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Die Fußball-Europameisterschaft 2021 (offiziell nach dem Jahr, in dem sie ursprünglich ausgetragen werden sollte, UEFA EURO 2020) fand – als 16. Austragung des Wettbewerbs – vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2021 in zehn europäischen Städten und der asiatischen Stadt Baku statt. Wie schon 2016 nahmen 24 Nationalmannschaften an der Endrunde teil. 20 Mannschaften wurden über die EM-Qualifikation, vier weitere über das Play-off-Turnier der UEFA Nations League 2018/19 ermittelt.
Das Turnier sollte eigentlich vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 stattfinden, wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie aber um ein Jahr verschoben. Die beiden Halbfinalspiele und das Finale wurden im Wembley-Stadion in London ausgetragen.
Europameister wurde die italienische Nationalmannschaft, die im Endspiel in London die englische Nationalmannschaft mit 3:2 im Elfmeterschießen besiegte. Italien gewann damit zum zweiten Mal nach 1968 den Europameistertitel. England erreichte zum ersten Mal das Finale einer Europameisterschaft. Deutschland und Österreich schieden, ebenso wie der amtierende Europameister Portugal und der amtierende Weltmeister Frankreich, im Achtelfinale aus. Die Schweiz hingegen erreichte das Viertelfinale.
Besondere Form zum 60-jährigen Bestehen und Verschiebung Am 30. Juni 2012 äußerte der damalige UEFA-Präsident Michel Platini die Idee, den Wettbewerb europaweit statt in einem oder zwei Ländern auszutragen. Am 6. Dezember 2012 entschied die UEFA, dass die Endrunde 2020 in ganz Europa ausgetragen werden soll. Der damalige DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock sagte in einem Interview, dass eine europaweite Europameisterschaft, die auch eine einmalige Sache wäre, anlässlich des dann 60-jährigen Bestehens des Wettbewerbs ausgetragen werden würde. Die Spiele sollten ursprünglich in 13 Städten in 13 europäischen Ländern stattfinden, 12 Städte waren für jeweils drei Gruppenspiele und eine Achtel- oder Viertelfinalbegegnung vorgesehen, die beiden Halbfinalspiele und das Endspiel sollten in einer 13. Stadt ausgetragen werden. Nach der Vergabe der Spielorte wurde Brüssel Anfang Dezember 2017 von der UEFA nachträglich als Spielort gestrichen. Stattdessen sollten die Spiele in London ausgetragen werden, das bereits als Gastgeber für die beiden Halbfinalspiele und das Finale ausgewählt worden war. Somit sollte die Endrunde in 12 statt 13 Städten gespielt werden.
Aufgrund der COVID-19-Pandemie mussten im März 2020 fast alle Ligen innerhalb der UEFA ihren Spielbetrieb unterbrechen, darunter die vier „großen“ Ligen Bundesliga, Premier League, Primera División und Serie A. Am 17. März 2020 wurde das Turnier, das ursprünglich vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 hätte stattfinden sollen, um ein Jahr (11. Juni bis 11. Juli 2021) verschoben.EURO 2020 um zwölf Monate verschoben, de.uefa.com, 17. März 2020, abgerufen am 17. März 2020. Die Verschiebung eröffnete den Ligen die Möglichkeit, ihre Spielzeiten mit Verspätung zu beenden. Die Bundesligasaison 2019/20 konnte sogar bis zum 30. Juni, an dem auslaufende Verträge von Spielern und Trainern enden, beendet werden. Auch die UEFA konnte so die laufende Champions-League- und Europa-League-Saison mit Finalturnieren im August zu Ende spielen.
Die Marketingbezeichnung UEFA EURO 2020 wurde von der UEFA beibehalten. Als Gründe nannte die UEFA, dass sie das Turnier so weiterhin als Jubiläumsfeier zum 60-jährigen Bestehen (1960–2020) veranstalten könne. Zudem würde der Name „für immer als Erinnerung an die geschlossene Reaktion der Fußballfamilie auf die außerordentlichen Umstände der COVID-19-Pandemie und die schwierige Situation, mit der Europa und die Welt im Jahr 2020 konfrontiert waren, dienen.“ Ferner werde die UEFA weniger Abfall produzieren, da bereits Material mit dem entsprechenden Branding produziert worden war, das bei einer Umbenennung hätte vernichtet und neu hergestellt werden müssen., de.uefa.com, 23. April 2020, abgerufen am 7. Mai 2020.
Mitte Juni 2020 bestätigte die UEFA zunächst die 12 ursprünglichen Spielorte für den Sommer 2021. Alle Tickets sollten ihre Gültigkeit behalten. Alternativ gab es die Möglichkeit der Rückgabe und Rückerstattung., de.uefa.com, 17. Juni 2020, abgerufen am 18. Juni 2020.
