florida) nach George Town auf Grand Cayman (Kaimaninseln) und wieder zurück. Es traten wie auch 2011 42 Bands auf; die Besucheranzahl stieg zudem minimal auf 2051 Personen. Die Gesamtpersonenanzahl blieb in etwa dieselbe wie im Vorjahr.

Line-up An den vier Tagen spielten 42 Bands, verteilt auf drei Bühnen, wobei jede Band zwei Auftritte absolvierte. Das Line-up bestand aus folgenden Bands:

Alestorm, Amorphis, Annihilator, Atheist, Candlemass, Cannibal Corpse, Channel Zero, Children of Bodom, Coroner, Crowbar, Dark Funeral, Diamond Plate, Edguy, Eluveitie, Exciter, God Dethroned, Grave Digger, Hammerfall, In Extremo, Kamelot, Kataklysm, Massacre, Megora, Moonsorrow, My Dying Bride, Nightwish (mit Troy Donockley), Orphaned Land, Overkill, Pestilence, Pretty Maids, Riot, Samael, Sapiency, Stratovarius, Suffocation, Tankard, Therion, Tristania, Venom, Vicious Rumors, Virgin Steele und Whiplash. Am 30. Dezember 2011 war bekannt gegeben worden, dass Pentagram, eine der ersten bestätigten Bands, ihren Auftritt aus familiären Gründen absagen mussten, ein Ersatz wurde aber gefunden.