miniatur|hochkant|Bruno Decarli auf einer Fotografie von Alexander Binder Bruno Decarli (* 15. März 1877 in Dresden; † 31. März 1950 in Tiverton, Devon, Vereinigtes Königreich; Geburtsname: Bruno Alfred Franz Eduard SchmidtLebensdaten vervollständigt anhand schriftlicher Auskünfte des Stadtarchivs Radebeul aus der Personenstandsakte, Stand 30. April 2013.) war ein deutscher Theaterschauspieler mit kurzer, aber intensiver Arbeit beim Stummfilm.
Leben Der Sohn des Hofopernsängers und Theaterschauspielers Eduard Decarli (eigentlich Eduard Schmidt) hatte sein Theaterdebüt im Jahre 1895 in Meiningen gegeben. Ein Jahr später ging er nach Zürich, anschließend kam er über Gera, Dresden (wo er 1903 bei seinem Vater in Radebeul wohnte) und Berlin 1908 an das Leipziger Stadttheater, dem er bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs die Treue halten sollte. Er war Mitglied der Leipziger Freimaurerloge Balduin zur Linde.
1915 holte ihn Max Reinhardt an das Deutsche Theater zurück nach Berlin. Im Jahr darauf begann Decarli mit seiner Filmarbeit. Er spielte überwiegend Hauptrollen in Dramen, Kriminalfilmen und Melodramen; mehrfach hatte er die damaligen Topstars Henny Porten und Mia May als Partnerinnen. Zeitweise, gegen Ende des Ersten Weltkriegs, besaß Decarli seine eigene Filmserie. Am 1. Juli 1919 gründete er zusammen mit Felix Decarli und Arthur Kohnke die Decarli Film KG.Handelsregister Berlin HRA Nr. 50720
Mit Jahresbeginn 1923 kehrte Decarli wieder zur Bühne zurück und spielte fast ausschließlich (bis zur Schließung aller deutscher Spielstätten im Sommer 1944) an den Sächsischen Staatstheatern in Dresden. Decarli stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.Decarli, Bruno. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten : Hitlers Liste unersetzbarer Künstler. Kiel: Arndt, 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 283 Vor die Kamera trat Decarli, der nach 1945 beschäftigungslos blieb, kaum mehr. Der zuletzt schlohweißhaarige Schauspieler, der seine letzte Filmrolle in Das Herz der Königin mit Zarah Leander erhalten hatte, starb 1950 im englischen Tiverton, Grafschaft Devon.
Filmografie (Auswahl) 1916: Gelöste Ketten 1916: Das wandernde Licht 1916: Der Mann im Spiegel 1917: Die Nixenkönigin 1917: Die Liebe der Hetty Raymond 1917: Das Gewissen des Andern 1917: Der Richter 1917: Vertauschte Seelen 1917: Die Silhouette des Teufels 1917: Furcht 1918: Die Heimkehr des Odysseus 1918: Die Sieger 1918: Das Geschlecht derer von Ringwall 1918: Der Rubin-Salamander 1918: Fräulein Mutter 1919: Die Nackten. Ein sozialpolitischer Film 1919: Morphium 1919: Jettatore 1919: Der Tempelräuber 1919: Rebellenlieben 1919: Sünden der Eltern 1919: Der Hirt von Maria Schnee (auch Produktion) 1919: Das Gift im Weibe 1919: Störtebeker (auch Produktion) 1919/20: Die Herrin der Welt (8 Teile) 1920: Uriel Acosta (auch Produktion) 1920: Brigantenrache (auch Produktion) 1920: Der Hirt von Maria Schnee 1921: Der Unheimliche (auch Produktion) 1922: Scheine des Todes 1922: Ein neues Leben (De bruut) 1922: Die Liebeslaube 1923: Ein Glas Wasser 1923: Der Mann mit der eisernen Maske 1935: Viktoria 1938: Das Leben kann so schön sein 1940: Das Herz der Königin
Theater 1932: Johann Wolfgang von Goethe: Götz von Berlichingen (Götz) – Regie: Josef Gielen (Sächsische Staatstheater Dresden – Schauspielhaus)
Literatur
Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 2: C – F. John Paddy Carstairs – Peter Fitz. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 326.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Darstellende Kunst (Nationalsozialismus) Kategorie:Pseudonym Kategorie:Freimaurer (Deutschland) Kategorie:Freimaurer (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1877 Kategorie:Gestorben 1950 Kategorie:Mann