Am 17. März 2021 kündigte UEFA-Präsident Aleksander Čeferin an, dass Spiele nur in jenen Städten stattfinden werden, in denen trotz COVID-19-Pandemie Zuschauer ins Stadion dürfen. Am 23. April 2021 gab die UEFA bekannt, dass Bilbao und Dublin aus diesem Grunde als Austragungsorte gestrichen werden. Die Spiele, die in Bilbao stattfinden sollten, wurden nach Sevilla verlegt; die für Dublin vorgesehenen Spiele wurden auf die weiterhin bestehenden Spielorte Sankt Petersburg und London aufgeteilt.
Vergabe Bewerbungskriterien Die Bewerbungskriterien wurden am 25. Januar 2013 beschlossen. Jeder von den zu dem Zeitpunkt 54 Nationalverbänden konnte maximal zwei Bewerbungen einreichen: Eine für die drei Gruppenspiele und Achtel- oder Viertelfinalbegegnung sowie eine für die Halbfinalspiele und das Endspiel. Dabei konnte ein Verband beide Bewerbungen mit derselben Stadt einreichen oder zwei verschiedene Städte vorschlagen. Die Mindestkapazitäten für die Stadien betrugen 70.000 Plätze für die Halbfinalspiele und das Endspiel, 60.000 Plätze für jeweils drei Gruppenspiele und ein Viertelfinalspiel sowie 50.000 Plätze für jeweils drei Gruppenspiele und ein Achtelfinalspiel. Es wurden bis zu zwei Ausnahmen gewährt für Stadien mit einer Netto-Mindestkapazität von 30.000 Plätzen für Gruppen-/Achtelfinalspiele. Geplante Stadionneubauten waren im Bewerbungsverfahren zulässig, doch mussten die Bauarbeiten spätestens 2016 begonnen haben. Andernfalls hätten die Spiele nachträglich an eine andere Stadt vergeben werden können.
Bewerberstädte Im April 2013 begann das Bewerbungsverfahren. Im September 2013 wurden die Bewerbungen der Kandidaten formell bestätigt. Bis April 2014 sollten die Bewerbungsunterlagen eingereicht werden, so dass schließlich im September 2014 die Austragungsstädte durch das UEFA-Exekutivkomitee bestimmt werden konnten.
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Bewerberstädte: 8px Zuschlag / 8px Zuschlag, später verlegt / 8px nicht berücksichtigt
Insgesamt 32 Mitgliedsverbände hatten bis zum ersten Stichtag am 12. September 2013 ihr Interesse an einer Ausrichtung bekundet. Von ihnen haben 19 Verbände bis zum 25. April 2014 eine Bewerbung eingereicht. Am 19. September 2014 benannte die UEFA die 12 Austragungsstädte (fett dargestellt). Im Dezember 2017 wurde Brüssel nachträglich als Spielort gestrichen, und die Spiele wurden an London vergeben. Im Wembley-Stadion fanden somit zusätzlich zu den zwei Halbfinalspielen und dem Finale auch drei Gruppenspiele und ein Achtelfinale statt.
Bewerbung für beide Halbfinale und das Finale: (Wembley-Stadion) – 90.000 Plätze (Fußball Arena München) – 70.000 Plätze
Bewerbung für drei Gruppenspiele und ein Achtel- oder Viertelfinalspiel: (Johan-Cruyff-Arena) – 54.990 Plätze (Nationalstadion Baku, Neubau) – 69.870 Plätze (San Mamés) – 50.000 Plätze2 /Brüssel (Eurostadion, Neubau) – ca. 60.000 Plätze (Puskás Aréna, Neubau) – 67.155 Plätze (Arena Națională) – 55.600 Plätze (Millennium Stadium) – 74.500 Plätze (Dublin Arena) – 51.700 Plätze (Hampden Park) – 52.500 Plätze (Teddy-Stadion) – 50.000 Plätze (Parken) – 38.076 Plätze (Wembley-Stadion) – 90.000 Plätze (Traktar-Stadion, Renovierung) – 30.000 Plätze (Fußball Arena München) – 70.000 Plätze (Olympiastadion Rom) – 72.698 Plätze (Krestowski-Stadion) – 69.501 Plätze (Olympiastadion Sevilla)2 – 57.619 Plätze (Toše-Proeski-Arena) – 36.400 Plätze (Wassil-Lewski-Nationalstadion) – 46.340 Plätze (Friends Arena) – 50.000 Plätze
Bewerbung zurückgezogen: (Olympiastadion Athen) – 69.618 Plätze (Astana Arena) – 30.000 Plätze (St. Jakob-Park) – 38.512 Plätze (Stadion Rajko Mitić) – 55.538 Plätze oder (Neues Nationalstadion) Neubau – 60.000 Plätze /Lyon (Parc Olympique Lyonnais) – 61.556 Plätze (Donbass Arena) – 51.504 Plätze (Olympiastadion Helsinki) – 40.682 Plätze (Atatürk-Olympiastadion) – 76.092 Plätze (Stadion Hrasdan) – 54.208 Plätze (Warschau – 58.145 Plätze oder Chorzów – 55.211 Plätze) (Lissabon – 64.813 Plätze oder Porto – 50.948 Plätze) (Neues Nationalstadion) (Stadion Maksimir) – 35.123 Plätze
Deutschland Am 30. August 2013 gab das DFB-Präsidium bekannt, dass sich für Deutschland München für die Austragung der EM bewerben wird. Die Bewerbung von Berlin wurde abgelehnt. Am 3. September 2014 gab der DFB bekannt, auf eine Bewerbung Münchens um die Final- und Halbfinalspiele zugunsten Londons verzichten zu wollen, wenn im Gegenzug der englische Fußballverband Deutschlands Bewerbung um die Ausrichtung der EM 2024 unterstützt. Der DFB will in der Folge wiederum die Engländer bei der Bewerbung um die Ausrichtung der EM 2028 unterstützen.
