Die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (kurz AJuM) ist eine bundesweit tätige Arbeitsgemeinschaft der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Sie engagiert sich in den Bereichen Leseförderung und Medienbildung und veröffentlicht unter anderem Rezensionen zu Kinder- und Jugendmedien, Fachpublikationen sowie Literaturauszeichnungen wie den LesePeter und den Heinrich-Wolgast-Preis.

Geschichte Die historischen Wurzeln der AJuM reichen bis in die Jugendschriftenbewegung des späten 19. Jahrhunderts zurück. Als Vorläufer gelten die Vereinigten Deutschen Prüfungsausschüsse für Jugendschriften, die Empfehlungslisten und Beurteilungen von Kinder- und Jugendliteratur veröffentlichten. Zu ihren wichtigsten Publikationen gehörte die Jugendschriften-Warte, die erstmals 1893 erschien.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Arbeit in gewerkschaftlichen und pädagogischen Zusammenhängen fortgeführt. Innerhalb der GEW bestanden zunächst Organisationsformen unter Bezeichnungen wie Abteilung Jugendschriften und Abteilung für Literatur und Medien. Seit den 1970er Jahren trägt die Arbeitsgemeinschaft den Namen Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien.

Die AJuM arbeitet bundesweit über Landesstellen in den jeweiligen GEW-Landesverbänden. Nach Angaben der Organisation engagieren sich rund 500 Personen ehrenamtlich in der Arbeitsgemeinschaft. Der Gesamtvorstand tritt einmal jährlich zusammen; die laufenden Geschäfte werden vom Leitenden Ausschuss geführt.

Tätigkeitsfelder Zu den Tätigkeitsfeldern der AJuM gehören Rezensionen von Kinder- und Jugendmedien, die Herausgabe von Fachpublikationen sowie die Vergabe von Literaturauszeichnungen. Darüber hinaus beteiligt sich die AJuM an Veranstaltungen zur Lese- und Medienförderung und wirkt in Gremien des Kinder- und Jugendmedienschutzes mit.

Auf Vorschlag der AJuM benennt die GEW ihre Mitglieder für die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Dort wird über die Indizierung jugendgefährdender Medien nach dem Jugendschutzgesetz beraten und entschieden.

Seit 2001 vertritt die AJuM die GEW auf der Leipziger Buchmesse mit einem eigenen Stand und beteiligt sich am Veranstaltungsprogramm.

Rezensions-Datenbank Die AJuM betreibt eine kostenfreie Online-Datenbank mit Rezensionen zu Kinder- und Jugendmedien.

Die Rezensionen werden von ehrenamtlich tätigen Mitarbeitenden erstellt und fortlaufend ergänzt. Die Datenbank enthält Besprechungen aktueller Kinder- und Jugendbücher sowie weiterer Medienformen. Die Einträge umfassen bibliographische Angaben, Schlagwörter, Altersempfehlungen, Bewertungskategorien und Hinweise zum pädagogischen Einsatz.

Nach Angaben des Datenbank-Infosystems DBIS umfasst die Datenbank mehr als 51.000 Rezensionen; jährlich kommen mehrere tausend neue Einträge hinzu.

Zeitschrift kjl&m kjl&m ist eine Fachzeitschrift zur Kinder- und Jugendliteratur sowie zu Kinder- und Jugendmedien in Forschung, Schule und Bibliothek. Sie erscheint vierteljährlich und wird von der AJuM herausgegeben.

Die Zeitschrift geht auf die 1893 gegründete Jugendschriften-Warte zurück, das Organ der Vereinigten Deutschen Prüfungsausschüsse für Jugendschriften. Sie gilt als älteste deutschsprachige Fachzeitschrift zur Kinder- und Jugendliteratur.

Im Laufe ihrer Geschichte erschien die Zeitschrift unter verschiedenen Titeln, darunter Informationen Literatur und Medien (ILM), Informationen Jugendliteratur und Medien (IJM) sowie Beiträge Jugendliteratur und Medien (BJM). Seit 2007 trägt sie den Titel kjl&m.

Die Ausgaben widmen sich Themen der Kinder- und Jugendliteratur, Literaturdidaktik und Medienpädagogik und enthalten daneben Rezensionen und Fachbeiträge.

Julim-Journal Das Julim-Journal war ein Online-Magazin der AJuM zu Themen der Kinder- und Jugendliteratur und Medienpädagogik.

Das Magazin veröffentlichte Themenhefte, Sammelrezensionen und Beiträge zu Literatur und Medien für Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus enthielt es Informationen zu Autorinnen und Autoren, Verlagen, Literaturpreisen und weiteren Themen aus dem Bereich der Kinder- und Jugendliteratur.

Heinrich-Wolgast-Preis Der Heinrich-Wolgast-Preis ist ein von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gestifteter Literaturpreis für Kinder- und Jugendmedien, die sich mit Themen der Arbeitswelt befassen.

Der Preis wurde 1986 vom Bildungs- und Förderungswerk der GEW eingerichtet und wird seit 2013 im zweijährigen Turnus vergeben. Die Organisation und Preisvergabe liegen bei der AJuM.

Neben dem Preisträger veröffentlicht die Jury eine Empfehlungsliste weiterer Titel zum Themenfeld Arbeitswelt.

Der LesePeter – eine Auszeichnung der AJuM Der LesePeter ist eine seit 2003 von der AJuM vergebene Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur. Die Auszeichnung wird monatlich und im Wechsel in den Kategorien Kinderbuch, Jugendbuch, Sachbuch und Bilderbuch verliehen.

Die ausgezeichneten Titel werden von Jurys der AJuM ausgewählt. Zu den prämierten Büchern veröffentlicht die AJuM Besprechungen und Begleitmaterialien, die online abrufbar sind.

Archivbestand Umfangreiche Materialsammlungen zur Geschichte der Jugendliteratur in Deutschland sowie zur Tätigkeit der AJuM befinden sich in mehreren Archiven und wissenschaftlichen Sammlungen.

Im Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) der Friedrich-Ebert-Stiftung werden knapp 12 Regalmeter Unterlagen aus der Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft für den Zeitraum von 1950 bis 2009 aufbewahrt.

Beim Institut für Jugendbuchforschung der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main befinden sich nahezu vollständig die Beurteilungen der VJA-Landesverbände beziehungsweise VJA-Landesstellen aus dem Zeitraum 1966 bis 1990 (Zentralkartei Hannover). Dort wird außerdem der Nachlass von John Barfaut aufbewahrt, der bis 1933 und erneut von 1948 bis 1960 Vorsitzender der Vereinigten Jugendschriften-Ausschüsse war.

Im Archiv zur Pädagogik der Kinder- und Jugendliteratur beim Landesverband Sachsen der GEW in Leipzig liegen die Beurteilungen der Zentralkartei Überlingen aus den Jahren 1991 bis 2003 sowie weitere Materialien aus Sachsen aus der Zeit vor 1945.

Kooperationen und Mitgliedschaften Die AJuM war Gründungsmitglied des Arbeitskreises für Jugendliteratur (AKJ) und ist über ihre Mitglieder in verschiedenen Organisationen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendliteratur sowie der Medienpädagogik vertreten. Dazu gehören unter anderem das Institut für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität Frankfurt am Main, die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur, die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ), die Friedrich-Bödecker-Kreise, die Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (GKJF), die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) sowie IBBY (International Board on Books for Young People).

Weblinks Offizielle Website der AJuM Institut für Jugendbuchforschung an der Universität Frankfurt a. M. Heinrich-Wolgast-Preis der GEW kjl&m beim kopaed-Verlag

Einzelnachweise

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