Neureut (im lokalen Dialekt Neret) ist der nördlichste Stadtteil von Karlsruhe. Die ehemals größte Landgemeinde Baden-Württembergs (heute rund 19.000 Einwohner) wurde nach der Entscheidung des Stuttgarter Staatsgerichtshofs im Februar 1975, die zugunsten Karlsruhes entschied, offiziell am 10. April 1975 eingemeindet.

Der Name Neureut leitet sich ab aus „Neue Rodung“, da zum Bau der Siedlung an dieser Stelle der Wald gerodet wurde.

Geschichte 5./6. Jahrhundert v. Chr. mehrere keltische Hügelgräber in der Flur Heidelburg zeugen von der Besiedlung in vorgeschichtlicher ZeitKelten im Stadtwiki Karlsruhe; abgerufen am 24. April 2023 1260 vermutete Gründung durch Markgraf Rudolf I. 1699 Gründung der Gemeinde Welschneureut durch Markgraf Friedrich Magnus zur Aufnahme südfranzösischer Glaubensflüchtlinge („Welsche“, oft als Waldenser bezeichnet; tatsächlich waren es Hugenotten). Das seitherige Dorf wurde im Unterschied dazu fortan Teutschneureut genannt. 1913 Einrichtung einer Siebkläranlage, seither ausgebaut zur Kläranlage für ganz Karlsruhe 1914 erhält Neureut Elektrizitätsversorgung durch die wichtige Lebensmittelproduktion für die Front, welche durch die Matzenfabrik Strauss erfolgte 1921 Baubeginn der Gartensiedlung, später Heidesiedlung, an der Grenze nach Karlsruhe 1928 die ersten Häuser der Kirchfeldsiedlung entstehen in der Gildestrasse 1935 Eingliederung der Gemeinde Welschneureut, Umbenennung der vereinigten Gemeinde in „Neureut (Baden)“ 1943 Schwere Schäden durch amerikanische Luftwaffe 1949 Gründung der Kirchfeldsiedlung auf einem ehemaligen Exerzierplatz, um Heimatvertriebene aus Böhmen, Mähren und dem Sudetenland aufzunehmen 1959 Bau der amerikanischen Kaserne 1960 Bau der General-Fahnert-Kaserne der Bundeswehr 1964 das Hallenbad Neureut wird eröffnet 1967 wird der Personenverkehr auf der Hardtbahn eingestellt 1975 trotz heftigen Widerstandes seitens der Bevölkerung Eingemeindung zur Stadt Karlsruhe. Im Jahr zuvor hatte die damals eigenständige Gemeinde Neureut Klage gegen die Eingemeindung eingereicht, diese wurde abgewiesen und damit vollzogen.Chronik von Neureut auf der Website der Stadt Karlsruhe 1977 Die Badnerlandhalle wird fertiggestellt und eingeweiht. Sie liegt am Neureuter Platz, der am Ostrand des alten Ortes ein “Neues Zentrum” werden sollte. 1979 die Hardtbahn (heute S1/S11) wird als Stadtbahnlinie wiedereröffnet. 1985 das Hallenbad Neureut wird nach Umbau und Renovierung in Adolf-Ehrmann-Bad umbenannt 1994 das Gewerbegebiet Sandfeld wird zum Bebauen freigegeben, es verbindet die voneinander getrennten Ortsteile 1995 die Amerikaner rücken aus Neureut ab, durch die Nordstadt wird Neureut baulich mit der Kernstadt verbunden 1999 Welschneureut wird 300 Jahre 2006 Baubeginn von Kirchfeld-Nord auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne; Eröffnung der Straßenbahnlinie 3 (heute 1) nach Neureut Heide 2007 Baubeginn der Querspange Neureut-Nord 2009 Freigabe der Querspange am 6. April

Ortsteile miniatur|Der Neureuter Platz mit dem “Brunnen der Ortsteile” und der Kirche St. Judas Thaddäus miniatur|Brunnen Steinblume in Neureut von Gerhard Karl Huber Neureut Nord (Teutschneureut) Neureut Süd (Welschneureut) Heide, Siedlung von 1921, grenzt an die später entstandene Nordstadt und den Heidesee Kirchfeld, Siedlung am Hardtwald, für Heimatvertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg, zeitweise zwei Kasernen

Schulen Im Ort befinden sich folgende Schulen: Waldschule (Grundschule) Südschule (Grundschule) Nordschule (Grundschule) Schulzentrum Neureut (Gymnasium, Realschule, Musikschule) Hardtwaldschule (Schule für Geistigbehinderte) Freie Aktive Schule Karlsruhe e.V. (Grund- & Werkrealschule)

Sportvereine 1. Shotokan Karate Club Neureut e. V. CVJM Neureut e. V. FC Germania Neureut 07 FC Neureut 08 Fun Tappers (Steptanz) FV Fortuna Kirchfeld 1949 TG Neureut SSV Neureut (Boule und Breitensport) TuS Neureut TTC Karlsruhe-Neureut – Der Tischtennisverein wurde 2000 neu gegründet und hat zwischenzeitlich in der 1. Bundesliga gespielt. TC Neureut VC Neureut

Kirchen mini|FeG Karlsruhe in der Heidesiedlung Römisch-katholische Kirche, Erzbistum Freiburg St. Judas Thaddäus am Neuen Zentrum, mit auffälliger Architektur von Ottokar Uhl St. Heinrich und Kunigunde in Kirchfeld Evangelische Landeskirche in Baden, Neureut gehört auch nach der Eingemeindung zum Kirchenbezirk Karlsruhe-Land Gemeinde Neureut-Nord mit großer neugotischer Nordkirche Gemeinde Neureut-Süd mit Waldenserkirche Gemeinde Neureut-Kirchfeld mit Lutherhaus Freie evangelische Gemeinde, Gemeindezentrum in Heide Neuapostolische Kirche am Neuen Zentrum LifePoint Gemeinde Gottes im Tiefgestade

Hilfsorganisationen Freiwillige Feuerwehr Karlsruhe, Abteilung Neureut DRK Neureut DLRG Neureut Sanitätsdienst Schulzentrum Neureut

Literatur Hermann Ehmer: Geschichte von Neureut. 1983, Stadt Karlsruhe – Ortsverwaltung Neureut Walter Müller: Ortssippenbuch der ehemaligen Gemeinde Welschneureut, heute Ortsteil Neureut-Süd der Stadt Karlsruhe in Baden. Plaidt: Cardamina 2010 (= Badische Ortssippenbücher 140), Bearbeiteter Zeitraum 1699–1933 Karin Niederle und Michael Niederle: Ortsfamilienbuch Teutschneureut mit den lutherischen Einwohnern von Welschneureut bis 1821. Weißenthurm: Cardamina 2018; ISBN 978-3-86424-437-7 Manfred Schwerdtfeger: Zwischen Heide und Strom – Geschichte und Geschichten einer badischen Gemeinde: Neureut 1110–1960. Hrsg. von der Gemeinde Neureut. Karlsruhe: Badendruck, 1960.

Weblinks

Webseite der Ortsverwaltung Stadtteilchroniken der Karlsruher Stadtteile; alphabetisch sortiert (ausführlicher Artikel)

Einzelnachweise

Neureut Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Karlsruhe) Kategorie:Gemeindeauflösung 1975 Kategorie:Ersterwähnung 1260 Kategorie:Hugenottenort