Lleyton Glynn Hewitt, AM (* 24. Februar 1981 in Adelaide) ist ein ehemaliger australischer Tennisspieler. Er hielt von 2001 bis 2022 den Rekord als jüngste Nummer eins der Weltrangliste.

Karriere Der Australier begann seine Profi-Karriere 1998 und konnte unter anderem die Grand-Slam-Titel in Wimbledon (2002) und bei den US Open (2001) sowie zweimal den Tennis Masters Cup (2001, 2002) gewinnen. Im Jahr 2004 verlor Hewitt bei allen Grand-Slam-Turnieren und beim Tennis Masters Cup (Finalteilnahme) jeweils gegen den späteren Turniersieger. Er gewann 30 Turniere im Einzel und drei im Doppel.

2005 schaffte er erstmals den Finaleinzug bei den Australian Open, verlor aber gegen Marat Safin. In Wimbledon und bei den US Open scheiterte er erneut gegen den Turniersieger, er verlor jeweils im Halbfinale gegen Roger Federer und setzte damit seine außergewöhnliche Serie aus dem Vorjahr fort. Er schied siebenmal hintereinander in einem Grand-Slam-Turnier gegen den späteren Turniersieger aus – ein Rekord, der bis heute besteht. 2005 musste er die French Open aufgrund eines Rippenbruches absagen, auf den Masters Cup verzichtete er wegen der bevorstehenden Geburt seines ersten Kindes.

Seit Mitte 2005 hat Hewitt vermehrt mit Knie- und Knöchelproblemen zu kämpfen. Anfang 2007 trennte er sich von seinem Trainer Roger Rasheed. Danach betreute ihn Scott Draper, die Zusammenarbeit wurde jedoch nach den Australian Open beendet. Ab August 2007 wurde er von Tony Roche, dem früheren Coach von Roger Federer, trainiert. Ab September 2009 war Nathan Healey sein Trainer, bevor Hewitt im November 2010 wieder zu Roche zurückkehrte.

2008 rutschte Hewitt erstmals seit 2001 aus den Top 50, auch weil er wegen anhaltender Hüftprobleme an einigen Turnieren nicht teilnehmen konnte. Unter anderem fehlte er bei den Hamburg Masters und den Cincinnati Masters, wo er im Jahr zuvor jeweils das Halbfinale erreicht hatte. Nach den Olympischen Spielen, wo er auch in der Doppelkonkurrenz (mit Chris Guccione) antrat, entschied sich Hewitt für eine Operation. Er beendete die Saison frühzeitig, kündigte aber sein Comeback für die Australian Open 2009 an und dass er noch mindestens zwei Jahre spielen wollte.

Anfang 2010 musste sich Hewitt einer zweiten Hüftoperation unterziehen. Er gab sein Comeback bei den French Open, wo er in der dritten Runde dem späteren Sieger Rafael Nadal unterlag. Am 13. Juni holte Hewitt in Halle seinen 28. Karrieretitel, im Finale besiegte er den fünfmaligen Champion Federer. Nach seiner Niederlage in der zweiten Runde der Australian Open 2016 beendete Hewitt, wie im Vorfeld bereits von ihm angekündigt, seine Karriere. Hewitt wurde nach seiner aktiven Karriere Davis-Cup-Captain und trat in den Saisonen 2016 und 2018 dort im Doppel für sein Land an. Darüber hinaus spielte er Doppel in Wimbledon.

Anfang 2018 kehrt Hewitt für kurze Zeit auf die Tour zurück, um mit Sam Groth, der nach den Australian Open 2018 seine Karriere beenden wollte, dort im Doppel zu spielen. Er spielte dank einer Wildcard auch in Brisbane an der Seite von Landsmann Jordan Thompson, wo sie zum Auftakt im Match-Tie-Break verloren. Ebenfalls mit einer Wildcard traten sie 2019 in Wimbledon an.

Lleyton Hewitt wurde 2001 als jüngster Spieler Nummer 1 im professionellen Herrentennis (2022 übertroffen von Carlos Alcaraz), ferner war er der drittjüngste Tennisprofi, der ein Turnier gewinnen konnte. Ihm gelang zudem ein Turniersieg mit dem schlechtesten ATP-Ranking (550, in Adelaide) und ihm unterliefen auch die wenigsten „unforced errors“ (vermeidbare Fehler) in einem Match.

Sein Markenzeichen war die umgedreht aufgesetzte Baseballkappe, die er bei fast jedem Spiel auf diese Art trug.

Davis Cup Hewitt gewann mit der australischen Davis-Cup-Mannschaft in den Saisons 1999 und 2003 zweimal den Davis Cup. Mit 59 gewonnenen Partien ist er der beste Spieler der australischen Davis-Cup-Geschichte. Darüber hinaus ist er mit 43 gespielten Begegnungen Rekordspieler.

