mini|hochkant=1.5|Übersichtskarte von Berlin-Wedding
Die Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Wedding beschreibt das Straßensystem im Berliner Ortsteil Wedding mit den entsprechenden historischen Bezügen. Gleichzeitig ist diese Zusammenstellung ein Teil der Listen aller Berliner Straßen und Plätze.
__TOC__
Überblick Straßenlagen Die wichtigsten Straßenzüge im Ortsteil Wedding sind im Berliner Straßennetz als übergeordnete Straßenverbindung (Kategorie II) aufgenommen. die Seestraße als Bestandteil des Straßenrings um die Berliner Innenstadt, die die Verbindung zwischen Prenzlauer Berg, Gesundbrunnen und der Bundesautobahn 100 darstellt; im Berliner Straßennetz als übergeordnete Straßenverbindung (Kategorie II) aufgenommen der Straßenzug Föhrer Straße, Luxemburger Straße, Schulstraße als Verbindung zwischen Gesundbrunnen und Moabit, der Straßenzug Fennstraße, Reinickendorfer Straße, der sich am Martha-Ndumbe-Platz (bis Oktober 2025 Nettelbeckplatz) noch in die Pankstraße verzweigt, als Verbindungen nach Reinickendorf und Gesundbrunnen ist Teil der Bundesstraße 96, die Müllerstraße, verbindet als Verlängerung der Friedrichstraße/Chausseestraße die Berliner Innenstadt mit Reinickendorf und Tegel; weitere wichtige Verbindungsstraßen sind die Torfstraße, Amrumer Straße und Afrikanische Straße.
Diesen Hauptstraßen sind als regionale Straßenverbindungen Aroser Allee, Barfus-, Seller- und Transvaalstraße im Straßenentwicklungsplan (StEP) in der Bedeutung nachgeordnet. Zudem verläuft die B 96 vom Ortsteil Mitte auf dem Straßenzug Seller-/Müller-/Reinickendorfer Straße, Louise-Schroeder-Platz auf 2650 Meter durch Wedding zum Ortsteil Reinickendorf.
Entwicklung der Straßen Die Gegend des Bereichs Wedding war bis ins 18. Jahrhundert unbesiedelt, die einzigen Wege durch dieses Gebiet bildeten um 1800 die spätere Seestraße als Verbindung zwischen den Schlössern Charlottenburg und Schönhausen, die wahrscheinlich im frühen 18. Jahrhundert angelegt wurde, und der Ruppiner Heerweg als Verbindung zwischen Alt-Berlin und Tegel, der später den Namen Müllerstraße erhielt. Das in der Nähe des Martha-Ndumbe-Platzes (bis Oktober 2025 Nettelbeckplatz) liegende Vorwerk Wedding war über den Weg nach Oranienburg (Reinickendorfer Straße nd Gerichtstraße) erreichbar. Die Plantagenstraße geht auf einen alten Feldweg zurück. Auch die Trift-, Tegeler- und Fennstraße bestanden schon im 18. Jahrhundert. Die Liebenwalder Straße entstand 1827 zur Erschließung der Grundstücke, die nach dem ersten Bebauungsplan für die Umgebung Berlins parzelliert wurden.
Nach der 1861 erfolgten Eingemeindung von Moabit, Wedding und Gesundbrunnen nach Berlin trat am 26. Juli 1862 der Hobrecht-Plan in Kraft, der bis 1918 die Grundlage der Stadtplanung war. Auf dem Kartenwerk erhielt der Wedding die Bezeichnung Abteilung X, 1, der Bereich Gesundbrunnen und die Rosenthaler Vorstadt wurden die Abteilungen IX und X, 2. Zunächst wurde die Gegend östlich der Seestraße bis zur Müllerstraße bebaut, Teile des Brüsseler Kiezes sowie Häuser an der Müllerstraße. Erst ab 1900 entstanden Wohn- und Fabrikgebäude westlich der Seestraße. Die Bebauung an Seestraße und Kameruner Straße und zwischen Türkenstraße und Dubliner Straße erfolgte um 1910.
Im Jahr 1915 wurde ein Teil des Gutsbezirks Plötzensee eingemeindet, sodass der Plötzensee und die Friedhöfe an der Seestraße südlich der Afrikanischen Straße seitdem zum Stadtteil Wedding gehören.
Mit der Bildung von Groß-Berlin 1920 wurden die Grenzen neu festgelegt. Sie verliefen nun am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal und westlich des Volksparks Rehberge. Dieser Park gehörte vollständig zum neu gegründeten Bezirk Wedding. Andererseits kam das Gebiet des Kraftwerks Moabit am Friedrich-Krause-Ufer an Moabit. In den 1920er und 1930er Jahren entstanden das Afrikanische Viertel und die Siedlung Schillerpark. Der Brüsseler Kiez wurde 1930 mit der Wohnanlage Ostender Straße fertiggestellt.
