miniatur|Samuel Benchetrit 2011 Samuel Benchetrit (* 26. Juni 1973 in Champigny-sur-Marne, Département Val-de-Marne) ist ein französischer Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler und Schriftsteller.

Leben Samuel Benchetrit wuchs in einfachen Verhältnissen in Champigny-sur-Marne, einem Vorort im Südosten von Paris auf. Seine Mutter ist Französin, sein Vater ukrainisch-marokkanischer Abstammung. Mit fünfzehn Jahren zog er von zuhause aus und ging nach Paris. Dort machte er eine Fotolehre, ging diversen Beschäftigungen nach, arbeitete unter anderem als Fotograf und drehte erste Kurzfilme. Mit achtzehn Jahren gewann er einen Preis für einen Kurzfilm und machte die Bekanntschaft von Jean-Louis Trintignant, dessen Tochter Marie er später heiratete. Marie Trintignant und François Cluzet spielten 2003 auch die Hauptrolle in Benchetrits Debütfilm Janis et John. Die mit Sergi López, Christopher Lambert und Jean-Louis Trintignant prominent besetzte Komödie war zugleich der letzte Film der Schauspielerin, die während Dreharbeiten zu einer TV-Biografie über die Schriftstellerin Colette in Vilnius starb.

Für den Episodenfilm J’ai toujours rêvé d’être un gangster wurde Benchetrit 2008 beim Sundance Film Festival mit dem World Cinema Screenwriting Award ausgezeichnet und gewann 2009 den Prix Lumières für das Beste Drehbuch. Bereits 2002 war sein Kurzfilm Nouvelle de la tour L mit einer Nominierung für den Europäischen Filmpreis in der Kategorie Bester Kurzfilm bedacht worden. 2011 erschien sein Roman Le cœur en dehors, für den er 2009 den Prix du roman populiste erhalten hatte, unter dem Titel Rimbaud und die Dinge des Herzens auch in deutscher Übersetzung.

Samuel Benchetrit war bis zu deren Tod 2003 mit Marie Trintignant verheiratet, aus der Ehe ging ein Sohn, der Schauspieler Jules Benchetrit (* 1998) hervor. Bis 2012 war er mit der Schauspielerin Anna Mouglalis liiert, die auch in J’ai toujours rêvé d’être un gangster und Bei Gino mitwirkte. Sie haben eine gemeinsame Tochter (* 2007). Im Juni 2018 heiratete Benchetrit Vanessa Paradis, mit der er seit 2016 liiert ist.Vanessa Paradis marries Samuel Benchetrit. Auf: people.com vom 30. Juni 2018, abgerufen am 26. Oktober 2018. Im August 2026 gaben die beiden ihre einvernehmliche Trennung bekannt.

Filmografie 2000: Nouvelle de la tour L (Kurzfilm) – Drehbuch und Regie 2003: Janis et John – Kurzauftritt, Drehbuch und Regie 2005: Backstage – Regie: Emmanuelle Bercot – Darsteller 2007: J’ai toujours rêvé d’être un gangster – Drehbuch und Regie 2009: La marche des crabes (Kurzfilm) – Regie: Hafid Aboulahyane – Darsteller 2011: Bei Gino (Chez Gino) – Drehbuch und Regie 2011: Goldman (TV) – Regie: Christophe Blanc – Darsteller 2012: Un enfant de toi – Regie: Jacques Doillon – Darsteller 2013: Revox (Kurzfilm) – Regie: Raphaël Haroche – Darsteller 2014: Les gazelles – Regie: Mona Achache – Darsteller 2015: Wir sind alle Astronauten (Asphalte) – Regie 2020: Der doppelte Alfred (Les Deux Alfred) – Darsteller 2017: Chacun sa vie – Darsteller

Theater 2001: Comédie sur un quai de gare 2005: Moins deux

Veröffentlichungen 2000: Récit d’un branleur. Paris: Juillard, ISBN 978-2-260-01542-0 2005: Les Chroniques de l’Asphalte, Band I 2007: Les Chroniques de l’Asphalte, Band II 2009: Le cœur en dehors (dt. Rimbaud und die Dinge des Herzens. Roman. Aufbau-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-351-03312-5) 2010: Les Chroniques de l’Asphalte, Band III

Weblinks

Autorenportrait auf der Seite des Aufbau-Verlages Poet der Banlieue. Das französische Multitalent Samuel Benchétrit, Deutschlandradio Kultur vom 22. Februar 2011

Einzelnachweise

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