Schweiz Am 5. September 2013 wurde bekannt, dass Basel sich als Schweizer Spielort für die EM bewerben wird. Basel war die einzige Stadt in der Schweiz, welche Interesse an einer Ausrichtung bekundet hatte. Im St. Jakob-Park wurden 2008 bereits einige Spiele der damaligen Fußball-Europameisterschaft ausgetragen.
Ursprüngliche Bewerber Aserbaidschan und Georgien Aserbaidschan und Georgien hatten ursprünglich eine gemeinsame Bewerbung ins Auge gefasst, zum Ablauf der Meldefrist gab jedoch nur Georgien seine Bewerbung ab. Nachdem Aserbaidschans Hauptstadt Baku bei der Vergabe um die Olympischen Spiele 2020 gescheitert war, schloss sich das Land doch wieder der georgischen Bewerbung an.
Irland, Schottland und Wales Irland, Schottland und Wales bewarben sich gemeinsam um die Austragung des Wettbewerbs. Eine gemeinsame Bewerbung von Irland und Schottland für die Europameisterschaft 2008 war zuvor gescheitert.
Türkei Am 17. April 2012 gab der türkische Verband seine Bewerbung für die Europameisterschaft bekannt. Die Türkei war zuvor mit ihren Bewerbungen für 2008 (gemeinsam mit Griechenland), 2012 und 2016 gescheitert. Da die Türkei als hoher Favorit für die alleinige Ausrichtung 2020 galt, versprach UEFA-Präsident Platini Istanbul, auch nach der Nichtvergabe der Olympischen Spiele die Finalspiele ausrichten zu dürfen. Am 25. April 2014 teilte der türkische Fußballverband TFF mit, dass man die Kandidatur zur EM 2020 zugunsten einer neuen Bewerbung zur EM 2024 zurückziehe, bei welcher man mit 4:12 Stimmen der Bewerbung Deutschlands unterlag.
Spielorte Übersicht Die ursprünglich geplanten Spielorte wurden am 19. September 2014 bekannt gegeben. Nach Streichung bzw. Ersatz von drei Spielorten im Dezember 2017 und April 2021 waren nun die folgenden elf Arenen Spielorte der Europameisterschaft. Dabei musste nach UEFA-Vorgabe vor dem Turnier durch die jeweils ausrichtenden Länder aufgrund der COVID-19-Pandemie eine maximale Auslastung an Zuschauern festgelegt werden.EURO-Auslastung: Volles Haus nur in Budapest – München ist Letzter, auf sportschau.de, vom 7. Juni 2021. Abgerufen am 14. Juni 2021.
Mitte Juni 2021, etwa nach der Hälfte der Vorrundenspiele, kam wegen der zunehmenden Verbreitung der sogenannten Delta-Variante des SARS-CoV-2-Virus im Vereinigten Königreich die Diskussion auf, ob die Finalrundenspiele aus London wegverlegt werden sollen, wobei als möglicher Ersatzort Budapest im Gespräch war.
Wembley-StadionKapazität: 90.652max. Auslastung: 65.000 (72 %) Nationalstadion BakuKapazität: 69.870max. Auslastung: 34.500 (50 %) Fußball Arena MünchenKapazität: 70.000max. Auslastung: 14.000 (20 %) Olympiastadion RomKapazität: 72.689max. Auslastung: 18.000 (25 %) 200px|alt=Außenansicht vom Wembley-Stadion bei bewölktem Himmel|Wembley-Stadion 200px|alt=Nationalstadion Baku|Nationalstadion Baku 200px|alt=Allianz Arena von außen|Allianz Arena 200px|alt=Blick von den leeren Zuschauerrängen einer schattigen Kurve im Olympiastadion Rom aufs Fußballfeld bei blauem Himmel|Olympiastadion Rom 3 Gruppenspiele 2 Achtelfinale, 2 Halbfinale, Finale(nach Streichung von Dublin ein zusätzliches Achtelfinale) 3 Gruppenspiele