miniatur|Castra rubra = Castris rubris auf der Tabula Peutingeriana (ca. 475) (Kartenausschnitt aus der Gesamtkarte) miniatur|Ruinen von Castra rubra miniatur|Freigelegter Teil der Via diagonalis bei Castra rubra Castra rubra (lateinisch für Rotes Lager) war zunächst ein römisches Militärlager (lateinisch castrum; Plural und bei Eigennamen: castra) an der Via Militaris, das im 2. Jahrhundert n. Chr. errichtet wurde. In der Frühzeit des Byzantinischen Reiches entwickelte sich der Ort zu einer Siedlung mit Festung und Wegestation.

Die Ruinen von Castra rubra liegen im Südosten Bulgariens, etwa 8 km nordöstlich der Stadt Charmanli in der Flur des Dorfes Izvorovo in der Oblast Chaskowo. Erbaut wurde Castra rubra als mutatio (Wegstation), wo die römische Staatspost (cursus publicus) ihre Pferde wechselte. Castra rubra hat Gebäude für eine kleine Garnison, die die strategisch wichtige Via Militaris schützte. Weiterhin gab es eine Herberge für die Reisenden, einen Laden und weitere noch nicht erforschte Gebäude. Etwa alle 25 Römische Meilen (25 × 1,48 km = 37 km) gab es solche Militärlager entlang der Via Militaris. Die benachbarte mansio war das noch nicht lokalisierte Pale, westlich von Charmanli, wahrscheinlich zwischen den Dörfern Owtscharowo und Tjanewo gelegen.

Aus den Hinterlassenschaften des Ortes lässt sich schließen, dass der Ort lange Zeit besiedelt war, wahrscheinlich seit dem frühen Mittelalter. Unter anderem gibt es Spuren einer kleinen Kolonnade.

In der Frühzeit des Byzantinischen Reiches war der Ort eine Siedlung mit einer Festung und einer Wegestation. Die Festung Castra rubra wurde zweimal eingenommen, das letzte Mal von Khan Krum.

Aus der Zeit von Kaiser Maurikios (539–602) und Kaiser Herakleios (575–641) wurden in Castra rubra Inschriften, Werkzeuge, Schmuck und sieben Goldmünzen gefunden, die im Historischen Museum von Charmanli ausgestellt sind.

Castra rubra ist wenig erforscht und relativ unbekannt in Bulgarien. Im Rahmen des PHARE-Programms der EU soll die Festung restauriert werden.

Neben Castra rubra (800 m weiter östlich; ) wurde ein kurzes (10 bis 20 m langes), sehr gut erhaltenes Stück der Via Militaris freigelegt. In der Gemeinde Charmanli sind weitere relativ gut erhaltene Abschnitte der Via Militaris bei den Dörfern Braniza (bulg. ) und Owtscharowo (bulg. ) zu finden.

Die Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste vom Brockhaus-Verlag schrieb 1885 zum Stichwort Castra rubra: „Eine Nachtstation im Inneren von Thrakien, da, wo das Itinerarium Antonini Subzupara hat, 20 Meilen von Burdipla [= Burdista]. Das Itinerarium Burdigalense hat dafür Castra Zobra [= mansio Castozobra], 18 Meilen von Burdipla.“Johann Samuel Ersch: Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaft und Künste Brockhaus, Leipzig 1832, Erste Sektion A-G; 22. Teil; S. 344; Stichwort: Castra 5).

Aktuelle Situation Die bulgarische Regierung hat mit Griechenland das Tourismusprojekt Via Diagonalis beschlossen, mit dessen Realisierung im Jahr 2008 begonnen wurde. Das Projekt umfasst im bulgarischen Teil: Ausgrabungen in der römisch-byzantinischen Festung Castra Rubra Bauliche Rekonstruktion eines kurzen Abschnitts der Römerstraße Via Diagonalis Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur am Chuchul-Stein (einem Kultstein) im Dorf Owtscharowo Beräumung und Bau eines Weges zu den thrakischen Dolmen im Dorf Tscherepowo Gestaltung von Exkursionswegen entlang der touristischen Hauptstraße zu den Standorten sowie Bau von Parkplätzen und Infotafeln Bau einer Touristeninformation in Isworowo

Die Ausgrabungen in Castra Rubra werden unter der Leitung von Professor Boris Borissow vorgenommen. Sie erbrachten bisher folgende Ergebnisse:

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Einzelnachweise

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