Kleinrückerswalde ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Annaberg-Buchholz im Erzgebirgskreis.
Geographie Geographische Lage und Verkehr Kleinrückerswalde liegt etwa 1,5 Kilometer südöstlich von Annaberg im Erzgebirge in einer Quellmulde, aus der sich ein der Sehma zufließender Bach entwickelt. Nordöstlich des Ortes liegt der hohe Pöhlberg, südsüdöstlich der hohe Lerchenübel.Durch den Ort führt Bundesstraße 95 Chemnitz–Oberwiesenthal, über Kommunalstraßen bestehen zudem Anschlüsse an Annaberg, Buchholz und die westlich verlaufende Bundesstraße 101. Kleinrückerswalde besaß eine Ladestelle an der ehemaligen Bahnstrecke Königswalde–Annaberg-Buchholz ob Bf.
Nachbarorte
Geschichte mini|Martin-Luther-Kirche Kleinrückerswalde
mini|Kleinrückerswalde, Eisenbahnbrücke (2016)
Die erste urkundliche Erwähnung datiert von 1397 als Ruckerßwaldevgl. . Das Waldhufendorf, das wohl nach einem Lokator Rüdiger benannt ist, ist nur noch zum Teil als solches erkennbar. Die Feldstreifen der südlichen Hälfte der Flur ziehen sich um den Pöhlberghang. Auf der nördlichen Flurhälfte von Kleinrückerswalde wurde nach ergiebigen Silberfunden ab 1496 die Stadt St. Annaberg gegründet. Diese breitete sich im Laufe der Jahrhunderte immer stärker in Richtung Kleinrückerswalde aus.
Kirchlich bildete der Ort bis 1506 eine eigenständige Parochie. Das Kirchgebäude – vermutlich als Wehrkirche errichtet – stammt aus den Anfangsjahren des 15. Jahrhunderts (1404 oder 1414). Der Chronist Christian Lehmann bemerkt hierzu:
Das Gebäude gilt als architekturlos und wurde in den Jahrhunderten seines Bestehens mehrfach verändert.vgl. Martin-Luther-Kirche zu Kleinrückerswalde, abgerufen am 1. März 2011
August Schumann nennt 1817 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Kleinrückswalde betreffend u. a.:
Albert Schiffner ergänzt bzw. korrigiert 1830 u. a.:
Am 1. August 1906 wurde nahe dem östlichen Ortsende die gleichnamige Ladestelle an der Bahnstrecke Königswalde–Annaberg-Buchholz ob Bf eingerichtet, hier fand bis zur offiziellen Einstellung des Betriebes am 1. Mai 1995 lediglich Güterverkehr statt.Beschreibung der Strecke Königswalde (Erzgeb) ob Bf - Annaberg-Buchholz ob Bf auf sachsenschien.de, abgerufen am 3. Januar 2013
Am 1. Januar 1912 wurde Kleinrückerswalde nach Annaberg eingemeindet.vgl. Vor 25 Jahren… Eingemeindung von Kleinrückerswalde nach Annaberg am 1. Januar 1912.
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1547/51 19 besessene Mann, 25 Gärtner, 20 Inwohner, 10 Hufen1764 16 besessene Mann, 7 Gärtner, 13 Häusler, 10 Hufen1834 389 Jahr Einwohnerzahl1871 8571890 9211910 1901
Literatur
Heinz Röthig, Helmut Unger: Verzeichnis der Berggebäude von Kleinrückerswalde 1500-1900. Streifzüge durch die Geschichte des oberen Erzgebirges. Bergbaunachrichten, 2000 (PDF 139 kB)
Weblinks
Martin-Luther-Kirche zu Kleinrückerswalde Gemeindeteil Kleinrückerswalde STREIFZÜGE durch die Geschichte des oberen Erzgebirges: Kartografische Darstellung unserer Heimat - Kleinrückerswalde Vor 25 Jahren... Eingemeindung von Kleinrückerswalde nach Annaberg am 1. Januar 1912. (PDF; 38 kB) aus: Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt. Nr. 1/130. Jahrgang v. 3. Januar 1937, S. 1f
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Erzgebirgskreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Erzgebirgskreis) Kategorie:Geographie (Annaberg-Buchholz)