Als Mannschaftskapitän der australischen Mannschaft wurde er von der ITIA wegen eines tätlichen Angriffs während des Davis-Cup-Halbfinales Australiens gegen Italien in Malaga (Spanien) am 23. November 2024, auf einen IATA-Antidoping-Funktionär, vom 24. September bis 7. Oktober 2025 gesperrt.Australian Davis Cup captain Lleyton Hewitt sanctioned for offensive conduct, ITIA, 10. September 2025. Abgerufen am 11. September 2025.

Erfolge Legende (Anzahl der Siege) Grand Slam (2) ATP World Tour Finals (2) ATP Masters SeriesATP World Tour Masters 1000 (2) ATP International Series GoldATP World Tour 500 (3) ATP International SeriesATP World Tour 250 (21) ATP Challenger Tour (3)Titel nach Belag Hartplatz (20) Sand (2) Rasen (8)

Einzel Turniersiege Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis 1. 5. Januar 1998 Adelaide (1) Hartplatz Jason Stoltenberg 3:6, 6:3, 7:64 2. 3. Mai 1999 Delray Beach Sand Xavier Malisse 6:4, 6:72, 6:1 3. 3. Januar 2000 Adelaide (2) Hartplatz Thomas Enqvist 3:6, 6:3, 6:2 4. 10. Januar 2000 Sydney (1) Hartplatz Jason Stoltenberg 6:4, 6:0 5. 6. März 2000 Scottsdale (1) Hartplatz Tim Henman 6:4, 7:62 6. 12. Juni 2000 Queen’s Club (1) Rasen Pete Sampras 6:4, 6:4 7. 8. Januar 2001 Sydney (2) Hartplatz Magnus Norman 6:4, 6:1 8. 11. Juni 2001 Queen’s Club (2) Rasen Tim Henman 7:63, 7:63 9. 18. Juni 2001 ’s-Hertogenbosch Rasen Guillermo Cañas 6:3, 6:4 10. 10. September 2001 US Open Hartplatz Pete Sampras 7:64, 6:1, 6:1 11. 1. Oktober 2001 Tokio Hartplatz Michel Kratochvil 6:4, 6:2 12. 12. November 2001 Sydney (1) Hartplatz (i) Sébastien Grosjean 6:3, 6:3, 6:4 13. 25. Februar 2002 San José Hartplatz (i) Andre Agassi 4:6, 7:66, 7:64 14. 11. März 2002 Indian Wells (1) Hartplatz Tim Henman 6:1, 6:2 15. 10. Juni 2002 Queen’s Club (3) Rasen Tim Henman 4:6, 6:1, 6:4 16. 24. Juni 2002 Wimbledon Rasen David Nalbandian 6:1, 6:3, 6:2 17. 11. November 2002 Shanghai (2) Hartplatz (i) Juan Carlos Ferrero 7:5, 7:5, 2:6, 2:6, 6:4 18. 3. März 2003 Scottsdale (2) Hartplatz Mark Philippoussis 6:4, 6:419. 10. März 2003 Indian Wells (2) Hartplatz Gustavo Kuerten 6:1, 6:1 20. 12. Januar 2004 Sydney (3) Hartplatz Carlos Moyá 4:3 Aufgabe 21. 16. Februar 2004 Rotterdam Hartplatz (i) Juan Carlos Ferrero 6:71, 7:5, 6:4 22. 16. August 2004 Washington, D.C. Hartplatz Gilles Müller 6:3, 6:4 23. 23. August 2004 Long Island Hartplatz Luis Horna 6:3, 6:1 24. 10. Januar 2005 Sydney (4) Hartplatz Ivo Minář 7:5, 6:0 25. 18. Juni 2006 Queen’s Club (4) Rasen James Blake 6:4, 6:4 26. 5. März 2007 Las Vegas (3) Hartplatz Jürgen Melzer 6:4, 7:610 27. 12. April 2009 Houston Sand Wayne Odesnik 6:2, 7:5 28. 13. Juni 2010 Halle Rasen Roger Federer 3:6, 7:64, 6:4 29. 5. Januar 2014 Brisbane Hartplatz Roger Federer 6:1, 4:6, 6:3 30. 13. Juli 2014 Newport Rasen Ivo Karlović 6:3, 6:74, 7:63

Finalteilnahmen Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis 1. 11. Januar 1999 Adelaide Hartplatz Thomas Enqvist 6:4, 1:6, 2:6 2. 8. März 1999 Scottsdale (1) Hartplatz Jan-Michael Gambill 6:72, 6:4, 4:6 3. 25. Oktober 1999 Lyon Teppich (i) Nicolás Lapentti 3:6, 2:6 4. 6. November 2000 Stuttgart Hartplatz (i) Wayne Ferreira 6:76, 6:3, 7:65, 6:72, 2:6 5. 12. August 2002 Cincinnati (2) Hartplatz Carlos Moyá 5:7, 6:75 6. 4. November 2002 Paris Teppich (i) Marat Safin 6:74, 0:6, 4:6 7. 4. August 2003 Los Angeles Hartplatz Wayne Ferreira 3:6, 6:4, 5:7 8. 9. August 2004 Cincinnati (2) Hartplatz Andre Agassi 3:6, 6:3, 2:6 9. 13. September 2004 US Open Hartplatz Roger Federer 0:6, 6:73, 0:6 10. 22. November 2004 Houston Hartplatz Roger Federer 3:6, 2:6 11. 31. Januar 2005 Australian Open Hartplatz Marat Safin 6:1, 3:6, 4:6, 4:6 12. 21. März 2005 Indian Wells Hartplatz Roger Federer 2:6, 4:6, 4:6 13. 20. Februar 2006 San José Hartplatz (i) Andy Murray 6:2, 1:6, 6:73 14. 6. März 2006 Las Vegas (2) Hartplatz James Blake 5:7, 6:2, 3:6 15. 15. Juli 2012 Newport (1) Rasen John Isner 6:71, 4:6 16. 14. Juli 2013 Newport (2) Rasen Nicolas Mahut 7:5, 5:7, 3:6

