Neapoli ( „Neustadt“) ist eine Stadt in der Gemeinde Agios Nikolaos in der Region Lasithi in Ostkreta. Die eigentliche Stadt mit 2683 Einwohnern bildet mit einigen Weilern eine Ortschaft im gleichnamigen Gemeindebezirk, der bis 2010 eine eigenständige Gemeinde war.
Geschichte mini|links|Bischofskirche Megali Panagia in Neapoli
Zur venezianischen Zeit befand sich an der Stelle von Neapoli der Ort Kares. Um 1340 wurde hier Petros Philargis geboren, der spätere Gegenpapst Alexander V. Kurze Zeit später wurde während der Rebellion des Partisanenführers Michael Psaromilingos und seines Bruders Ioannes gegen die venetianische Besatzung der Ort Kares von den Venetianern zerstört. Am gleichen Ort entstanden die Dörfer Neochorio ( = junges bzw. neues Dorf) und Kenourgio Chorio ( = neues Dorf). Kenourgio Chorio entwickelte sich zu einem der größten Orte der Region mit überwiegend griechischen Bürgern.Robert Pashley: Travels in Crete. Band 2, Cambridge 1837, S. 321. Im Januar 1823, während des Griechischen Freiheitskampfs, starb der Partisanenführer Nikolaos Zervos an Lungenentzündung hier und wurde dort begraben. Einige Tage später erschien das ägyptisch-türkische Heer unter der Führung von Hassan Pascha, dem Schwiegersohn von Muhammad Ali Pascha, in der Stadt. Die Einwohner flohen in die Höhle von Milatos, Hassan Pascha ließ die Stadt brandschatzen, den Leichnam von Nikolaos Zervos exhumieren und als Zielscheibe für die Gewehrschützen verwenden.Kallinikos Kritovoulides: Narrative of the Cretan war of independence. Band 1, London 1864, S. 172–177. Erst nach drei Tagen durfte der Leichnam wieder begraben werden, das Grab soll sich im Hof der Bischofskirche nordwestlich des Kirchleins Mikri Panagia befinden. 1827 zogen sich türkische Einwohner zum Schutz vor aufständischen Griechen in die Moschee von Kainourio Chorio zurück. Die Verfolger steckten daraufhin das Gotteshaus in Brand.Hartmut Beister: Neapolis. In: Siegfried Lauffer (Hrsg.): Griechenland. Lexikon der historischen Stätten. Weltbild, Augsburg 1999, ISBN 3-8289-4144-3, S. 467.
1868 wurde der Ort sowohl BischofssitzEberhard Fohrer, Kreta, Michael Müller Verlag, 18. Auflage 2009, ISBN 978-3-89953-453-5, S. 401 des Bistums Petras () als auch Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Lasithi. Aus diesem Grund wurde der Ort in Neapoli umbenannt und Neochorio eingemeindet. 1888 begann man, an dem Ort an dem zuvor die Moschee stand, mit dem Bau der Bischofskirche Megali Panagia (), die man 1927 schließlich weihte.
1904 wurde Agios Nikolaos Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Lasithi und Neapoli Verwaltungssitz der Provinz Mirambelo. Ab 1997 wurde Neapoli Hauptstadt der Gemeinde Mirambelo, die nur noch den Nordwesten von Lasithi umfasste. 2006 zerfiel Mirambelo in die Gemeinden Neapoli und Vrachasi, die 2010 zu Gemeindebezirken herabgestuft wurden.
Sehenswertes Volkskundemuseum im ersten Stock eines Bauhaus-Gebäudes. In dem Haus befand sich früher ein Waisenhaus.Lassithi Region Travel Informations auf greekhotels.gr Archäologische Sammlung (zurzeit geschlossen) mit über 1000 Exponaten aus der RegionArchaeological Collection of Neapolis (Temporarily closed) auf gtp.gr Östlich von Neapoli auf dem Berg Agios Antonios befindet sich das Ausgrabungsgelände des antiken Dreros Westlich etwa ein Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befinden sich die Ruinen des Franziskanerklosters Agios Antonios. Hier lebte einst Petros Philargis.
Söhne der Stadt Petros Philargis (1340–1410), Gegenpapst Alexander V. Emmanouil Kokkinis (1826–1897), Führer von Aufständischen gegen die Osmanen (Οπλαρχηγός) Michalis Diallinas (1853–1927), volkstümlicher Dichter Constantin E. Orfanos (* 1936), deutscher Dermatologe griechischer Abstammung
Weblinks
Νεάπολη Λασιθίου Κρήτης auf www.dialynakeio.gr Νεάπολη bei Δήμος Νεάπολης Λασιθίου Informationen zur Stadt Neapoli auf Kreta, Griechenland auf sonnenziele.net
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Region Kreta Kategorie:Geographie (Agios Nikolaos, Gemeinde)