Das Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Mattersburg ist eine Schule in der burgenländischen Bezirkshauptstadt Mattersburg.

Architektur Das Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Mattersburg befindet sich an der Hochstraße 1 und nimmt eine markante Position im Stadtbild ein. Das von 1934 bis 1936 errichtete Schulgebäude ist ein Spätwerk des Architekten Alfred Keller, der von der Heimatschutzarchitektur beeinflusst war. Es wurde ursprünglich als römisch-katholische Lehrerbildungsanstalt erbaut und ist das Ergebnis eines Wettbewerbs, bei dem Alfred Keller den ersten Preis erhielt. Das anschließende Seminargebäude wurde von 1953 bis 1954 nach Plänen von Robert Kramreiter errichtet.

Bildungsangebote Das Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium setzt besondere Schwerpunkte im Bereich Fremdsprachen – unter anderem werden Ungarisch und Kroatisch angeboten – sowie im naturwissenschaftlichen Unterricht. Dazu zählt die Möglichkeit Geometrie als Hauptfach in der Unterstufe zu wählen. Außerdem gibt es eine Klasse für begabte Allroundsportler.

Geschichte Die kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs gegründete Staatsbürgerschule für Knaben in Mattersburg wurde 1924 in eine Mittelschule umgewandelt: die Burgenländische Deutsche Mittelschule, die der Verwaltung des neuen Bundeslands Burgenland unterstand. (web.archive.org) Der Schultyp der Deutschen Mittelschule hörte 1928 österreichweit zu bestehen auf. Die Mattersburger Mittelschule trug nun bis 1938 die Bezeichnung Burgenländisches Unter-Realgymnasium. In Ermangelung eines größeren Schulgebäudes konnte noch kein Vollbetrieb als Realgymnasium aufgenommen werden.

Nach dem Anschluss Österreichs beschlagnahmte die Schulbehörde das Gebäude der römisch-katholischen Lehrerbildungsanstalt in Mattersburg. Das nunmehr mit acht Schulstufen geführte Gymnasium konnte unter der Bezeichnung Staatliche Oberschule für Jungen kurzzeitig das Gebäude nutzen, wurde allerdings bereits ab 1942 in verschiedenen Behelfsquartieren wie einem Gasthof untergebracht, als die ehemalige Lehrerbildungsanstalt als Kriegslazarett gebraucht wurde. Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Betrieb der Schule eingestellt.

1945 erfolgte die Wiederöffnung der Schule als Staatsrealgymnasium (mit gymnasialem Zweig), das 1946 in ein Bundesrealgymnasium (mit gymnasialem Zweig) und schließlich 1948 in ein Bundesrealgymnasium und Bundesgymnasium umgewandelt wurde. Das Gebäude der ehemaligen Lehrerbildungsanstalt, das wieder in das Eigentum der römisch-katholischen Kirche überging, wurde nun angemietet. Auch das 1933 in Eisenstadt gegründete römisch-katholische Knabenseminar war seit 1945/1946 dort untergebracht, erhielt jedoch 1953/1954 ein eigenes Seminargebäude direkt neben der Schule. 1964 wurde aus dem Bundesrealgymnasium und Bundesgymnasium ein Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium. Das Knabenseminar wurde 1998 geschlossen. Von 1999 bis 2002 wurde das Schulgebäude umgebaut und saniert.

Bekannte ehemalige Schüler Name Maturajahr zur Person 1978 Künstler 1989 Biologe und Verhaltensforscher 1966 römisch-katholischer Theologe und Schriftsteller 1960 Präsident der Österreichischen Ärztekammer 1957 Politiker 1976 Politiker 1955 Pfarrer und Gründer des Kammermusikfestes Lockenhaus 1979 römisch-katholischer Theologe 1954 römisch-katholischer Bischof von Eisenstadt 2003 Fußballspieler (Schulwechsel nach Wien 1998) 1997 Politikerin Politiker, Landeshauptmann des Burgenlands 1975 Schriftsteller 1974 Generalvikar der Diözese Eisenstadt 1946 Schriftstellerin 1981 Pianist 1980 Pianist 1980 Filmregisseur und Drehbuchautor 1982 Biologe, Pharmazeut und Hochschullehrer 1979 Politiker, Staatssekretär 1982 Politiker Politiker 1959 Politiker Politiker Tierarzt und Politiker 1950 Politiker 1967 Künstler 1977 Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Bank International 1962 Politikwissenschafter 1959 Politiker Politiker 1988 Generalvikar der Diözese Eisenstadt 1981 römisch-katholischer Bischof von Eisenstadt

Leitung 1924–1928 Rudolf Zechmeister (web.archive.org) 1928–1935 Josef Ruhs 1935–1945 Hans Graf 1945–1975 Friedrich Szmudits 1976–1977 Anton Bürger (provisorisch) 1977–1993 Franz Seba 1994–2010 Herbert Kanz 2010–2018 Karl Pinter 2018–2024 Gerlinde Mihalits seit 2024 Christian SchreinerMattersburger Gymnasium: Christian Schreiner ab 1. Oktober 2024 Direktor. BVZ, 30. September 2024

Literatur Friedrich Szmudits, Anton Bürger (Hrsg.): 50 Jahre allgemeinbildende höhere Schule in Mattersburg, 1924–1974. Direktion des Bundesgymnasiums und Bundesrealgymnasiums Mattersburg, Mattersburg 1974. Johann Kriegler, Eduard Zimmermann: 70 Jahre Gymnasium Mattersburg im Burgenland. Dokumentation. Eigenverlag Johann Kriegler, Wiesen 1994. Johann Kriegler, Eduard Zimmermann: Was aus ihnen geworden ist..., 1994.In diesem Buch, das der langjährige Landesschulinspektor des Burgenlandes für das höhere Schulwesen und vormalige Lehrer am Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Mattersburg Edmund Zimmermann gemeinsam mit dem in Wiesen beheimateten Johann Kriegler verfasste, gingen die Autoren den Spuren von 2313 Burgenländern nach, die am Mattersburger Gymnasium in den 70 Jahren seit seiner Gründung maturiert hatten. Vgl. Burgenländische Freiheit (BF), 7. Dezember 1994, S. 12.

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Einzelnachweise

Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Kategorie:Gymnasium im Burgenland Kategorie:Realgymnasium in Österreich Kategorie:Bauwerk im Burgenland Kategorie:Erbaut in den 1930er Jahren Kategorie:Robert Kramreiter Mattersburg Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1924