Małujowice (deutsch Mollwitz) ist ein Ort in der Landgemeinde Skarbimierz (Hermsdorf) im Powiat Brzeski der Woiwodschaft Opole in Polen. Bekannt wurde der Ort durch die Schlacht bei Mollwitz im Jahre 1741.
Geographie Małujowice liegt drei Kilometer westlich von Skarbimierz, neun Kilometer westlich der Brzeg (Brieg) und etwa 57 Kilometer nordwestlich von Opole. Zwei Kilometer nördlich verläuft die Grenze zur Woiwodschaft Niederschlesien. Der Bahnhof Małujowice, südöstlich des Dorfkerns gelegen, ist an die Bahnstrecke Brzeg–Łagiewniki Dzierżoniowskie angeschlossen. Westlich des Dorfes fließt der Psarski Potok. Südöstlich von Małujowice liegt der ehemalige Fliegerhorst Brieg.
Nachbarorte von Małujowice sind im Nordwesten Psary (Hünern), im Nordosten Zielęcice (Grüningen), im Osten die Siedlung Skarbimierz Osiedle und im Südwesten Łukowice Brzeskie (Laugwitz).
Geschichte mini|links|Lithographie der Schlacht bei Mollwitz aus dem 19. Jahrhundert mini|St.-Jakob-Kirche mit Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs mini|Innenraum der Kirche St. Jakob mini|Schloss Mollwitz Erstmals urkundlich wurde „Malewicz“, das zum Herzogtum Oppeln gehörte, im Jahr 1288.Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 446. 1350 wurde es vom Breslauer Vinzenzstift erworben, dem es bis 1810 gehörte.Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Band: Schlesien (= Kröners Taschenausgabe. Band 316). Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 318. 1358 wurde es in der Schreibweise Moliwcz erwähnt.
1534 wurde das Kirchengebäude dem protestantisch.
Am 10. April 1741 fand südlich des Dorfes die Schlacht bei Mollwitz statt. Die Preußische Armee errange hier den ersten Sieg über die österreichischen Habsburger. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Mollwitz mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen.
Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Rosenthal ab 1816 zum Landkreis Brieg im Regierungsbezirk Breslau. 1842–1843 wurde in Mollwitz ein neues Küster- und Schulhaus erbaut. 1845 bestand das Dorf aus einer evangelischen Kirche, einem Schloss, einer evangelischen Schule und weiteren 95 Häusern. Die Einwohnerzahl lag damals bei 525, davon 27 katholisch. 1874 wurde aus der Landgemeinde Mollwitz, der Amtsbezirk Mollwitz gebildet, dem die Landgemeinden Bärzdorf, Grüningen, Laugwitz und Mollwitz eingegliedert wurden.Amtsbezirk Mollwitz
1885 zählte Mollwitz 728 Einwohner.AGOFF Kreis Brieg 1933 waren es 640 Einwohner und 1933 620 Winwohner. Bis 1945 gehörte das Dorf Mollwitz zum Landkreis Brieg.
Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Mollwitz 1945 mit dem größten Teil Schlesiens unter polnische Verwaltung. Nachfolgend wurde es in Małujowice umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 wurde es der Woiwodschaft Breslau eingegliedert. Seit 1999 gehört es zum Powiat Brzeski.
Sehenswürdigkeiten
Die katholische Kirche mit dem Patrozinium des hl. Jakob wurde um 1250 im Stil der Gotik erbaut. Das Gotteshaus besitzt reiche, aus der Mitte des 14. bis zum ersten Viertel des 16. Jahrhunderts stammenden Innenausstattung. Wegen der Zerstörung durch die Hussitenkriege wurden die Wandmalereien um 1480 erneuert. Sie beinhalten Themen aus dem Alten und Neuen Testament (Biblia pauperum) und gehören zu den besten gotischen Wandmalereien in Schlesien. Im Jahre 1526 wurde die Kirche den evangelischen Christen übergeben. 1817 wurden die Wandmalereien verputzt. In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden die Wandmalereien im Kirchenschiff freigelegt. Nach dem Übergang Schlesiens an Polen 1945 wurde die Kirche katholisch. 1974 erfolgte eine Sanierung der Kirche. Schloss Mollwitz – erbaut in der zweiten Hälfte des 19. JahrhundertsSchloss Mollwitz - Geschichte Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs – teilweise erhalten, darunter die Inschriftentafel mit den Namen der GefallenenDenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs Empfangsgebäude des Bahnhofes Małujowice
Verkehr Der Bahnhof Małujowice liegt an der größtenteils stillgelegten Bahnstrecke Brzeg–Łagiewniki Dzierżoniowskie.
Literatur Hans Lutsch: Die Kunstdenkmäler der Landkreise des Reg.-Bezirks Breslau, Breslau 1889, S. 353–363
Weblinks
Darstellung auf der Website der Gemeinde (poln.)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Opole Kategorie:Gmina Skarbimierz Kategorie:Ort in Schlesien