Ottokar Gräbner (* 19. Juni 1904 in Osterwick bei Konitz, Westpreußen; † 16. September 1972 in Munderkingen) war ein deutscher Maler, Grafiker und Bildhauer.

Leben und Werk Ottokar Gräbner war in den Jahren 1922 und 1923 als Wanderschauspieler tätig. Von 1923 bis 1924 ging er beim Danziger Holzbildbauer Seipold in die Lehre und nahm Zeichenunterricht bei Bruno Paetsch. Im Jahr 1925 lebte er als Maler in Berlin und war Schüler von Ludwig Meidner. Von 1926 bis 1929 war er als Maler in Danzig tätig. Von 1930 bis 1933 studierte er an der Städelschule in Frankfurt am Main. Er war Meisterschüler von Max Beckmann und besuchte die Grafikklasse von Franz Karl Delavilla.

Im Jahr 1933 hielt er sich wegen eines Arbeitsverbots samt Verfolgung in Danzig auf und emigrierte von 1936 bis 1942 in den sowjetischen Teil Polens nach der Kriegsbesatzung. Erst im Jahr 1943 kehrte er nach Kochel am See in Deutschland zurück.

1949 entstehen sowohl großformatige Ansichten des Kochelsees von Kochel aus gesehen sowie das Antikriegsbild Totentanz. Die ersten, kleinformatigen Holzreliefs entstanden in der Zeit um 1950, das erste große Triptychon namens Der Krieg im Jahr 1951. Ein Jahr später 1952 entstand das zweite große Triptychon Perseus, bei dem die Enthauptung der Medusa im Zentrum steht. Danach konzentrierte Gräbner sich auf Holzschnittzyklen mit Kriegs- und Nachkriegsthemen und machte zahlreiche Reisen in den östlichen Mittelmeerraum.

1972 übersiedelte er nach Munderkingen nahe Ulm und verstarb kurze Zeit später.

Rezeption Das Museum Kunst der Verlorenen Generation in Salzburg widmete 2023 den Meisterschülern von Max Beckmann eine Ausstellung, in der Gräbner mit zwei Selbstbildnissen vertreten war, darunter das Selbstbildnis an der Staffelei im Freien aus dem Jahr 1950, das auch als Plakat und Cover des Katalogs diente. 2026 erwarb das Museum die auf England und Deutschland verteilten Nachlässe von Ottokar Gräbner und initiierte ein Forschungsprojekt zur Erstellung eines Werkverzeichnisses sowie einer Werkschau des Künstlers.

Ausstellungen 1927: Kollektivausstellung in Danzig im Stockturm 1929: Kollektivausstellung in Danzig in der Kunstkammer des Museums 1955: Ausstellung voor Sierkunst Gent 1958: Ausstellung im Salon de l’art libre Paris 1962: Ausstellung in Hannover und Solingen 1969: Ausstellung in der Galerie Christa Moering, Wiesbaden 1971: Kollektivausstellung des Berufsverbandes Bildender Künstler in München 1989: Einzelausstellung im Museum Schloss Philippsruhe, Hanau mit Katalog 2023: Ausstellung von Max Beckmann auch mit seinen Meisterschülern im Museum Kunst der Verlorenen Generation

Literatur (Auswahl)

Rainer Zimmermann: Expressiver Realismus: Malerei der verschollenen Generation. Hirmer, Berlin 1994, ISBN 3-7774-6420-1, S. 378 Harald Schulze: Kalypso, Kirke und die Sirenen. Motive der Odyssee bei Max Beckmann und seinem Meisterschüler Ottokar Gräbner, in: Dolle, Dreiling (Hrsg.), Space Oddities. Die homerische Irrfahrt in Bildkünsten und Populärkultur, 1800–2021. (Europa – USA – Südamerika), Heidelberg: arthistoricum.net 2022, S. 461–483, doi:10.11588/arthistoricum.941.c12467

Weblinks Seite zum Gedächtnis an den Maler

Einzelnachweise

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