Grunbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Remshalden im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Der Ortsteil hat rund 6.500 Einwohner.
Geographische Lage mini|Grunbach, Luftbild aus nordöstlicher Richtung, 2008Grunbach liegt beidseits des hier westwärts fließenden Flusses am Ufer, auf dem Talgrund und auf den Hängen des unteren Tals der Rems, die auf unter die Gemarkung verlässt. Der höchste Punkt der überwiegend rechtsremsischen Gemarkung ganz im Norden am oberen bewaldeten Abfall der Buocher Höhe erreicht über , ihr Ostrand folgt dem Lauf des Zehntbachs, der westliche teils dem des Gundelsbachs. Durch den alten Ortskern läuft dazwischen von dieser kleinen Hochebene der namengebende Grunbach. Der obere Bebauungsrand reicht heute bis fast auf , die alte Kirche am rechten Grunbachhang steht auf , große Teile der neueren Ortsbebauung liegen auch in der recht flachen rechten Remsaue auf Höhen um . Links des Flusses liegt ein Gewerbegebiet in der Aue und darüber eine kleinere Wohnbebauungszone neuerer Zeit am Hang.
Allgemeines mini|Fachwerkhaus Gasthof „Hirsch“ Im Dorfkern am nördlichen Talhang der Rems mit der Kirche sind noch mehrere alte Fachwerkhäuser erhalten, darunter der Gasthof „Hirsch“ von 1610, der älteste Gasthof im Remstal.http://www.remstal-route.de/Remshalden.371.0.html Abgerufen am 7. November 2012. Dieser Ortskern bildet, zusammen mit zahlreichen umgebenden Neubaugebieten, den heutigen Ortsteil Grunbach-Nord.
In den frühen 1950er Jahren entstand wegen des starken Bedarfs an Baufläche (unter anderem für Spätaussiedler) die Neubausiedlung am südlichen Talhang der Rems, der Ortsteil Grunbach-Süd. Er wird daher von Einheimischen gerne Siedlung genannt. Dort befindet sich auch die 1965 erbaute Katholische Kirche St. Michael. Bis zu ihrem Umzug nach Geradstetten zum Ende des Schuljahres 2016/17 befand sich hier die Ernst-Heinkel-Realschule.
Im Ort und danach verbinden zwei Straßenbrücken die beiden Ortsteile. Zwischen beiden liegen im Talgrund entlang der Eisenbahn, der Rems und der Bundesstraße 29 Gewerbe- und Industrieanlagen.
Ferner gehören zu Grunbach zwei Aussiedlerhöfe.
Geschichte mini|Grunbach auf einer Postkarte um 1900 Der Ort „Conronbach“ wird 1142 erstmals urkundlich erwähnt, als in einer Urkunde vom 22. April 1142 ein „Conradus de Conronbach“ genannt wird.Wirtembergisches Urkundenbuch; hrsg. von dem Königlichen Staatsarchiv in Stuttgart auf archive.org. Abgerufen am 7. November 2012 „Grunbach“, in dem 1238 ein Pleban genannt wird, ist wohl in der jüngeren Ausbauzeit entstanden. Begütert waren hier das Stift Backnang (1245) die „von Urbach“ (bis 1425) und die Spitäler Schorndorf und Göppingen. Örtlicher Adel ist nur für das 12. Jahrhundert gesichert. Württemberg übernahm 1293 den Schutz der Grunbacher Güter des Klosters Lorch gegen Überlassung des Vogtrechts.
Bereits 1328 ist eine Kelter bezeugt, die Weinbautradition kann durch eine Vielzahl von Urkunden nachgewiesen werden. Sie lässt sich auch an den drei ehemaligen Keltern in der Schillerstraße ablesen. 1471/1480 wird Hans Schiller als Schultheiß in Grunbach genannt. Aus Grunbach stammen die Vorfahren von Friedrich von Schiller.Gottfried Maier "Stammtafel der Grunbacher Schiller - je mit ungefährer Lebenszeit", in: Roland Verein zur Förderung der Stamm-, Wappen und Siegelkunde Monatszeitschrift 1909–1910, S. 103. und Ralf G. Jahn Schillers Genealogie, S. 39
Grunbach gehörte zum württembergischen Amt bzw. Oberamt Schorndorf und kam bei dessen Aufhebung 1938 zum Landkreis Waiblingen. 1861 bekam Grunbach mit der Eröffnung der Remsbahn Anschluss an das Schienennetz der Württembergischen Eisenbahn. 1939 wurde Grunbach als „Gewerbliche Gemeinde und Dienstleistungszentrum“ eingruppiert.Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg, Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1978, Band III, S. 537
Am 1. Januar 1972 wurde der oberhalb von Grunbach gelegene Ort Buoch nach Grunbach eingemeindet. Am 1. Oktober 1974 wurden die Orte Geradstetten und Grunbach schließlich zur heutigen Gemeinde Remshalden zusammengeführt.
Sehenswürdigkeiten Dionysius-Kirche
mini|Kirchplatz, Grunbach Das Wahrzeichen Grunbachs ist die 1481 fertiggestellte evangelische Pfarrkirche, eine ursprünglich dem Heiligen Dionysius (1451) und später Veranus (1537) geweihte Wehrkirche.Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg, Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1978, Band III, S. 539
Heimatmuseum Im ehemaligen Feuerwehrhaus von Grunbach in der Schillerstraße unterhalb der ev. Kirche ist ein Heimatmuseum untergebracht, welches vom Museumsverein Remshalden e. V. betreut wird. Unter den Themen Heimat, Wirtschaft, Heinkel sind dort ein Querschnitt der Wirtschaftsgeschichte Remshaldens sowie die Geschichte des hier geborenen Flugzeugpioniers Ernst Heinkel zu sehen.
Das Museum hat jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet, für Gruppen jederzeit auch nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.http://www.museumsvereinremshalden.de/
Grunbacher Wasserfall mini|Wasserfall des Grunbachs am Nordrand der Grunbacher Ortsteilgemarkung Oberhalb des Ortes Grunbach fällt der Bach Grunbach wenig nördlich eines Sportplatzes noch im Wald drei Meter tief frei über eine Keupersandsteinbank. (PDF; 4,5 MB). Abgerufen am 29. Januar 2014.
Persönlichkeiten Gottfried Seibold, Heimatdichter, Ehrenbürger Ernst Heinkel (1888–1958), Flugzeugkonstrukteur, Ehrenbürger David Wolleber (um 1555–1597), Chronist
Literatur
Der Rems-Murr-Kreis. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1980, ISBN 3-8062-0243-5.
Weblinks
http://www.remshalden.de/ http://www.museumsvereinremshalden.de/ http://www.grunbach.de/
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Remshalden) Kategorie:Ort im Rems-Murr-Kreis Kategorie:Ort an der Rems Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Rems-Murr-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1142 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974