Christa Partsch (geb. Mund; * 4. Juli 1926 in Salzwedel; † 4. April 2002) war eine deutsche Buchbinderin und Lyrikerin.

Werdegang Christa Partsch absolvierte von 1942 bis 1945 bei Dorothea Freise (1895–1959) eine Lehre als Buchbinderin an der Kunstgewerbeschule der Stadt Halle, die im NS-Staat als Meisterschule für das gestaltende Handwerk geführt wurde. Von 1946 bis 1948 machte sie ein Fachschulstudium an der wieder gegründeten Kunstschule bei Dorothea Freise und Wilhelm Nauhaus. Zu ihren Lehrern gehörte auch Gustav Weidanz. Danach arbeitete sie bis 1950 als Buchbinder-Facharbeiterin in der Werkstatt von Agnes Richter in Bad Salzelmen. 1950 legte sie ihre Meisterprüfung als Kunstbuchbinderin ab und kehrte sie nach Salzwedel zurück, wo sie bis 1971 lang in eigener Werkstatt arbeitete. 1971 siedelte sie nach Weißenfels über, wo sie in der Werkstatt ihres Ehemanns, des Buchbindermeisters Gustav Partsch (1921–1992), mitarbeitete. Sie schuf u. a. hochwertige Bucheinbände, Dosen u. ä. Sie war von 1973 bis 1990 Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR.

Seit 1981 schrieb Christa Partsch Gedichte, die sie in gelegentlichen Lesungen vorstellte. Ihr erster Lyrikband, Orfeo. Gedichte zwischen Tod und Leben, erschien 1994 im Verlag Janos Stekovics. Ihm folgten einige weitere Bände, zuletzt Herzgang (2001). Daneben publizierte sie in Anthologien, Zeitungen und Zeitschriften.

Partsch war Initiatorin und Vorstandsmitglied des am 25. März 1991 gegründeten Literaturkreis Novalis in Weißenfels. Von 1994 bis 1996 war sie Mitglied im Freien Deutschen Autorenverband, seit November 1996 im Förderkreis der Schriftsteller in Sachsen-Anhalt.

Werkbeispiele

Buchbinderische Werke

Thomas Billhardt et al.: Chile – Gesang und Bericht. Mitteldeutscher Verlag, 1975 (Schwarzes Ziegenleder/rote Lederauflage/Flachrelief; auf der VIII. Kunstausstellung der DDR) Erwin Strittmatter: Ein Dienstag im September. Aufbau-Verlag, Berlin und Weimar, 1980 (Ganzleder/dunkelgrünes Saffianleder mit farbigen Lederauflagen aus geschärftem Maroquin)

Lyrik Orfeo. Gedichte zwischen Tod und Leben, Halle: Verlag Janos Stekovics 1994 Bronzeton. Gedichtauswahl 1984–1995, Halle: Verlag Janos Stekovics 1996 Herzgang. Gedichte, Duisburg: Gilles & Francke Verlag 2001

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR

1977/1978 und 1982/1983: Dresden, VIII. und IX. Kunstausstellung der DDR 1979: Halle/Saale: Bezirkskunstausstellung

Literatur

Ingo Bach: Meisterleistung aus Weißenfels. Zum Schaffen der Buchbinderin Christa Partsch. In: Bildende Kunst, Berlin, 10/1979, S. 514–516

Fritz Kämpfer, Klaus G. Beyer: Kunsthandwerk im Wandel. Aus dem Schaffen dreier Jahrzehnte in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag der Nation, Berlin, 1984 Angela Dolgner (Hrsg.): Burg Giebichenstein. Die hallesche Kunstschule von den Anfängen bis zur Gegenwart. Halle/Saale, 1993, S. 531 und passim

Ingo Bach: Von der Hülle zum Inhalt der Bücher. (Nachruf.) In: Mitteldeutsche Zeitung, 11. April 2002. Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 693

Weblinks

Webseite zu Christa Partsch (mit einer Auswahl ihrer Gedichte) (foerderkreis-halle.de)

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