Eine weitere Grenzkorrektur fand 1938 statt, bei der das Gebiet östlich des Tegeler Wegs/Spandauer Wegs (seit 1954 Kurt-Schumacher-Damm) und Teile südlich der Holländer Straße an Wedding kamen. In den 1950er Jahren wurde das Laubengelände östlich des Schillerparks mit der Siedlung „Schillerhöhe“ bebaut, wobei eine Abweichung von der ursprünglichen Hobrechtschen Planung erfolgte.
Mit der Neugestaltung der Luxemburger Straße beim Bau der U-Bahn-Linie 9 entstand dort von 1960 bis 1964 das Gebäude der Staatlichen Ingenieurschule Gauß und 1973 bis 1976 das Haus Grashof der Abteilung Bauwesen der Technischen Fachhochschule.
Der Wedding hat Einwohner (Stand: ) und umfasst die Postleitzahlenbereiche 13347, 13349, 13351, 13353 und 13407. Einige Ortslagen wie der Brüsseler Kiez, der Sprengelkiez oder die Friedrich-Ebert-Siedlung haben eigene Artikel.
Straßennamen Im Jahr 1888 entschied der Magistrat von Berlin anlässlich des 200. Geburtstags von Friedrich Wilhelm I., der als Kronprinz in den Niederlanden seine Feuertaufe erhalten hatte, eine Anzahl Weddinger Straßen nach Ereignissen und Persönlichkeiten des Spanischen Erbfolgekriegs (1701–1714) zu benennen (Amsterdamer, Turiner und Utrechter Straße, Leopoldplatz und Malplaquetstraße).
Nördlich der Müllerstraße erinnert die Prinz-Eugen-Straße an die Türkenkriege, ebenso die Ungarn-, Türken, Barfus- und Ofener Straße. Für alle weiteren Straßen nördlich der Müllerstraße wurden anlässlich des Staatsbesuchs des britischen Königs Eduard VII. im Jahr 1909 englische, schottische und irische Ortsnamen gewählt.
Dem Englischen Viertel liegt das Afrikanische Viertel gegenüber. Kameruner Straße und Togostraße waren 1899 die ersten Straßennamen, die sich auf deutsche Kolonien in Afrika beziehen. Die anderen Straßen wurden nach Landschaften und Städten in diesen und anderen Kolonien benannt. Auch Personen der deutschen Kolonialgeschichte standen Pate.
Südlich der Müllerstraße wurden belgische Straßennamen vergeben (Brüsseler, Ostender, Antwerpener und Luxemburger Straße). Am Nordufer verweisen Pekinger Platz, Samoa- und Kiautschoustraße auf den deutschen Kolonialismus in Asien und Ozeanien.
Am Ende des 19. Jahrhunderts vergab die Stadt Berlin schwedische und norwegische Straßennamen wie Drontheimer Straße und Stockholmer Straße. Christianastraße (seit 1938 Osloer Straße) und Oskarplatz (seit 1958 Louise-Schroeder-Platz) erhielten ihre Namen anlässlich des Besuchs des schwedischen Königs Oskar II. 1905 in Berlin.
Übersicht der Straßen und Plätze
Name/Lage Länge/Maße(in Metern) Namensherkunft Datum der Benennung Anmerkungen BildAdolfstraße ()370Adolf, männlicher Vornamealign=right Bei Neuanlage trug sie den Namen Straße 53, Abt. X/1 des Bebauungsplans. Sie verläuft von der Gerichtstraße zur Schererstraße und geht dort in die Maxstraße über.140px|AdolfstraßeAfrikanische Straße ()1800Afrika, Kontinentalign=right Sie entstand als Straße 20a, Abt. X/1 des Bebauungsplans. Die Afrikanische Straße verbindet die Müllerstraße mit der Seestraße und führt durch das Afrikanische Viertel mit der Wohnanlage von Ludwig Mies van der Rohe zwischen Sambesi- und Tangastraße sowie den beiden Komplexen der Friedrich-Ebert-Siedlung. Die Wohnanlage Sansibarstraße von 1929 ist ebenfalls ein gelistetes Baudenkmal.140px|Afrikanische Straße 140px|Afrikanische StraßeAllée du Stade ()700 Stade Napoléon, ein ehemaliger Sportplatz der französischen Streitkräftealign=right Die Allée du Stade verbindet die Cités Joffre und Pasteur mit dem Sportplatz des ehemaligen Quartier Napoléon (Stade Napoléon), der heutigen Julius-Leber-Kaserne. Sie dient als Zufahrt zu den Parkplätzen des Zentralen Festplatzes.140px|Stade NapoleonAm Festplatz ()130Zufahrt zum Zentralen Festplatz von Berlinalign=right Zufahrt zum Zentralen Festplatz. Die Benennung erfolgte erst mit der neuen Standortfestlegung des Festplatzes und ermöglicht eine bessere Orientierung auch für Ortsunkundige. Der kurze Verkehrsweg ist die Zufahrt zu den Parkplätzen des Zentralen Festplatzes und hat eine Haltestelle für Busse und Taxis.140px|Am FestplatzAm Nordhafen ()230 ehemaliger Nordhafen des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanalsalign=right Die Straße existierte bereits ab 1856 nördlich der Sellerstraße im Bezirk Wedding. Am 28. November 1900 erhielt der Platz A, Abt. X/1 des Bebauungsplans im damaligen Bezirk Tiergarten zwischen Heidestraße und Kieler Brücke ebenfalls diesen Namen. 