Doppel Turniersiege Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Ergebnis 1. 21. August 2000 Indianapolis Hartplatz Sandon Stolle Jonas Björkman Maks Mirny 7:63, 4:6, 7:63 2. 11. September 2000 US Open Hartplatz Maks Mirny Ellis Ferreira Rick Leach 6:4, 5:7, 7:65 3. 13. Juli 2014 Newport Rasen Chris Guccione Jonathan Erlich Rajeev Ram 7:5, 6:4

Finalteilnahmen Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Ergebnis 1. 9. Januar 2000 Adelaide Hartplatz Sandon Stolle Todd Woodbridge Mark Woodforde 4:6, 2:6 2. 16. Januar 2000 Sydney Hartplatz Sandon Stolle Todd Woodbridge Marc Woodforde 5:7, 4:6 3. 9. März 2003 Scottsdale Hartplatz Mark Philippoussis James Blake Mark Merklein 4:6, 7:62, 6:75 4. 25. April 2010 Sand 6:4, 3:6, [6:10] 5. 17. Februar 2013 Hartplatz (i) Marinko Matosevic Xavier Malisse Frank Moser 0:6, 7:65, [4:10]

Mixed Finalteilnahmen Nr. Datum Turnier Belag Partnerin Finalgegner Ergebnis 1. 8. Juli 2000 Rasen 4:6, 6:73

Sonstige Titel 1999: Davis Cup 2001: World Team Cup, Düsseldorf 2003: Davis Cup 2011: Koyoong Classics, Melbourne 2013: Koyoong Classics, Melbourne

Statistik Einzel

Zeichenerklärung: S = Turniersieg; F, HF, VF, AF = Einzug ins Finale / Halbfinale / Viertelfinale / Achtelfinale; 1R, 2R, 3R = Ausscheiden in der 1. / 2. / 3. Hauptrunde

1 Turnierresultat in Klammern bedeutet, dass der Spieler das Turnier noch nicht beendet hat; es zeigt seinen aktuellen Turnierstatus an. Nachdem der Spieler das Turnier beendet hat, wird die Klammer entfernt. 2 Stand: Karriereende

Auszeichnungen 2001: ATP-Spieler des Jahres 2001–2003: Beliebtester Sportler Südaustraliens 2002: „Männlicher Sportler des Jahres“ in Australien 2003: „Sportler des Jahres“ der australischen Vogue 2003: „Junger Australier des Jahres“ 2006: „Fairster Spieler“ 2016: Member of the Order of Australia 2021: Aufnahme in die International Tennis Hall of Fame 2025: Aufnahme in die Sport Australia Hall of Fame

Privat Hewitt unterstützt mehrere wohltätige Organisationen für Kinder in Australien, unter anderem die Starlight-Stiftung und McGuinisses-McDermott Krebs-Stiftung. Des Weiteren arbeitet er mit der Organisation Special Olympics zusammen, die ihre Arbeit der Förderung des Sports von geistig behinderten Menschen widmet.

Anfang Dezember 2004 trennte sich Hewitt von seiner langjährigen Freundin Kim Clijsters, die ihrerseits eine der besten Tennisspielerinnen der Welt war. Seit Juli 2005 ist er mit der australischen Schauspielerin Rebecca Cartwright verheiratet. Am 29. November 2005 wurde das erste Kind des Paares geboren, am 11. Dezember 2008 folgte ihr zweites. Das dritte Kind kam am 19. Oktober 2010 auf die Welt.

Weblinks

Eintrag in der Sport Australia Hall of Fame

Einzelnachweise

Kategorie:Weltmeister (Tennis) Kategorie:Weltranglistenerster (Tennis) Kategorie:Davis-Cup-Spieler (Australien) Kategorie:Olympiateilnehmer (Australien) Kategorie:Sportler (Adelaide) Kategorie:Member des Order of Australia Kategorie:Mitglied der Sport Australia Hall of Fame Kategorie:Mitglied der International Tennis Hall of Fame Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2000 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2008 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2012 Kategorie:Dopingfall im Tennis Kategorie:Australier Kategorie:Geboren 1981 Kategorie:Mann