1971 wurde die Straße in Tiergarten durch den Neubau der Nordhafenbrücke und der dazugehörenden Rampen eingezogen. Der Straßenteil im Ortsteil Wedding war bis 2015 für Kraftfahrzeuge befahrbar. Nach der privaten Umwidmung wurde die Straße 2016 als Teil des neu angelegten Nordhafenparks unter Ausschluss des Kfz-Verkehrs wieder öffentlich zugänglich gemacht. Sie verbindet die Sellerstraße mit der Fennstraße.140px|Am NordhafenAmrumer Straße ()560Amrum, deutsche Nordseeinselalign=right Sie wurde als Straße 88, Abt. X/1 des Bebauungsplans angelegt und verbindet als Verlängerung der Afrikanischen Straße die Seestraße mit der Föhrer Straße. Auf der Südwestseite befindet sich das Rudolf-Virchow-Krankenhaus. An der Nordostseite stehen die Baudenkmale Wohnanlage Ostender Straße und Institut für Zuckerindustrie, das derzeit durch das Deutsche Herzzentrum Berlin genutzt wird, nachdem das Zuckermuseum ausgezogen ist. Auf der Westseite der Straße wurde, mit einem möglichen Baubeginn im Jahr 2019, die Einrichtung eines durch Poller geschützten Radweges angekündigt.140px|Ehemaliges Zuckermuseum in der Amrumer Straße 140px|Wohnanlage Amrumer StraßeAmsterdamer Straße ()360Amsterdam, Hauptstadt der Niederlandealign=right Bei ihrer Anlage war sie die Straße 42, Abt. X/1 des Bebauungsplans.Kauperts: Amsterdamer Straße Die Straße verbindet die Müllerstraße mit der Malplaquetstraße. Das Eckhaus Amsterdamer Straße 17/17a und Turiner Straße 42–44 ist ein gelistetes Baudenkmal.140px|Amsterdamer StraßeAn der Kieler Brücke ()90(im Ortsteil) Kieler Brücke, die hier über den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal führt align=right Die Erschließungsstraße für die neu angelegte Wohnsiedlung war ursprünglich Teil der Kieler Straße (Nr. 20–30) und der Scharnhorststraße. Durch die Umwidmung des Mittelteils der Kieler Straße als Uferpromenade und Teil des Berliner Mauerwegs wurden beide Teilstücke der Kieler Straße als eigenständige Straßen wahrgenommen. Daher wurde das Teilstück in „An der Kieler Brücke“ umbenannt. Das Straßenland zwischen der Uferpromenade und ehemaliger Scharnhorststraße liegt im Ortsteil Wedding, die Grundstücke gehören zum Ortsteil Berlin-Mitte. 140px|Berlin-Wedding An der Kieler BrückeAnna-Mungunda-Allee ()190Anna Mungunda (1932–1959), namibische Unabhängigkeitsaktivistinalign=right Sie verläuft von der Müllerstraße bis zum Manga-Bell-Platz und entstand aus der Umbenennung des nordöstlichen Abschnitts der Petersallee.Antonstraße ()480Anton, männlicher Vornamealign=right Sie entstand als Straße 50, Abt. X/1 des Bebauungsplans und verbindet die Müllerstraße mit der Maxstraße. Die beiden hier gelegenen Schulgebäude sind gelistete Baudenkmale.140px|AntonstraßeAntwerpener Straße ()480Antwerpen, Hafenstadt in Belgienalign=right Sie verbindet die Seestraße mit der Ostender Straße und dem Zeppelinplatz. Angelegt wurde sie als Straße 16, Abt. X/1 des Bebauungsplans. Ursprünglich führte sie bis zur Triftstraße, in der Karte aus den 1950er Jahren ist sie bereits bis zur Limburger Straße verkürzt.140px|Antwerpener StraßeArmenische Straße ()310Armenien, Staat in Vorderasienalign=right Durch Bauarbeiten in der Siedlung „Schillerhöhe“ in den 1950er Jahren wurde die Trassenführung der Armenischen Straße fast völlig verändert, deshalb wurde sie am 8. März 1957 nochmals benannt. Vorher war es die Straße 35b des Bebauungsplans.140px|Armenische StraßeAroser Allee